1,3 Mio für 106 Quadratmeter
Boom der Luxus-Lofts erreicht jetzt Winterthur

Eine Wohnung mit nur einem Zimmer, die für 1,3 Millionen Franken zu haben ist? Solche Preise kennt man bisher vor allem aus Zürich. Warum boomt der Markt für kleine Wohnungen so sehr?
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Im Winterthurer Haldengut-Areal ist eine Wohnung für 1,3 Millionen Franken ausgeschrieben.
Foto: Ginesta Immobilien AG

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eine Wohnung in Winterthur kostet 1,3 Millionen Franken und hat 106 Quadratmeter
  • Die Wohnung hat nur einen Raum, der Wohnen, Essen und Arbeiten kombiniert
  • In Neubauten mit zehn Etagen sind 70 Prozent Ein- bis Dreizimmerwohnungen
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Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Mit diesem Slogan «Ende gut, Haldengut» bewarb die Winterthurer Brauerei Haldengut in den 1960er-Jahren ihr Bier. Seither ist viel passiert. Die Brauerei wurde verkauft, die Produktion nach Chur ausgelagert – und das alte Fabrikgelände zum Wohnquartier gemacht. Eine «Loftwohnung mit Industriecharme» steht dort nun zum Verkauf. Mit einem Preisschild, das man bisher so nur aus Downtown Zürich kannte.

Der alte Industriestandort verbinde dabei industrielle Architektur und urbane Identität. Und weiter heisst es im Inserat: «Wohnen, Essen und Arbeiten gehen fliessend ineinander über». Das bedeutet, die Wohnung hat nur einen einzigen Raum. Immerhin: Der Raum verfügt über 106 Quadratmeter Wohnfläche, Gartensitzplatz und Tiefgaragenplatz. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Franken. Wer zahlt so viel für eine 1-Zimmer-Wohnung?

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Wohnung für reiche Singles

Der Trend zur Individualisierung schenkt auch auf dem Wohnimmobilien-Markt ein. «Immer mehr Menschen wohnen lieber alleine, weil sie ihre Privatsphäre schätzen», erklärt Gabriela Debrunner (35), Professorin für Raumplanung und Wohnen an der Universität Lausanne, vor Kurzem im Blick. Konkret bedeutet das, dass in den grossen Städten fast jeder zweite Haushalt aus nur einer Person besteht.

Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den Neubauten. Gerade in den grossen Städten wie Zürich haben diese einen grossen Anteil an 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen. Ein Beispiel ist das Sphinx in Zürich-Wiedikon. Im 2025 fertiggestellten Hochhaus gibt es ausschliesslich 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen. Diese kosten 2500 bis 3300 Franken Miete pro Monat. Das spricht vor allem gut verdienende Singles und kinderlose Paare an.

Loft statt Familienwohnung

Eigentlich ist der Bau von Hochhäusern wie dem Sphinx ein Mittel, um auf begrenztem Raum verdichtet zu bauen. Eine neue Immobilienstudie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigt aber, dass der neu geschaffene Wohnraum ineffizient genutzt wird. Statt effektiv zu verdichten und beispielsweise Familienwohnungen zu schaffen, werden häufig mehrere kleine Wohnungen gebaut. Denn diese bringen in der Summe mehr Profit. Eine Verdichtung für Reiche.

Das Problem dabei: Kleinere Haushalte brauchen verhältnismässig viel Platz. Es zeigt sich, dass je weniger Personen in einer Wohnung wohnen, desto grösser ist der durchschnittliche Wohnraum pro Kopf. Und Hochhäuser haben besonders viele kleine Wohnungen. Laut der ZKB-Studie liegt der Anteil von 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen in Gebäuden mit mindestens zehn Etagen bei 70 Prozent. Diese haben dafür überdurchschnittlich grosse Zimmer. 

Offenbar ist diese Entwicklung auf Winterthur übergeschwappt. Ein Millionenpreis für ein einziges grosses Zimmer. Zielgruppe: Singles mit dickem Portemonnaie.

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