Darum gehts
- Um Vincent Kriechmayr werden Rücktrittsgerüchte laut
- Der Österreicher äussert sich nach seinem Abfahrtssieg in Courchevel dazu
- Vor der Saison war er sich sicher, dass er aufhört, nun ist die Entscheidung noch nicht gefallen
Vincent Kriechmayr (34) ist der unangefochtene Leader in Österreichs Speed-Team. Das beweist er in diesem Winter gleich doppelt. Mitte Januar beschert er seiner Nation nach 700 Tagen oder elf Weltcup-Abfahrten ohne Top-3-Klassierung wieder einmal ein Podest in der Königsdisziplin. Er wird am Lauberhorn Zweiter.
Zwei Monate später sorgt Kriechmayr dafür, dass der in Garmisch-Partenkirchen (De) aufgestellte Negativ-Rekord von 23 sieglosen Weltcup-Abfahrten hintereinander nicht weiter ausgebaut wird. Er triumphiert in Courchevel (Fr).
Vor diesem Rennen werden Rücktrittsgerüchte um den Doppelweltmeister von 2021 laut. «Im Herbst habe ich geglaubt, dass Vinc noch länger Skirennen bestreiten wird», sagt Beat Feuz (39) zu Blick. Er kennt den Österreicher aus der gemeinsamen Zeit bei Head-Ski sehr gut. «Aber mittlerweile wäre ich nicht mehr überrascht, wenn er nach dieser Saison den Rücktritt bekanntgeben würde.»
Entscheid hängt von gewissen Dingen ab
Tatsächlich hat Kriechmayr selber schon vor dieser Saison angedeutet, dass es seine Letzte sein könnte. «Die Tendenz ist dahingehend», meinte er im Sommer. Das bestätigt er auch nach seinem Courchevel-Sieg noch einmal. «Vor der Saison war ich mir sicher, dass ich nach dem Jahr den Hut drauf haue», sagt Kriechmayr gegenüber österreichischen Medien. Inzwischen ist er sich diesbezüglich nicht mehr so sicher.
«Ich habe für mich noch keine Entscheidung getroffen», gibt er zu. Und betont, dass ihm das Skifahren aktuell sehr viel Spass macht. Sein zehnter Abfahrtssieg, der gleichzeitig sein 20. Weltcup-Triumph ist, werde seine Entscheidung allerdings nicht beeinflussen. Abhängig macht er diese von gewissen Dingen. Als er darauf angesprochen wird, ob diese Dinge privater Natur seien, verneint Kriechmayr. Weitere Details verrät er allerdings nicht. Er will jetzt einfach den Moment geniessen.
Nach dem Abfahrtssieg hätte er wohl gerne 24 Stunden später im Super-G nachgedoppelt. Doch das Rennen am Samstag fällt dem schlechten Wetter zum Opfer. Aus drei ausstehenden Super-G werden so noch zwei. Und die Aufgabe für Kriechmayr, Marco Odermatt (28) allenfalls doch noch die kleine Kugel abzujagen, noch schwieriger. Er hat 158 Punkte Rückstand. Und hat sich schon am Freitag nicht mehr viel ausgerechnet. «Ich habe zu viele Super-G heuer verschenkt.»