Ski-Legende analysiert Kugel-Krimi bei den Frauen
«Shiffrin ist ein bisschen nervös»

Emma Aicher überrascht die Ski-Welt: Nach einem sensationellen Aufholrennen hat sie vor dem Weltcupfinale in Hafjell nur 45 Punkte Rückstand auf Mikaela Shiffrin. Wer holt die grosse Kristallkugel?
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Emma Aicher (l.) oder Mikaela Shiffrin (r.): Wer gewinnt den Gesamtweltcup? Die Deutsche hat 45 Punkte Rückstand.
Foto: IMAGO/TT

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mikaela Shiffrin und Emma Aicher kämpfen um die grosse Kristallkugel
  • Aicher liegt nur 45 Punkte hinter Shiffrin, trotz 470 Punkten Rückstand im Januar
  • Shiffrin gewann 8 von 9 Slaloms, Entscheidung fällt in Hafjell, Norwegen
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Mathias GermannReporter Sport

Noch zwei Rennen, dann endet die Weltcupsaison. Viele Ski-Profis spüren schon den Frühling. Emma Aicher (22, De) und Mikaela Shiffrin (31, USA) nicht. Sie müssen liefern – und wollen es. Beide kämpfen um die begehrteste Trophäe im Skisport: die grosse Kristallkugel. Wer holt sie?

Ein Slalom und ein Riesenslalom stehen noch aus. Aicher liegt im Gesamtweltcup 45 Punkte zurück. «Das ist eine Aufgabe für Emma», sagt Ski-Fürst Marco Büchel (54). Heisst: Shiffrin hat den Vorteil. «Mikaela hat sieben von zehn Fingern an der Kugel.» Sie muss patzen, damit Aicher vorbeizieht.

Passiert das im Slalom? Die Statistik spricht dagegen. Shiffrin gewann acht von neun Weltcup-Slaloms. Nur Camille Rast (26) schlug sie in Kranjska Gora (Sln). Dazu kommt Olympia-Gold. «Auf dem Papier hat Mikaela die Kugel fast sicher. Aber Nervosität ist ein schlechter Begleiter», sagt Büchel.

Nervosität bei der 109-fachen Weltcupsiegerin? Der ZDF-Ski-Experte erklärt: «Mikaela ist ein bisschen nervös. Zumindest spüre ich das bei ihrem Team. Man will den Gesamtweltcup unbedingt gewinnen.» Aicher sei dagegen völlig entspannt. «Sie will die grosse Kristallkugel holen, muss es aber nicht. Emma ist entspannt. Wenn es gelingt, schön. Wenn nicht, ist sie auch happy. Ich denke, dass sie cooler in diesen Showdown hineingeht.»

Im Januar hatte Aicher noch 470 Punkte Rückstand

Die Entscheidung fällt beim Weltcupfinal in Hafjell (No). Zuletzt sammelte Aicher in Kvitfjell (No) mit Rang 5 in der Abfahrt und Rang 4 im Super-G 95 Punkte. Solide, aber nicht überragend. Shiffrin startete im Super-G und verpasste die Punkte klar – Platz 22 von 24 Fahrerinnen im Ziel.

Fakt bleibt: Kaum ein Experte hätte erwartet, dass Aicher zwei Rennen vor Schluss nur 45 Punkte zurückliegt. Mitte Januar betrug ihr Rückstand noch 470 Zähler. «Ich würde mich riesig freuen, wenn Emma das schafft», sagte Maria Riesch kürzlich zu Blick.

Sie war 2011 die letzte Deutsche, die den Ski-Thron bestieg. Die 41-Jährige hätte nur allzu gerne eine Nachfolgerin: «Der Gesamtweltcup ist das Nonplusultra. Sollte ihr dieses Kunststück gelingen, würde das in Deutschland Aufmerksamkeit generieren, junge Menschen inspierieren und einen enormen Schub geben.»

Büchel hat nur einen Wunsch

Noch ist es nicht so weit. «Mikaela ist eigentlich in beiden Disziplinen stärker», sagt Büchel. «Auch wenn Emma vor allem im Slalom gut fährt.»

Doch im Finale zählen die Nerven mehr als sonst. Der Kitzbühel-Super-G-Sieger des Jahres 2008 hat einen Wunsch: «Die Entscheidung soll erst im letzten Rennen fallen. Das wäre maximal spannend.»

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