Foto: Sven Thomann

Mama Daniela erzählt
Warum dieses Chindsgi-Foti so gut zu Holdener passt

Aufgeben? War für Wendy Holdener schon als Kind ein Fremdwort. Mutter Daniela erlebte das hautnah. Diese Qualität half dem Slalom-Ass auch nach Olympia.
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Mathias GermannReporter Sport

Das Bild ist etwa 27 Jahre alt. Wendy Holdener (32), als kleines Mädchen im Kindergarten, mit einem blauen Auge. «Was passiert ist, weiss ich auch nicht mehr», sagt ihre Mutter Daniela schmunzelnd. Dass Wendy trotz der Verletzung lächelt, sei typisch. «Wendy hat in ihrem Leben und in ihrer Karriere immer wieder Rückschläge erlebt, die Freude aber kam immer wieder zurück.»

Wendy Holdener als kleines Mädchen mit einem blauen Auge. Warum sie es hatte? Mutter Daniela weiss es nicht mehr.
Foto: zVg

Verletzungen, der Tod ihres Bruders Kevin, sportliche Rückschläge. Dazwischen immer wieder Höhepunkte: Siege, Medaillen, privates Glück. Holdener hat in den 16 Jahren, in denen sie im Weltcup fährt, viel durchgemacht.

Was sie weiss ist, dass Holdener schon immer eine grosse Kämpferin war. Klagen war für sie schon früher beinahe ein Fremdwort.
Foto: Sven Thomann|Blicksport

Zuletzt musste die 32-Jährige eine bittere Enttäuschung verdauen. Rang vier im Olympia-Slalom. «Der schlimmste Platz überhaupt. Das tut weh», sagte sie mit Tränen in den Augen. Monatelang hatte sie auf das Rennen hingearbeitet. Das Ziel: Gold. Sie verpasste es. «Aber ich werde wieder aufstehen», kündigte sie an.

Beim Gottimeitli tankte sie Kraft

Zehn Tage brauchte Holdener, um den Cortina-Frust zu verdauen. Zehn Tage ohne Ski. «Wenn Wendy so enttäuscht ist, lassen wir sie auch mal allein. Sie muss das zuerst verdauen», sagt Daniela Holdener. Ihre Tochter nutzte die kurze Pause, flog nach Hongkong, wo sie erstmals ihr neugeborenes Gottimeitli Sophia traf – Holdeners Bruder Steve wurde Vater. 

Nach der Olympia-Enttäuschung mit Platz 4 fuhr das Slalom-Ass zuletzt in Åre auf Platz 3. Eine kleine Erlösung.
Foto: Getty Images

Zurück in Unteriberg SZ begann Holdener wieder mit dem Training. Kondition und Skifahren – sie schuftete wieder. «Wir haben Wendy schon oft gesagt, dass sie ihre Erfolge der Vergangenheit mehr geniessen soll. Das kann ihr schliesslich keiner nehmen. Aber sie will immer weiter, das zeichnet sie aus. Sie ist eine grosse Kämpferin – sonst wäre sie nicht so weit gekommen.»

Die Enttäuschung von Olympia musste die Schwyzerin aber trotzdem erst verarbeiten.
Foto: AP

Drittbeste Slalomfahrerin der Welt

Der Lohn? Holdener fuhr zuletzt beim Slalom in Åre (Sd) auf Platz drei. «Dieser Podestplatz bedeutet mir viel», so Holdener. Beim Weltcupfinal in Norwegen will Holdener gleich nochmals zuschlagen. «Ich werde alles geben, damit es klappt», sagt sie. 

Holdener beeindruckt seit über zehn Jahren vor allem mit ihrer Konstanz. Sie fuhr praktisch nie über längere Zeit schlecht.
Foto: zVg

In der Slalomwertung ist Holdener hinter Mikaela Shiffrin (30, USA) und Camille Rast (26) Dritte. Die Österreicherin Katharina Truppe (30) ist Vierte und hat derzeit 27 Punkte Rückstand. Heisst: Um das Disziplinen-Podest zu verteidigen, muss die Schwyzerin Truppe in Schach halten.

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