Darum gehts
- Donald Trump verhängt ab 19. August einen Strafzoll von 50 Prozent auf kanadische Produkte
- Betroffen sind etwa Wein, Eishockeyschläger, Zement und Möbel
- Importe im Wert von jährlich rund 20 Milliarden Dollar im Visier
Donald Trump (80) verschärft den Handelsstreit mit dem Nachbarn Kanada: Am Montag verhängte der US-Präsident laut Angaben des Weissen Hauses einen neuen Strafzoll von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Produkte. Betroffen sind unter anderem Wein, Käse, Zement, Möbel, Kleidung – und das wohl kanadischste Produkt schlechthin: Eishockeyschläger.
In Kraft treten sollen die Zölle auf jährliche Importe im Wert von rund 20 Milliarden Dollar am 19. August. Als Begründung nannte Trump die «diskriminierende Behandlung» von amerikanischen Autos, Alkohol und Milchprodukten.
Kanada seit Trump-Rückkehr im Visier
Die neuen Zölle sind eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den zwei nordamerikanischen Nachbarn. Kaum wieder im Amt schoss Trump gegen Kanada. Bereits Anfang Februar 2025 wollte er Zölle von 25 Prozent auf kanadische und mexikanische Güter beschliessen. Unter anderem macht der US-Präsident die beiden Länder für die illegalen Migranten in den USA und die Drogenepidemie mit den Fentanyl-Süchtigen verantwortlich.
Seit der empfindlichen Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof, der die unter Berufung auf ein Notstandsgesetz verhängten Zölle gegen zahlreiche Länder einkassiert hat, will Trump neue Importabgaben auf Basis anderer Gesetze einführen. Für die neuen Strafzölle gegen Kanada beruft sich der US-Präsident auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1930. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Trump einen Rückzieher macht – und die Zölle dann doch nicht umsetzt.
Anfang Monat lehnte Trump eine Verlängerung des Handelsabkommens USMCA ab, das er während seiner ersten Amtszeit mit Kanada und Mexiko ausgehandelt hatte. Wird das Abkommen nicht verlängert, läuft es in zehn Jahren aus. Kanada und Mexiko drängen auf eine Verlängerung, doch insbesondere die Verhandlungen der USA mit der Regierung in Ottawa kommen nur schleppend voran.