Ausländische Billig-Ketten überrollen Schweiz
Keiner eröffnet so schnell und viele Läden wie Action und Rossmann

Discounter sind in der Schweiz derzeit hoch im Kurs. Allen voran der Newcomer Action, der demnächst seine 10. Schweizer Filiale in Kreuzlingen TG eröffnet, wie Blick erfahren hat. Die Niederländer wollen hierzulande Gas geben, wie auch die deutsche Rossmann-Kette.
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Bachenbülach ZH, 5. April 2025: Erste Action-Filiale eröffnet in der Schweiz.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Discounter wie Action und Rossmann expandieren rasant in der Schweiz
  • Action plant mindestens 10 neue Filialen im Jahr 2026
  • Rossmann will in fünf Jahren 100 Standorte erreichen
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

«Der Preis ist heiss.» Das klingt abgedroschen, ist im Schweizer Detailhandel aber ein Fakt. Kein Unternehmen, das nicht eine Tiefpreislinie auf- oder ausbaut. Die Konsumentinnen und Konsumenten vergleichen Preise, jagen Aktionen, legen mehr Eigenmarken in den Einkaufskorb – und wechseln den Händler für ein besseres Angebot. «Die Budgets vieler Menschen in der Schweiz sind ausgereizt», sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans (57). «Die Reserven sind dünn geworden.» Bei solchen Worten reiben sich die Discounter die Hände. Vor allem die Newcomer im Markt.

Die Newcomer

Action ist der jüngste Discounter in der Schweiz. Im Sortiment: Allzweckreiniger für 1.69 Franken, Colgate-Zahnpasta für 1.29 Franken, kabellose In-Ear-Kopfhörer für 4.99 Franken – und ganz viel Billig-Deko. Die niederländische Discountkette feiert am Gründonnerstag, 2. April, mit der Eröffnung einer Filiale im Ziil-Center in Kreuzlingen TG ihr Einjähriges, bestätigt Action gegenüber Blick. Innerhalb von 12 Monaten ist der Discounter mit heute 10 Filialen bereits in allen Sprachregionen der Schweiz vertreten. Gut 20 Personen pro Filiale beschäftigt das Unternehmen. Action-Generaldirektorin Hajir Hajji (45) drückt aufs Gas. Die Personalsuche läuft für anstehende Eröffnungen im Wallis (Region Uvrier) und im Kanton Zürich (Affoltern am Albis, Wetzikon, Wallisellen). «Wir haben fest vor, in diesem Jahr mindestens genauso viele Filialen zu eröffnen wie im letzten Jahr», sagt eine Action-Sprecherin zu Blick. Will heissen: Mindestens 10 weitere Filialen sind im zweiten Jahr in der Schweiz geplant.

Rossmann belebt seit etwas mehr als einem Jahr den Schweizer Drogeriemarkt. Der deutsche Riese ist günstiger als andere in der Schweiz, aber teurer als im deutschen Heimmarkt. Inzwischen betreibt Rossmann 12 Filialen in der Deutschschweiz. Für eine dreizehnte und zweite Filiale in Winterthur ZH läuft die Personalsuche, bestätigt ein Rossmann-Sprecher. Geplante Eröffnung: Ende April. Auch in Solothurn, Bern, St. Gallen, Volketswil ZH, Spreitenbach AG, Visp VS und Kriens LU seien im laufenden Jahr neue Filialen geplant. Das Ziel bleibt ambitioniert: 100 Filialen in den nächsten fünf Jahren.

Die Etablierten

Es gibt wohl kaum mehr jemanden, der nicht schon mal bei Aldi und Lidl in den Laden geschaut hat. Die deutschen Lebensmitteldiscounter haben sich in der Schweiz etabliert. Auch Denner gehört zu den Etablierten, wobei die Migros-Tochter kein «importierter» Discounter ist. Mit Ausnahme von Aldi (244 Filialen) wollen Lidl und Denner kräftig weiter expandieren. Letzterer peilt mittelfristig 1000 Standorte an, derzeit sind es über 870. Auch Lidl will jährlich rund ein Dutzend neue Filialen eröffnen. Mittelfristiges Lidl-Ziel: 300 Filialen. Derzeit sind es 195 Discount-Supermärkte.

Zu den etablierten Discountern zählt auch die Drogeriekette Müller. Die Deutschen sind seit 21 Jahren in der Schweiz, betreiben hierzulande knapp 100 Filialen. Müller liegt preislich insgesamt im Mittelfeld: günstiger als Coop, meist etwas teurer als Rossmann. Über die Expansionsziele schweigt man sich gerne aus.

Nicht zu vergessen: Chicorée. Der Mode-Discounter ist mit über 40 Jahren am Markt ein Schweizer Branchen-Urgestein. Der Fast-Fashion-Verkäufer betreibt 185 Filialen (per Ende 2025) in allen Teilen der Schweiz. Expandiert wird nur noch selektiv. Bestätigt sind fünf neue Standorte, darunter eine Filiale im Kanton Aargau sowie jeweils zwei neue Geschäfte in den Kantonen Tessin und Basel-Landschaft. Sie kommen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres hinzu.

Die Unscheinbaren

Takko Fashion ist bereits seit 2007 in der Schweiz. Im Gegensatz zu den etablierten Discountern fliegt der deutsche Mode-Discounter unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit. Einst gab es über 30 Filialen hierzulande. Nach Schliessungen in den letzten Jahren betreibt der Discounter noch rund ein Dutzend Filialen in der Deutschschweiz.

Radikal gehört zur Otto's-Gruppe und verkauft Waren aus Konkursen und Überproduktionen. Die Handvoll Filialen finden sich in der Deutschschweiz und der Romandie. Eine Expansion dieser Läden ist nicht geplant.

Maxi Bazar hat kürzlich die Läden von Gifi übernommen. Der französische Discounter kommt heute gemäss Firmenwebsite auf 45 Geschäfte in der Schweiz, die meisten Standorte befinden sich in der Romandie. Im Angebot: Kleinmöbel, Pflegeprodukte, Kunstblumen, Geschirr oder Wandspiegel. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen mit Rückrufen und Ladenschliessungen. Hinweise auf eine Expansion: Fehlanzeige.

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