Darum gehts
- Noe Seifert ist bei der EM in Zagreb die grosse Schweizer Hoffnung
- Er gewann 2025 die erste Schweizer Mehrkampf-WM-Medaille seit 75 Jahren
- Mit 14 verliess er sein Elternhaus, lebt nun in Grenchen SO
Wer vor der Turn-EM in Zagreb einen Athleten erwartet, der nach seinem historischen Erfolg vom letzten Jahr mit breiter Brust auftritt, irrt. Noe Seifert (27), der mit WM-Mehrkampf-Bronze Schweizer Turngeschichte schrieb, bleibt vor der Abreise nach Kroatien bescheiden. «Ich weiss, wo ich Chancen habe. Wenn ich meine Übungen gut zeigen kann, liegen Medaillenchancen drin. Aber im Kunstturnen kann alles passieren», sagt der Team-Vize-Europameister beim offenen Training in Biel BE gegenüber Blick.
Im neuen EM-Format entscheidet bereits die Qualifikation über Teamwertung und Mehrkampf. «Unser Ziel ist, einen wirklich guten Qualifikationswettkampf zu zeigen. Dort wird praktisch alles entschieden.»
Donnerstag, 13. August
Frauen-Qualifikation
Entscheidung um die Mehrkampf-Medaillen
Qualifikation für den Teamfinal und die Gerätefinals
Samstag, 15. August
Gerätefinals Frauen
(ab 14.50 Uhr live auf SRF)
Sonntag, 16. August
Teamfinal Frauen
Mittwoch, 19. August
Männer-Qualifikation
Entscheidung um die Mehrkampf-Medaillen
Qualifikation für den Teamfinal und die Gerätefinals
(ab 19.35 Uhr live auf SRF)
Freitag, 21. August
Gerätefinals (Boden, Pauschenpferd, Ringe)
Samstag, 22. August
Gerätefinals (Sprung, Barren, Reck)
(ab 16.20 Uhr live auf SRF)
Sonntag, 23. August
Teamfinal Männer
Schweizer Fokus: Die Frauen starten ab dem 13. August, die Schweizer Männer greifen am 19. August erstmals ins Geschehen ein.
Donnerstag, 13. August
Frauen-Qualifikation
Entscheidung um die Mehrkampf-Medaillen
Qualifikation für den Teamfinal und die Gerätefinals
Samstag, 15. August
Gerätefinals Frauen
(ab 14.50 Uhr live auf SRF)
Sonntag, 16. August
Teamfinal Frauen
Mittwoch, 19. August
Männer-Qualifikation
Entscheidung um die Mehrkampf-Medaillen
Qualifikation für den Teamfinal und die Gerätefinals
(ab 19.35 Uhr live auf SRF)
Freitag, 21. August
Gerätefinals (Boden, Pauschenpferd, Ringe)
Samstag, 22. August
Gerätefinals (Sprung, Barren, Reck)
(ab 16.20 Uhr live auf SRF)
Sonntag, 23. August
Teamfinal Männer
Schweizer Fokus: Die Frauen starten ab dem 13. August, die Schweizer Männer greifen am 19. August erstmals ins Geschehen ein.
Der schwierige Weg an die Spitze
Der Weg des Aargauers verlief nicht geradlinig. Bereits mit 14 Jahren verliess er sein Elternhaus und zog für seine Turnkarriere in eine Gastfamilie. «Am Anfang war das schon nicht einfach. Man sieht die Eltern nur am Wochenende, hat eine neue Schule und ein neues Umfeld», erinnert sich Seifert. Erst mit der Zeit habe sich alles eingependelt. «Im Nachhinein war es sicher der richtige Schritt.»
Auch Schicksalsschläge blieben ihm nicht erspart. Eine Trainerin aus seiner Juniorenzeit, bei der er unter anderem Choreografie trainierte, verstarb später überraschend. «Das hat mich damals schon mitgenommen», sagt Seifert. Gleichzeitig ordnet er ein: Da er zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr bei ihr trainierte, habe sich für ihn sportlich wenig verändert.
Das Thema mentale Gesundheit hat im Kunstturnen spätestens seit den Fällen rund um Missstände im Spitzensport an Bedeutung gewonnen. Der Verband stellt den Athletinnen und Athleten heute psychologische Unterstützung zur Verfügung. Seifert selbst musste dieses Angebot bisher nie nutzen. «Ich hatte im mentalen Bereich nie Probleme. Mit der Erfahrung ist der Umgang mit dem Druck einfacher geworden.»
Männer
Noe Seifert (Kutu Satus ORO Oftringen)
Matteo Giubellini (STV Eien-Kleindöttingen)
Florian Langenegger (STV Schlossrued)
Mattia Piffaretti (SFG Chiasso)
Luca Murabito (Kutu Satus ORO)
Dominic Tamsel (TV Wädenswil)
Ersatz
Ian Raubal (STV Opfikon-Glattbrugg)
Frauen
Lena Bickel (SFG Morbio Inferiore)
Daria Hartmann (TV Lenzburg)
Anastassia Pascu (FSG Bienne Romande)
Martina Eisenegger (TV Rüti)
Anny Wu (Kutu Obersiggenthal)
Ersatz
Kiara Raffin (Kutu Zürich Oerlikon)
Shilo Nkou Mbida (Kutu Fricktal)
Männer
Noe Seifert (Kutu Satus ORO Oftringen)
Matteo Giubellini (STV Eien-Kleindöttingen)
Florian Langenegger (STV Schlossrued)
Mattia Piffaretti (SFG Chiasso)
Luca Murabito (Kutu Satus ORO)
Dominic Tamsel (TV Wädenswil)
Ersatz
Ian Raubal (STV Opfikon-Glattbrugg)
Frauen
Lena Bickel (SFG Morbio Inferiore)
Daria Hartmann (TV Lenzburg)
Anastassia Pascu (FSG Bienne Romande)
Martina Eisenegger (TV Rüti)
Anny Wu (Kutu Obersiggenthal)
Ersatz
Kiara Raffin (Kutu Zürich Oerlikon)
Shilo Nkou Mbida (Kutu Fricktal)
Privat ist Ruhe eingekehrt
Den Ausgleich findet Seifert längst auch ausserhalb der Turnhalle. Seit April lebt er mit seiner Freundin Larissa Thalmann (26) in Grenchen SO zusammen. Neben dem 30-Prozent-Pensum beim Bundesamt für Sport entspannt er beim Dart, mit Videospielen wie «Rocket League» oder beim Lego-Bauen. «Das hilft mir, abzuschalten.»
Der historische WM-Coup hat ihn dabei kaum verändert. «Den grössten Druck machen wir uns selbst.» Die Aufmerksamkeit nach der Bronzemedaille sei ohnehin rasch wieder abgeflacht. «Zwei, drei Wochen später war eigentlich wieder alles back to normal.»
Auch sportlich stimmt ihn die Vorbereitung optimistisch. Beim Testwettkampf in Finnland überzeugten die Schweizer Männer als Team. Delegationschef David Huser (39) sagt: «Wir wollen bestätigen, dass die Schweiz zu den Topnationen gehört. Das Potenzial ist vorhanden. Jetzt gilt es, die Chancen zu nutzen.» Nach Team-Silber an der letzten EM soll in Zagreb das nächste Ausrufezeichen folgen.