Schweizer Athleten direkt betroffen
Wie Russlands Rückkehr an der Turn-EM alles verändert

Nach Team-Silber an der letzten EM und der WM-Bronze von Noe Seifert ist die Schweiz erneut auf Medaillenkurs. Doch mit Russland ist eine Turnnation zurück, die den Kampf um die Podestplätze deutlich verändert.
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Noe Seifert will auch diesmal um eine Medaille kämpfen.
Foto: imago/Grubisic

Darum gehts

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Joël HahnRedaktor Sport

Vor einem Jahr sorgten die Schweizer Kunstturner an der EM für eine Überraschung und gewannen Team-Silber. Wenige Monate später holte Noe Seifert an der WM in Jakarta zudem sensationell Bronze im Mehrkampf.

In Zagreb sind die Voraussetzungen nun deutlich schwieriger. Denn Russland ist zurück und damit eine Turnnation, die sofort wieder an der europäischen Spitze mitmischt.

Warum Russland wieder dabei ist

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden Turnerinnen und Turner aus Russland und Belarus im Frühjahr 2022 von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Später durften einzelne Athleten unter bestimmten Bedingungen als neutrale Sportler antreten.

Im Mai dieses Jahres änderte sich die Situation grundlegend. Der Weltverband FIG hob mit sofortiger Wirkung sämtliche seit 2022 geltenden Einschränkungen für russische und belarussische Athleten auf, wie er am 18. Mai 2026 offiziell mitteilte. Auch der europäische Turnverband hob die Sanktionen auf und folgte damit dem Weltverband. Damit dürfen die Turner wieder an europäischen Wettkämpfen teilnehmen.

In Zagreb sorgte die Rückkehr zunächst trotzdem für Chaos. Wegen Problemen mit den Visa traf die russische Delegation erst kurzfristig in Kroatien ein. Die Turner starten an der EM unter dem Namen «World Gymnastics 2». Auch Flagge und Hymne kommen in Zagreb noch nicht zum Einsatz.

Sportlich war die verspätete Anreise allerdings kaum zu spüren. Russland gewann die Team-Qualifikation mit 250,662 Punkten. Die Schweiz kam mit 243,700 Punkten auf Rang zwei.

«Gold und Silber sind nicht realistisch»

Für die Schweiz ist damit klar, dass die Ausgangslage anders ist als vor einem Jahr. «Gold und Silber sind normalerweise nicht realistisch», sagt Nationaltrainer Claudio Capelli im Gespräch mit Blick. Russland und Grossbritannien dürften die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. «Die anderen Mannschaften werden alle um die Bronzemedaille kämpfen.»

Wie stark die russische Rückkehr ins Gewicht fällt, zeigte sich bereits im Mehrkampf. Noe Seifert (27) wurde am Mittwoch Vierter. 81,198 Punkte sammelte der Schweizer, 0,701 fehlten ihm auf Bronze. Vor ihm klassierten sich der neue Europameister Illja Kowtun (23) sowie die beiden Russen Arsenii Dukhno (18) und Daniel Marinow (21).

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