Darum gehts
- Christoph Mäder fordert im SonntagsBlick mehr Hochhäuser in der Schweiz
- Zürich: Bereits über 15'500 Wohnungen in Hochhäusern, Zahl wächst
- Oft Kleinwohnungen für wohlhabende Singles
Es braucht mehr Hochhäuser im Land! Das fordert Economiesuisse-Präsident Christoph Mäder (66) im SonntagsBlick. Hochhäuser seien eine effiziente Form des Bauens und Wohnens. «Warum sollte es in Zürich nicht mehr Hochhäuser geben?», fragt Mäder laut.
Vorbei die Zeiten, in denen Hochhäuser als städtebauliche Fremdkörper abgetan wurden. Das Hochhaus ist wieder da – und diesmal kommt es im Luxusgewand. Waren Hochhäuser in den 1960er- bis 1970er-Jahren noch eine Art bauliches Notprogramm, stehen Wolkenkratzer heute für Panoramasicht und hohe Quadratmeterpreise.
Besonders in Zürich erleben die Wohntürme aktuell einen regelrechten Boom. Nicht nur in den Quartieren Altstetten, Seebach und Escher-Wyss schiessen die Bauten in die Höhe – auch die Nachbargemeinden wie Dübendorf oder Regensdorf setzen auf Wolkenkratzer. Auch in den Städten Genf, Lausanne, Bern und Basel ragt die Skyline zunehmend in die Höhe.
Verdichtung für Reiche
Laut am Dienstag veröffentlichten neuen Zahlen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sparen Wolkenkratzer zwar Land. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Sobald sie höher als sieben Stockwerke sind, beanspruchen ihre Bewohnerinnen und Bewohner im Durchschnitt mehr Wohnfläche pro Kopf. Laut der ZKB steigt mit der Anzahl Etagen auch der Anteil an Kleinwohnungen mit ein bis drei Zimmern. Solche Wohnungen eignen sich in erster Linie für wohlhabende Singles und kinderlose Paare.
Laut der Kantonalbank befinden sich in der Stadt Zürich aktuell bereits über 15'500 Wohnungen in Hochhäusern. In Genf sind es 13'770, in Bern 6800. Und es kommen laufend mehr dazu. Denn es befinden sich mehrere grosse Hochhausprojekte im Bau oder in Planung, was auch zu Einsprachen führt. Das sind die zehn höchsten Zürcher Wohntürme der Zukunft:
Ensemble
Ein genossenschaftliches Grossprojekt im Industriequartier, rund ums neue Fussballstadion. Es kombiniert das Stadion mit zwei 137 Meter hohen Hochhäusern mit 770 Mietwohnungen – 174 davon Genossenschaftswohnungen. Allerdings ist das Projekt im Moment auf Eis gelegt: Ein Rekurs gegen das Zürcher Stadionprojekt liegt derzeit beim Bundesgericht.
Genossenschaftstower Koch-Quartier
Das Ersatzneubauprojekt in Altstetten ist ein Teil mehrerer Genossenschaftsprojekte im Quartier. Das Haus soll 85 Meter in die Höhe ragen. Es entstehen 204 Genossenschaftswohnungen. Der Wohnturm ist bereits im Bau und soll 2027 bezogen werden.
Letzigartenturm
Der Letzigartenturm ersetzt zweistöckige Wohnhäuser aus den 70er- und 80er-Jahren. Das 60-Meter-Hochhaus in Altstetten befindet sich in Planung, 376 Mietwohnungen sollen darin entstehen. Der Erstbezug ist voraussichtlich im Jahr 2028.
Maaglive
Auf dem Maag-Areal im Escher-Wyss-Quartier entsteht unter anderem ein 50 Meter hoher Wohnturm mit 100 Mietwohnungen. 80 hochstämmige Bäume und Grünflächen sollen das Mikroklima verbessern. Die Wohnungen sollen 2030 bezogen werden können. Der Baustart erfolgt 2028.
Hochhaus Hohlstrasse
In diesem 40 Meter hohen Hochhaus sind überwiegend Kleinwohnungen geplant. Es befindet sich an der Hohlstrasse 190/192 bei der Hardbrücke. Die insgesamt 166 Mietwohnungen sollen 2030 bezugsbereit sein.
Hochhaus Bahnhof Oerlikon
Auf einem ehemaligen Industrieareal und Parkhaus beim Bahnhof Oerlikon ist eine Überbauung inklusive eines 77-Meter-Wohnhauses geplant. Auf dem gesamten Areal entstehen 500 Mietwohnungen und Geschäftsflächen. Baubeginn für das Grossprojekt: frühestens in drei Jahren.
Quadro Towers
Schrittweise Umsetzung: Vier Hochhäuser auf dem gesamten Areal. Lage: Oerlikon. Nutzung: Mietwohnungen (GFW, Mietwohnungen) und Geschäftsflächen. Status: Planung, Umbau bis 2030.
Hochhaus Thurgauerstrasse
Die ehemaligen Bürotürme der Credit Suisse in Oerlikon sollen in den Etagen 7 bis 25 zu Wohnraum umgenutzt werden. Die Hochhäuser sind 88 und 73 Meter hoch. Geplant sind 260 Mikroapartments. Der Umbau dauert bis 2028.
Ried Tower
Der Ried Tower entsteht im ehemaligen Gewerbegebiet Leutschenbach. Er wird 80 Meter in den Himmel ragen und 224 Mietwohnungen beinhalten. Das Hochhaus befindet sich bereits im Bau. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen noch dieses Jahr einziehen.
Hochhaus Top 12
Der 60-Meter-Wohnturm soll eine bestehende Genossenschaftssiedlung auf dem Dreispitz-Areal in Schwamendingen ersetzen. Es entstehen 80 Mietwohnungen, Gästezimmer und Co-Working-Spaces. Das geplante Projekt soll frühestens 2028 fertiggestellt sein.