Hoffnung für Schweizer Technikerinnen
Kommts im Weltcup-Kalender zum grossen Comeback?

In der Schweiz gibt es keinen Weltcup für Technikerinnen, das könnte sich aber ändern. «Es gibt Gespräche mit Lenzerheide», bestätigt Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger.
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Weltmeisterin ohne Heimat! Camille Rast hat seit Jahren kein Heimrennen mehr bestritten. Doch nun tut sich was.
Foto: GEPA pictures/freshfocus

Darum gehts

  • Camille Rast, Slalom-Weltmeisterin, hat seit 2022 kein Heimrennen mehr gefahren
  • Lenzerheide könnte wieder Teil des Weltcup-Kalenders für technische Disziplinen werden
  • Rast fuhr nur 4 ihrer 117 Weltcuprennen in der Schweiz
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Sie ist Slalom-Weltmeisterin, brilliert im Weltcup und ist Teil der Ski-Nation Nummer 1: Camille Rast (26). Trotzdem hat die Walliserin nie ein Heimrennen. Während in Crans-Montana VS und St. Moritz GR jährlich Speed-Events stattfinden, gibt es in der Schweiz keinen Weltcup-Bewerb für die Technikerinnen. «Schade. Es wäre ein Highlight, daheim wieder Rennen fahren zu dürfen», sagt Rast.

117 Weltcuprennen bestritt Rast. Nur vier in der Schweiz – gleich oft ging sie in Andorra an den Start. Zum Vergleich: In Österreich fuhr sie 32 Mal, letztmals fuhr Rast 2022 in der Lenzerheide GR. Damals elektrisierte Ex-Tennis-Superstar Roger Federer (44), der in der Nähe ein Ferienhaus hat, die Massen. Bloss: Danach wurde das Weltcup-Dörfli in Parpan GR nie mehr aufgebaut.

Doch nun tut sich etwas! Gemäss Blick-Infos könnte die Lenzerheide wieder Unterschlupf im Kalender finden. «Es gibt in der Tat Gespräche mit der Lenzerheide. Wenn sich die Region und alle relevanten Stakeholder wirklich committen, sind die Chancen intakt, in den nächsten Jahren wieder Rennen in der Lenzerheide zu haben», sagt Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger.

Welche Disziplin sei dann die zweite Frage, welche mit dem Weltskiverband FIS geklärt werden müsse, so Züger. «Natürlich eignet sich der Heimberg für technische Disziplinen. Und wir hätten gerne auch einen Frauenslalom in der Schweiz. Allerdings ist es kein Wunschkonzert und der internationale Konkurrenzkampf um Rennen ist gross. Daher wird es auch schwierig, jährlich Rennen zu kriegen, aber vielleicht im Turnus alle zwei Jahre und als Ersatzort für abgesagte Rennen.»

Scheib: «Der Hang dort ist genial»

Der Zeitpunkt dafür scheint ideal. Warum? Weil seit Kurzem klar ist, dass Lienz (Ö) endgültig aus dem Weltcup aussteigt. Und Semmering (Ö) möchte nicht jährliche Rennen austragen – der Zeitpunkt zwischen Weihnachten und Neujahr ist dafür nicht ideal, weil viele Touristen dort selbst Ski-Ferien machen möchten.

Könnte sich Lenzerheide also künftig mit dem Semmering abwechseln? Kaum. Der ÖSV ist nicht gewillt, einfach so zwei Rennen an die Schweiz abzugeben. Am Dienstag beim Nachtslalom-Spektakel in Flachau (Ö) wird informiert – es wird eine Destination in Oberösterreich sein.

Fest steht: Mehrere Fahrerinnen würden sich über ein Lenzerheide-Comeback freuen. Auch Riesen-Ass Julia Scheib (27, Ö). Obwohl sie dort erst ein Rennen (2018) bestritt und dabei ausschied, sagt sie zu Blick: «Der Hang dort ist echt genial, er eignet sich perfekt für einen Riesenslalom. Ich würde mich sehr freuen, dort zu fahren.»

Züger glaubt fest daran: «Wir arbeiten dran und schauen, ob es einen Platz im Kalender gibt.»

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