Darum gehts
- Malorie Blanc aus Ayent VS verarbeitet die Tragödie von Crans-Montana schwer
- Ihr 22. Geburtstag war von der Katastrophe überschattet, Ablenkung gibt Skifahren
- Ein Olympiaticket hat sie schon – nun will der Shooting Star das nächste
Malorie Blanc (22) wuchs in Ayent VS. Das Dorf liegt fünf Kilometer Luftlinie von Crans-Montana VS entfernt. «Es gibt kaum Worte, um meine Gefühle nach dieser Katastrophe zu beschreiben. Für die Region ist das sehr, sehr schwer», sagt die Schweizer Speed-Aufsteigerin. Wie so viele Menschen traf sie die Nachricht der Tragödie mitten ins Herz.
Im Gegensatz zu Slalom-Spezialist Marc Rochat (33) sei sie nie drinnen gewesen, so Blanc. «Aber Kollegen von mir schon.» Betroffen sei niemand von ihren Liebsten, weder im Freundes- noch im Familienkreis. Der Start ins neue Jahr war dennoch traurig. «Ich war ab und zu auf Social Media. Aber da gab es so schlimme Bilder. Später habe ich die Medienkonferenzen zum Unglück verfolgt – aber nicht allzu lange, weil alles so brutal ist.»
Man spürt im Gespräch mit Blanc deutlich: Es fällt ihr nicht leicht, über das Thema zu reden. Sie müsse sich auch schützen und sich auf ihren Job, das Skifahren, konzentrieren. «Ich kann nicht viel mehr sagen, als dass ich ganz fest an die betroffenen Leute denke. Ich gebe auch für sie mein Bestes.»
Blanc will Olympia-Ticket in Abfahrt holen
Ihr 22. Geburtstag, den sie drei Tage nach dem Drama feierte, war anders als sonst. Zum Feiern war Blanc nicht zumute. Wenigstens auf den Ski gibts Ablenkung. In Zauchensee (Ö) fährt sie erstmals im Weltcup.
Platz 13 im ersten Training lässt sich sehen, sie verliert nur etwas mehr als eine Sekunde. «Diese Piste bietet von allem etwas, sie ist richtig cool. Ich fuhr hier schon vor drei Jahren im Europacup, damals war ich aber nicht gut. Schön zu sehen, dass es jetzt besser geht.»
Mit dem Saisonstart darf Blanc zufrieden sein. In St. Moritz GR holte sie mit Rang 6 im Super-G bereits ein Olympiaticket. In der Abfahrt hat sie dank Platz 13 auch schon die Hälfte der Quali-Richtlinien (einmal Top 7 oder zweimal Top 15) erfüllt.
Gut möglich, dass sie auch ohne weitere Top-15-Platzierung in der Abfahrt starten darf. «Vielleicht. Aber ich will nach Cortina, weil ich es verdiene. Und nicht, weil es Platz im Kontingent gibt. Es wäre richtig cool, wenn ich schon in Zauchensee das Abfahrts-Ticket fix holen könnte.»
Zauchensee-Strecke sollte ihr liegen
Zuletzt lief es Blanc in Val d’Isère (Fr) nicht besonders – sie wurde 26. und 20. Allerdings entsprach die Piste Oreiller-Killy auch nicht ihren Qualitäten – die vielen, langgezogenen Kurven sind (noch) nicht ihr Spezialgebiet. Ihr Motto für Zauchensee lautet: «Sauber stehen und nicht zu viel überlegen. Wenn ich Spass habe, kommt es meistens auch gut!»