Benzin über 2 Franken, Diesel bei 2.30 Franken
Spritpreise nähern sich Allzeitrekord aus Energiekrise

Der Liter Bleifrei 95 kostet über 2 Franken, für Diesel zahlt man schon 2.30 Franken – teurer war das Tanken in diesem Jahr noch nie. Und die jüngsten Entwicklungen im Iran-Krieg verheissen nichts Gutes. Vor allem für Diesel-Fahrer.
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Bereits im Frühling kletterten die Spritpreise wegen des Iran-Kriegs.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikt, Diesel kostet 2.30 Franken pro Liter
  • Dieselpreis könnte diese Woche noch teurer werden, warnt TCS
  • 100 Liter Heizöl kosten 160 Franken, Energiepreise weiter unsicher
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Fahrt an die Tankstelle tut dem Portemonnaie so richtig weh. Der Iran-Krieg lässt die Ölpreise immer wieder steigen. Auch jetzt: Am Montag verteuerte sich ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent auf 108 Dollar. Das macht das Tanken an der Zapfsäule teuer – so teuer wie noch nie in diesem Jahr. Laut Angaben des Touring Club Schweiz (TCS) zahlst du in der Schweiz durchschnittlich 2.05 Franken für den Liter Bleifrei 95. Und bereits 2.30 Franken für einen Liter Diesel. Beides sind Jahresrekorde.

Eine volle Tankfüllung für ein Auto mit einem 50-Liter-Tank kostet damit mehr als ein Hunderternötli. Und die Preise dürften sich den Allzeitrekorden aus der Energiekrise 2022 weiter annähern. Zur Erinnerung: Als Reaktion auf den Ausbruch des Ukraine-Kriegs kletterte der Liter Bleifrei 95 auf 2.31 Franken. Der Rekordpreis beim Diesel liegt bei 2.40 Franken. Diese Marke könnte bald fallen: Der Dieselpreis ist an den Börsen noch einmal gestiegen. «Das bedeutet, dass Diesel diese Woche wahrscheinlich noch einmal um ein paar Rappen teurer wird», teilt TCS-Sprecher Marco Wölfli gegenüber Blick mit. Beim Benzin war an den Börsen kein Preisanstieg festzustellen, aber auch dieses könnte noch steigen.

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Vor allem der Dieselpreis steigt stark

Gerade die Diesel-Fahrer sind bei kletternden Ölpreisen die Dummen. Der Dieselpreis steigt meist schneller als jener für Benzin. Diesel gilt als «universeller Energieträger». Konkret bedeutet das: Benzin wird fast nur im Privatverkehr eingesetzt. Beim Diesel aber ist das anders. «Diesel hat einen breiten Einsatzbereich in der Landwirtschaft, in der Bauwirtschaft und im Gütertransport. In manchen Ländern kommt er auch in der Stromproduktion zum Einsatz. Dass weniger Personenwagen mit Diesel fahren, fällt dabei nicht ins Gewicht», sagte Wölfli bereits im Frühling zu Blick.

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Zudem ist Diesel ein ähnliches Produkt wie Heizöl. Darum entwickeln sich die Preise für Diesel und Heizöl oft gleich. Und der Heizölpreis geht gerade durch die Decke: Am Freitag kosteten 100 Liter im Schnitt fast 160 Franken. Die Haushalte halten sich bei den Bestellungen stark zurück. Sie hoffen auf sinkende Preise. Nur: Das ist reine Spekulation. Und die Gefahr ist eben gross, dass sich die Energiepreise noch weiter verteuern.

Jetzt mischen auch die Huthi-Rebellen mit

So zeichnet sich beim Konflikt im Nahen Osten kein Ende ab – im Gegenteil. Er hat sich sogar ausgeweitet: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz übernimmt mehr und mehr die Kontrolle über das Rote Meer. Und auch über die Meerenge Bab al-Mandab. Dadurch ist nicht mehr nur der Öltransport durch die Strasse von Hormus, sondern auch jener durch das Rote Meer gefährdet. Gerade für Europa ist das eine schlechte Nachricht: 12 Prozent des globalen Seehandels – eben nicht nur des Öl- und Gashandels – passieren auf ihrem Weg von Asien zum Mittelmeer das «Tor der Tränen».

Das Problem für Autofahrer: Der anhaltende Iran-Krieg hält das Ölpreisniveau bereits das ganze Jahr über hoch. Nur im Sommer gab es eine kurze Verschnaufpause. Jetzt ziehen die Preise an der Tankstelle wieder an. Und die jüngsten Entwicklungen in Nahost verheissen nichts Gutes: «Klar ist, dass die anhaltenden Spannungen am Persischen Golf sowie die Angriffe auf Energieanlagen und Pipelines die Sorgen vor länger dauernden Lieferunterbrechungen vergrössern», so TCS-Experte Wölfli. Und weiter: «Wenn sich die Situation weiter verschlimmert, dürfte der Treibstoffpreis so lange steigen, bis alternative Transportwege funktionieren, andere Förderländer die Produktion einschränken oder die Nachfrage zurückgeht.»

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