Schock für Lindsey Vonn (41) kurz vor den Olympischen Spielen. Bei ihrem Sturz in Crans-Montana VS vergangene Woche hat sich die US-Amerikanerin das Kreuzband gerissen und mehrere Knochenprellungen erlitten. Dies sagt Vonn im Rahmen einer Pressekonferenz in Cortina (It) am Dienstag.
Der grosse Olympia-Traum futsch? Nein!
Vonn will tatsächlich noch nicht aufgeben und zieht den Start bei der Abfahrt vom Sonntag in Erwägung. «Ich nehme Tag für Tag. Ich werde am Sonntag in der Abfahrt starten. Das ist mein grosses Ziel. Ich bin heute auf den Ski gestanden, und es fühlte sich gut an.»
Keine grossen Schmerzen
Die 41-Jährige sagt weiter: «Ich weiss, meine Chancen sind nicht mehr so hoch wie früher, aber solange es eine Chance gibt, werde ich es versuchen. Ich mache alles, was in meiner Kraft steht.» Sie wolle der Welt zeigen, «wie die USA sind und wie stark die Menschen aus den USA sind». Grosse Schmerzen habe Vonn nicht. «Ich hatte Schmerzen gleich nach dem Sturz, aber jetzt nicht mehr.»
Das wohl grösste Problem sei für sie die Stabilität ihres Knies, weshalb sie mit einer Schiene an den Start gehen will: «Was mir am meisten Sorgen macht, ist die Instabilität. Das Kreuzband hält alles zusammen. Darum trage ich jetzt eine Schiene, um weitere Schäden zu vermeiden.» Sie sei schon einmal mit einem gerissenen Kreuzband gefahren, vor den Olympischen Spielen 2014. «Es ist kein schönes Gefühl», sagt sie. Eine Operation sei derweil kein Thema.
Auch Hählen operierte nicht
Der Fall erinnert an die Schweizerin Joana Hählen (34). Sie riss sich im Februar 2024 das Kreuzband und verzichtete ebenfalls auf eine Operation. Bei ihrem MRI entdeckte man damals, dass Hählens Kreuzband schon zuvor zwei Jahre lang gerissen war und sie so diverse Rennen mit kaputtem Band fuhr. 2017 setzte sie beim Kreuzbandriss im anderen Knie ebenfalls auf eine konservative Reha und verzichtete auf eine Operation. Im Nachhinein betitelte Hählen dies als «beste Entscheidung».
Möglich ist Vonns waghalsiger Versuch, die Abfahrt mit einem gerissenen Kreuzband zu fahren, also durchaus. Und auch nach Olympia soll ihre Saison noch nicht fertig sein: «Ich werde versuchen, die Saison zu beenden. Aber das kann ich noch nicht garantieren. Ich muss schauen, wie das erste Abfahrtstraining läuft. Ich werde so lange weitermachen, wie ich kann.»
Zwölfmal in Cortina gewonnen
Dass die 83-fache Weltcupsiegerin die Olympiastrecke von Cortina bereits bestens kennt, helfe ihr. «Ich habe hier zwölfmal gewonnen. Ich kenne die Strecke auswendig, ich brauche also praktisch keine Besichtigung. Das gibt mir viel Selbstvertrauen, trotz der Verletzung.»
Sollte Vonn am Sonntag wirklich mit einem gerissenen Kreuzband starten, wäre es wohl jetzt schon die wahnsinnigste Geschichte der Olympischen Spiele 2026.
