Darum gehts
- Sofia Goggia traf Roberto Baggio 2024 nach schwerer Beinverletzung
- Baggio, Weltfussballer 1993, riss sich zweimal das Kreuzband und erlitt Rückschläge
- Goggia plant Comeback bei Winterspielen 2026, hofft auf drittes Edelmetall
Als «sehr dunkle Periode» bezeichnet Sofia Goggia (33) die Phase nach ihrem Schienbein- und Knöchelbruch im Februar 2024. Aufgrund der grossen Komplexität der Fraktur gestaltete sich der Heilungsprozess besonders schwierig, weshalb die Bergamaskin auch mental stark gefordert war. Eine wichtige Stütze in dieser Zeit: Der italienische Ex-Fussballer Roberto Baggio (58), mit dem sie sich im Frühling 2024 austauschte.
Die Initiative zum Treffen der beiden italienischen Sportgrössen sei von ihr ausgegangen, erzählt Goggia nun in einem Interview mit der mailändischen Tageszeitung «Corriere della Sera»: «Ich bat ihn um ein Treffen, weil ich wusste, wie sehr ihn seine vielen Verletzungen gequält hatten und ich verstehen wollte, aus welchen inneren Beweggründen er immer wieder zurückgekommen ist.»
Auch Baggio kämpfte wiederholt mit Rückschlägen
Baggio kürte sich in den 90er-Jahren mit Juventus Turin und der AC Milan zweimal zum italienischen Meister und wurde 1993 gar als Weltfussballer ausgezeichnet. In seiner Laufbahn musste er aber auch zahlreiche Rückschläge wegstecken: Gleich zweimal riss er sich das Kreuzband, dazu war er aufgrund von weiteren Verletzungen immer wieder zum Pausieren gezwungen. In Erinnerung bleibt er der Fussballwelt auch, weil er im Elfmeterschiessen des WM-Finals 1994 für Italien den entscheidenden Penalty verschoss.
Diese Erfahrungen machten den ehemaligen Stürmer für Goggia zum idealen Gesprächspartner: «Ich war überzeugt, dass die Verletzungen das Ergebnis innerer Konflikte waren, ich musste mit jemandem sprechen, der mich verstehen konnte.»
Die Heim-WM verpasste Goggia verletzungsbedingt
Der Austausch in Baggios zu Hause sei dann gut verlaufen. Er habe sich ihre Gedanken angehört und ihr einen wichtigen Rat mitgegeben: «Entscheide für dich selbst, der Rest macht einen nur verrückt.» Das habe sehr geholfen, so Goggia heute: «An seiner mentalen Stärke zu arbeiten, tut sehr gut. Es hilft, sich mit sich selbst und unter anderen wohlzufühlen. Das Treffen mit Baggio war wichtig.»
Auch dank der Unterstützung aus der Fussballwelt darf sich Goggia zwei Jahre nach ihrer schweren Verletzung im Hinblick auf die Heim-Winterspiele in Cortina d'Ampezzo berechtigte Hoffnungen auf ihr drittes olympisches Edelmetall machen. Damit würde sie auch die Geister der Vergangenheit vertreiben: Die Heim-WM 2021 an gleicher Stätte hat Goggia verpasst – aufgrund einer Verletzung.