Darum gehts
- Die französische Kleiderkette Kiabi plant 30 Filialen in der Schweiz
- Aktuell eröffnete Kiabi Standorte mit Billig-Mode in Freiburg und Neuenburg
- Kiabi erzielte 2025 weltweit 2,5 Milliarden Euro Umsatz an 640 Standorten
In der Schweiz macht sich gerade ein Mode-Riese aus Frankreich breit: Die Kleider-Kette Kiabi kündigte Ende 2025 an, je eine Filiale in Neuenburg und Freiburg aufzumachen. Kürzlich haben beide Kiabi-Standorte ihre Eröffnung gefeiert. Und jetzt bläst das Unternehmen mit Sitz in der nordfranzösischen Stadt Hem hierzulande zum Angriff: «Wir sehen ein Potenzial von rund 30 Filialen in der gesamten Schweiz», sagte Kiabi-Europachefin Agnès Nikitsky gegenüber CH Media.
Der Modehändler setzt auf Fast Fashion für die ganze Familie – zum Billig-Preis. Das Sommerkleid gibts für 23 Franken, die Männer können sich mit T-Shirts für 9 Franken eindecken. Das Zweierpack Kinder-Shorts kostet 12 Franken, das Dreierpack Bodys für Babys 10 Franken. Die Mode wechselt schnell, wie es die Kunden von anderen grossen Ketten wie Zara und H&M und dem Online-Händler Zalando gewohnt sind.
Schweiz ist Expansionsziel von Billigketten
Kiabi ist ein Gigant. 1978 von Patrick Mulliez (85) gegründet, betreibt das Mode-Unternehmen über 640 Standorte in mehr als 30 Ländern. Über 10'000 Mitarbeitende arbeiten auf der ganzen Welt für die Billig-Kleider-Kette. Die Firmengruppe erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.
Der Markteintritt von Kiabi ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Schweiz zum Expansionsziel internationaler Billigketten geworden ist. «Die Budgets vieler Menschen in der Schweiz sind ausgereizt», sagte Preisüberwacher Stefan Meierhans (57) im März zu Blick. «Die Reserven sind dünn geworden.» Darum vergleichen die Konsumentinnen und Konsumenten Preise und jagen Aktionen hinterher. Discounter reiben sich die Hände. Vor allem die Neuen im Markt.
Action – Billig-Ware aus den Niederlanden
Die niederländische Discountkette Action ist seit gut einem Jahr in der Schweiz – der Start erfolgte Anfang April 2025 in Bachenbülach ZH. Im Sortiment: Allzweckreiniger für 1.69 Franken, Colgate-Zahnpasta für 1.29 Franken, kabellose In-Ear-Kopfhörer für 4.99 Franken – und ganz viel Billig-Deko. Action ist mittlerweile mit zehn Filialen bereits in allen Sprachregionen der Schweiz vertreten. Gut 20 Personen pro Filiale beschäftigt das Unternehmen. Und das Wachstum soll weitergehen: «Wir haben fest vor, in diesem Jahr mindestens genauso viele Filialen zu eröffnen wie im letzten Jahr», sagte eine Action-Sprecherin zu Blick. Heisst: Mindestens 10 weitere Filialen kommen 2026 dazu.
Rossmann – Drogerie-Riese mit grossen Ambitionen
Rossmann mischt seit Dezember 2024 den Schweizer Drogeriemarkt auf. Damals eröffnete in Emmenbrücke LU der erste hiesige Laden. Der deutsche Riese ist günstiger als andere in der Schweiz, aber teurer als im deutschen Heimmarkt. Inzwischen betreibt Rossmann 13 Filialen in der Deutschschweiz. Und die Expansion schreitet schnell voran: In Solothurn, Bern, St. Gallen, Volketswil ZH, Spreitenbach AG, Visp VS und Kriens LU seien im laufenden Jahr neue Läden geplant. Das Ziel bleibt ambitioniert: 100 Filialen in den nächsten fünf Jahren.
Stokomani – Franzose mit Outlet-Strategie
Seit Ende 2023 ist ein anderer französischer Billig-Händler in der Schweiz präsent: Stokomani. Am 8. November 2023 eröffnete das 1961 gegründete Unternehmen in Conthey VS eine erste Schweizer Filiale. In der Heimat Frankreich gehört Stokomani zu den Grossen im Bereich «Off-Price-Stores». Das Prinzip ist ähnlich wie bei Outlet-Läden: Von Grosshändlern wird nicht verkaufte Mode, Hygiene und Schönheit, Dekoration, Haushaltswaren, Spielzeug und Saisonprodukte zum Niedrigpreis übernommen und in den eigenen Filialen zum Tiefpreis weiterverkauft. Aktuell hat das Unternehmen zwei Standorte in der Schweiz – die zweite Filiale befindet sich in Aigle VD.