Nach 700 erfolglosen Tagen
Kriechmayr erlöst in Wengen die Österreicher

Hinter dem überlegenen Sieger Marco Odermatt fährt Vincent Kriechmayr aufs Lauberhorn-Podest. Damit beendet er eine lange österreichische Durststrecke.
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Vincent Kriechmayr gönnt sich in Wengen einen verdienten Schluck Champagner.
Foto: AFP
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Mit Marco Odermatt (28) kann am Lauberhorn keiner mithalten. Überlegen gewinnt er die verkürzte Abfahrt. Und macht sich mit dem vierten Triumph zum Rekordsieger. Dafür gibts auch von der Konkurrenz Lob. «Er war unglaublich. Grosses Kompliment», sagt Vincent Kriechmayr (34) ins SRF-Mikrofon.

Auch der amtierende Vize-Weltmeister büsst acht Zehntel auf den vierfachen Gesamtweltcupsieger ein. Und ist trotzdem zufrieden. Kriechmayr wird Zweiter. Und erlöst eine ganze Nation. Denn die Österreicher sind seit fast zwei Jahren oder elf Rennen im Weltcup nicht mehr aufs Abfahrtspodest gefahren. Am 17. Februar 2024 war es Kriechmayr, der als letzter in Kvitfjell (No) Zweiter wurde. Auch damals stand ihm mit Niels Hintermann (30) ein Schweizer vor der Sonne.

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«Natürlich war es bitter, dass wir die letzten zwei Jahre so hintennachgegurkt sind», sagt er gegenüber österreichischen Medien über die 700 podestlosen Tage. «Aber ich habe mir darüber nicht immer den Kopf zerbrochen.» Das Lauberhorn liegt Kriechmayr. Auch wenn er letztes Jahr im Ziel-S heftig gestürzt ist. 2019 und 2022 hat er die Abfahrt gewonnen.

Eine Negativ-Serie geht weiter

Nach dem erlösenden Podestplatz bleibt eine Negativ-Serie der Österreicher dennoch weiter bestehen. Denn nun warten sie schon seit 20 Rennen auf einen Abfahrtssieg. Der letzte Sieger? Kriechmayr beim Weltcupfinal 2023 in Soldeu (And). Zum Vergleich: Seither gab es 13-mal Platz 1 für die Schweiz.

Dem Triumph in Wengen BE trauert Kriechmayr nicht hinterher, bezeichnet seine Fahrt als eine der besten in diesem Winter. «Ich bin acht Zehntel hinten – das würde ich niemals finden.» Um einen solchen Nackenschlag zu verdauen, braucht er nicht lange. «Den bin ich ja gewohnt von Odermatt», meint Kriechmayr lachend. «Es ist keine Schande, hinter ihm Zweiter zu werden.»

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