Olympia-Hoffnung Blanc zapft ihrem Idol Svindal ein Bier
«Deine Zeit wird kommen, Malo!»

Mit sechs Jahren wollte Malorie Blanc unbedingt eine Autogrammkarte von Aksel Svindal. Sie hat sie immer noch. Und heute? Da zapft sie dem Super-Elch ein Bier. Ein lockeres Gespräch an der Bar.
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Olympia Hoffnung Malorie Blanc trifft Super-Elch Aksel Svindal

Darum gehts

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Mathias GermannReporter Sport

Malorie Blanc ist sechs Jahre alt, als sie einige Rappen und einen Brief in ein Couvert steckt. Sie bringt es mit den Eltern zur Post. Ihr grösster Wunsch: eine Autogrammkarte von Aksel Svindal (43), ihrem grossen Idol. Der norwegische Ex-Skistar und heutige Trainer von Lindsey Vonn (41, USA) erfüllt der kleinen «Malo» ihren Wunsch. «Als ich das Couvert geöffnet habe, bin ich vor Freude ausgeflippt», erinnert sie sich.

Ski-Hoffnung trifft Jugendidol: Malorie Blanc hat als kleines Mädchen eine Autogrammkarte von Aksel Svindal erhalten. Das war vor 15 Jahren. Sie hat sie immer noch.
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Heute ist Blanc 22 Jahre alt und ein grosses Speed-Talent. Blick bringt die beiden vor einer Woche in Crans-Montana VS – also noch vor dem verhängnisvollen Sturz Lindsey Vonns – zusammen. Blanc zapft Svindal an der Bar ein grosses Bier. Allerdings mit etwas gar viel Schaum. Wie macht sich Blanc als Barkeeperin? Svindal zögert. «Sie ist eine gute Skirennfahrerin.»

Mit dieser Fahrt holt sich Blanc ihren ersten Sieg
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Exploit in Crans-Montana:Mit dieser Fahrt holt sich Blanc ihren ersten Sieg

Gelächter. «Man sieht, dass Malo noch nicht häufig hinter einer Bar stand. Ein gutes Zeichen.» Die beiden verstehen sich. Svindal kämpft sich durch den Schaum und nimmt einen kräftigen Schluck. «Ich bin ja kein Athlet mehr, also darf ich.»

Es hat etwas gar viel Schaum. «Man sieht, dass Malo noch nicht häufig hinter einer Bar stand. Ein gutes Zeichen», so Svindal augenzwinkernd. Die beiden verstehen sich.
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Blanc hat die Svindal-Karte von 2010 dabei

Zurück zu Blancs Autogramm-Geschichte. Sie liefert den Beweis, dass sie keine Märchen erzählt. «Die Karte ist leider etwas zerknittert, weil ich sie früher immer bei mir in der Skitasche hatte. Fast wie ein Glücksbringer», sagt sie und kramt die Karte hervor. Svindal als Athlet im Jahr 2010. «Das ist wirklich eine coole Geschichte. Ich fühle mich geehrt. Seltsam ist nur, dass sie nicht ein anderes Bild von mir verwendet haben – normalerweise sieht man bei Autogrammkarten immer eine perfekte Kurve.»

Blanc hadert mit ihrer Schwäche, dem Gleiten. Svindal: «Du darfst nicht verzweifeln. Ich kam selbst vom Riesenslalom, fuhr Super-G. Das Gleiten war nicht meins. Aber ich habe es gelernt. Dieser Weg ist viel einfacher als umgekehrt.»
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Svindal war von klein auf Blancs Vorbild. Weshalb?

Klar, da waren seine Erfolge. Zweimal Olympia- und fünfmal WM-Gold, 36 Weltcupsiege, zwei Gesamtweltcupsiege – von 2010 bis 2018 war der Super-Elch einer der Weltbesten. Blanc: «Er war schnell, sympathisch, charismatisch, gross und fuhr zu Beginn auf Atomic. So wie ich heute. Ich bewunderte ihn.»

Svindal: «Ein super Gleiter wird kein toller Techniker»

Es ist nicht das erste Mal, dass Blanc ihr Idol von einst trifft. Schon beim Training in Copper Mountain (USA) vor dem Winter begegneten sie sich im Training. «Da habe ich schnell erkannt, wie stark Malo in den Kurven ist. So wie Lindsey», erzählt Svindal. Aber was ist mit den Gleitpassagen und langgezogenen Kurven? Blanc findet, dass sie sich da noch verbessern muss – in diesem Winter verlor sie oft Zeit.

«Hast du mir einen Tipp, Aksel?» Er sei da vorsichtig, so der Norweger. Schliesslich habe er ihre Haltung auf den Ski nicht genau analysiert. Dennoch macht er ihr Mut: «Du darfst nicht verzweifeln. Ich kam selbst vom Riesenslalom, fuhr Super-G. Das Gleiten war nicht meins. Aber ich habe es gelernt. Dieser Weg ist viel einfacher als umgekehrt. Ein super Gleiter wird kaum ein toller Techniker, andersrum ist aber alles möglich.»

Blanc: «Wenn ich zu viel überlege, verkrampfe ich»

Blanc nickt. Immer wieder betont sie die Wichtigkeit, locker und intuitiv zu fahren. So wie im letzten Winter in St. Anton (Ö), als sie in ihrem zweiten Weltcuprennen auf Rang 2 fuhr. Oder wie in St. Moritz GR vor sechs Wochen, wo Blanc mit Rang 6 glänzte.

«Wenn ich zu viel überlege, verkrampfe ich», sagt sie. Svindal macht ihr Mut. «Hab Geduld. Skifahren ist ein komplizierter Sport, vieles kann an einem Tag schiefgehen oder nicht passen: die Form, das Wetter, der Schnee. Letztlich zahlt sich Beharrlichkeit aber immer aus. Deine Zeit wird kommen, Malo!»

Die Walliserin zeigte beim Super-G in Crans-Montana eindrücklich, dass sie zu den besten Technikerinnen gehört.
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Würde Svindal auch Blanc trainieren?

Die Walliserin wird in Cortina erstmals olympische Luft schnuppern. Sie fragt Svindal: «Hast du versucht, genau zu den Winterspielen oder Weltmeisterschaften in Topform zu sein?» Er verneint. «Für einen Velofahrer macht das Sinn. Aber die beste Vorbereitung für mich war, gut und schnell Ski zu fahren.» Mental sei es anders. «Da machte ich lockeres Training, um Energie zu tanken. Aber letztlich hast du noch mehrere Olympische Spiele vor dir. Mach dir keinen Druck!»

Bleibt die Frage: Könnte sich Svindal vorstellen, eines Tages mit Blanc zu arbeiten? Immerhin hört Vonn nach diesem Winter auf, und er wäre als Trainer dann frei. Er winkt ab: «Ich habe meiner Familie versprochen, dass ich wieder mehr Zeit daheim sein werde.» Ein Hintertürchen lässt er offen. «Wer weiss? Ich hätte auch nie gedacht, dass ich eines Tages Lindsey anrufen würde – bis sie anrief.»

Wäre in einigen Jahren die Kombo Svindal-Blanc also doch möglich? Svindal: «Du kannst mir ja nochmals einen Brief schicken, so wie damals als Kind, Malo.» Sie hakt lachend ein: «Mach ich! Und ich füge wieder einige Münzen hinzu!»

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