Petition gibt Ilanzer Gemeindepräsident Marcus Beer den Rest
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«Es ist zum Davonlaufen!»:Petition gibt Gemeindepräsidenten den Rest

Eklat vor laufender Kamera – «Schande der Alten»
Jetzt stellt Gemeindepräsident von Ilanz GR die Vertrauensfrage

Nach einer hitzigen Diskussion über Münz für Parkplätze zieht Marcus Beer (64) Konsequenzen. Am 18. Februar lässt er das Parlament darüber entscheiden, ob er Präsident bleibt. Wars das mit seiner Polit-Karriere?
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Ingrid Albin (l.) überreicht die Unterschriften dem Ilanzer Gemeindepräsidenten Marcus Beer.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Marcus Beer (64) streitet mit Bürgern über Bargeldzahlung auf Parkplätzen in Ilanz
  • Beer nennt die Petition eine «Schande der Alten gegenüber den Jungen»
  • Über 1600 Personen fordern Bargeldzahlung auf allen öffentlichen Parkplätzen in Ilanz
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Es war definitiv kein geglückter Auftritt! Marcus Beer (parteilos, 64), Gemeindepräsident von Ilanz GR, hat eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern so richtig zusammengestaucht. Sie waren am Freitag im Gemeindehaus zu Gast, um Beer ihre Petition zu überreichen. Über 1600 Personen verlangen darin, dass auf allen öffentlichen Parkplätzen von Ilanz/Glion mit Bargeld bezahlt werden kann.

Bei der Übergabe der Petition verlor Beer (parteilos, 64) die Fassung. Er lieferte sich ein emotionales Wortgefecht mit den Petitionären. Er sprach von einer «Schande der Alten gegenüber den Jungen». Das Ersetzen der Parkuhren würde viel Geld kosten. Beer regt sich darüber auf, dass ältere «selbstsüchtige Generationen, keine Rücksicht auf finanzielle Belastungen der jungen Generation nehmen».

Damit löste er heftige Reaktionen bei der Blick-Community aus. Er habe Reaktionen aus der ganzen Schweiz erhalten, sagt Beer zu RTR. Nun zieht er Konsequenzen. Am 18. Februar will er dem Gemeindeparlament die Vertrauensfrage stellen. Falls die Mehrheit der Legislative seinen Rücktritt wünsche, werde er diesen vollziehen. Fragen von Blick hat Beer bisher nicht beantwortet.

Noch bis 2029 gewählt

Rechtlich bindend ist die Vertrauensfrage allerdings nicht. Ein Amtsenthebungsverfahren kennt der Kanton Graubünden nicht. Das Parlament kann lediglich eine politische Meinung abgeben, schreibt RTR. Heisst: Selbst bei einem negativen Votum müsste Beer nicht zurücktreten. Er entscheidet letztlich selbst.

Beer ist seit 2022 im Amt. Im Mai 2025 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Diese dauert noch bis 2029 – falls Beer nicht zurücktritt. Tut er dies, übernimmt sein Vize das Amt bis zu den Ersatzwahlen.

Auslöser des Eklats ist ein neues Parkierungskonzept, das der Hauptort der Surselva derzeit umsetzt. Die Gemeinde liess gewisse Parkuhren entfernen, an denen Besucher bisher mit Münz bezahlen konnten. Ersetzt wurden die Parkuhren durch einfache Schilder mit QR-Codes. Parkieren können da nur noch Personen, die digital via Twint oder Parkingpay zahlen. Das passt vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht.

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