Stefan Rogentin oder Niels Hintermann – wer darf als vierter Schweizer am Samstag in der Olympia-Abfahrt starten? Das ist die grosse Frage vor dem zweiten Abfahrtstraining auf der Stelvio. Am Mittwoch war Rogentin klar schneller, am Donnerstag ist Hintermann 35 Hundertstel vorne – allerdings erst im Ziel.
Denn die Schweizer haben vereinbart, dass die Leistung bis zur vierten Zwischenzeit beim San-Pietro-Sprung ausschlaggebend ist. Und bis dahin ist Rogentin schneller, wie Hintermann im SRF-Interview sagt: «Ich habe am Start schon vom Trainer gehört, dass er gut Ski gefahren ist. Ich habe ihm gratuliert und mag es ihm wirklich gönnen.» Dann witzelt er: «Ich habe ihm gesagt, dass er nicht ‹abehösele› darf am Samstag, sonst werde ich hässig.»
Rogentin: «Für mich ist es klar»
Offiziell ist der Entscheid noch nicht, daher sagt Rogentin gegenüber SRF: «Ich war bis zur vierten Zwischenzeit schneller, nun schauen wir mal, was die Trainer entscheiden.» Manchmal gebe es noch Hintertürchen, doch «für mich ist es klar». Wann endgültig klar ist, wer fahren darf, weiss auch der Bündner nicht.
1. Mattia Casse (It) 1:52,85
2. Florian Schieder (It) +0,45
3. Giovanni Franzoni (It) +0,87
4. Maxence Muzaton (Fr) +0,99
4. Nils Allegre (Fr) +0,99
6. Alexis Monney (Sz) +1,16
7. Christof Innerhofer (It) +1,18
8. Miha Hrobat (Sln) +1,20
9. Niels Hintermann (Sz) +1,54
10. Cameron Alexander (Ka) +1,60
---
14. Stefan Rogentin (Sz) +1,89
23. Marco Odermatt (Sz) +2,72
26. Franjo von Allmen (Sz) +2,87
1. Mattia Casse (It) 1:52,85
2. Florian Schieder (It) +0,45
3. Giovanni Franzoni (It) +0,87
4. Maxence Muzaton (Fr) +0,99
4. Nils Allegre (Fr) +0,99
6. Alexis Monney (Sz) +1,16
7. Christof Innerhofer (It) +1,18
8. Miha Hrobat (Sln) +1,20
9. Niels Hintermann (Sz) +1,54
10. Cameron Alexander (Ka) +1,60
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14. Stefan Rogentin (Sz) +1,89
23. Marco Odermatt (Sz) +2,72
26. Franjo von Allmen (Sz) +2,87
Der schnellste Schweizer ist Alexis Monney auf Rang 6 mit 1,16 Sekunden Rückstand. Hintermann (Rang 9) und Rogentin (Rang 14) folgen dahinter, die beiden Teamleader Marco Odermatt (23. Platz) und Franjo von Allmen (26. Platz) gehen die Sache gemächlich an. Das Trainings-Podest bekleiden Einheimische: Mattia Casse vor Florian Schieder (+0,45) und Giovanni Franzoni (+0,87).
ÖSV-Fahrer betitelt sich als Idiot
Auch am Donnerstag gibt zudem ein heftiger Sturz zu reden, ganz so schlimm wie Fredrik Möller am Mittwoch erwischt es Daniel Hemetsberger aber nicht. Kurz nach der zweiten Zwischenzeit hängt sein Innenski an, wodurch der Österreicher stürzt und rückwärts ins Tor und dann ins Netz fliegt. Schon vor dem Aufprall im Netz verliert der 34-Jährige den Helm. Sofort winkt er aber ab und kann selbständig ins Ziel fahren.
«Es geht mir relativ gut. Ich war nie weg, ich weiss noch alles», sagt Hemetsberger im ORF-Interview. «Es hat mich schon ziemlich auf die Birne geschlagen.» Das Tor habe ihn zudem im Gesicht getroffen, was die Schrammen an der Nase bezeugen. «Im Brillenglas ist immer noch der Abdruck der Torstange», sagt er.
«Idiot», antwortet der vierfache Weltcup-Podestfahrer selbstkritisch, als er auf seinen Sturz angesprochen wird. «Es ist genau der gleiche Fehler wie in Kitzbühel. Man darf Fehler machen, aber nicht zweimal den gleichen. Das ärgert mich gewaltig.» Der rechte Fuss schmerze ihn etwas, er glaube aber nicht, dass es etwas Schlimmeres ist.
Das Rennen am Samstag sollte deshalb nicht in Gefahr sein. Und er fügt selbstironisch an: «Das Gute ist, dass ich mir das Kreuzband nicht reissen kann, weil eh keines drin ist.» Tatsächlich fährt Hemetsberger, der schon vier Kreuzbandrisse in seiner Karriere erlitten hat, seit Jahren ohne Kreuzband im rechten Knie.
Hier gibts das Training zum Nachlesen im Ticker:
29 Simon Jocher
Der Deutsche verliert schon oben sehr viel Zeit.
28 Martin Cater
Ansprechende Leistung des Slowenen. Zwar nach dem San Pietro auch weit zurück, schwingt er unten nicht wie andere früh ab.
27 Brodie Seger
Die Carcentina gelingt dem Kanadier nicht wunschgemäss. Dafür springt er beim San Pietro als einer der wenigsten über 50 Meter weit.
26 Jan Zabystran
Direkt hinter Negomir reiht sich der Tscheche ein, der mehr oder weniger gleiche Abschnittszeiten hinlegt wie der US-Amerikaner.
25 Kyle Negomir
Fehlerfreie, aber langsame Fahrt des US-Amerikaners.
24 Christof Innerhofer
Der italienische Altmeister verliert rund um die Carcentina einiges an Zeit. Weil er aber im letzten Sektor die beste Zeit aller Athleten bis dahin aufstellt, kommt er als Siebter ins Ziel (+1,18 Sekunden).
23 Stefan Babinsky
Dem vierten der fünf Österreicher gelingt der Schluss, er ist auch einer der wenigen, der in der Hocke Richtung Ziellinie fahren. Im Ziel ist er Zehnter, direkt vor Kriechmayr und Haaser.
22 Bryce Bennett
Schon vor dem San-Pietro-Sprung langsam, schwingt auch der US-Amerikaner früh ab und fährt gemächlich ins Ziel.
21 Raphael Haaser
Gleiches Bild beim amtierenden Riesenslalom-Weltmeister. Allerdings ist der Österreicher auch oben nicht bei den Schnellsten dabei.
20 Elian Lehto
Der Finne stellt ebenfalls früh vor dem Ziel auf. Da bluffen offenbar sehr viele Fahrer.
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