«Das hat nicht viel mit Slalomfahren zu tun gehabt», meint Marco Schwarz (30) gegenüber ORF. Mit seiner Leistung in Madonna di Campiglio (It), wo er im Dezember 2023 seinen bis anhin dritten und letzten Slalom-Sieg gefeiert hat, ist er nicht zufrieden. 2,13 Sekunden büsst Schwarz im ersten Lauf auf den sensationell in Führung liegenden Finnen Eduard Hallberg (22) ein. Als 36. verpasst er damit die Entscheidung deutlich.
Dabei ist er vor dem Rennen noch zuversichtlich, spricht von einem «brutal guten Gefühl beim Einfahren». Davon ist im Rennen nichts zu sehen. «Es war einfach schlecht», so sein Fazit. Es sei nicht am Material gelegen, «da muss ich mich selber an der Nase nehmen.»
Mit der enttäuschenden Leistung ist Schwarz in seinem Team nicht alleine. Bestklassierter Österreicher ist am Ende Michael Matt (32) auf Platz 12, Johannes Strolz (33) wird 17. Seit dem letzten Weltcupfinal warten die Österreicher auf einen Podestplatz, den letzten Slalom-Sieg gabs am 25. Februar 2024. Damals gewann Manuel Feller (33) in Palisades Tahoe (USA).
In Madonna schreibt er den zweiten Nuller in diesem Winter. «Wenn du hier nicht Gas gibst und am Limit fährst, bist du gleich mal 20., 25. – dafür fahre ich nicht Ski», findet er nach dem Out im zweiten Lauf klare Worte. Der Speed sei nicht schlecht gewesen, aber das bringe nichts, wenn das Resultat nicht stimme. «Ich kann nicht mehr als weitermachen.»
«Wir sind teilweise zu brav unterwegs»
Nicht nur die Fahrer äussern ihre Meinung, auch Cheftrainer Marko Pfeifer analysiert im ORF-Interview die Leistung seiner Mannschaft. «Damit können wir nicht zufrieden sein», sagt er. Und betont, dass das Limit im Slalom brutal nach oben gegangen sei. «Da fährt jeder auf der letzten Rille. Und wir sind teilweise zu brav unterwegs.» Aber man wisse, woran es liege und arbeite daran. Nur würden die trotzdem ausbleibenden Resultate am Selbstvertrauen nagen.
Gleichzeitig gibts von Pfeifer aber auch Kritik – an der Kurssetzung. «Die ist teilweise im Weltcup zu leicht», meint er. Denn der Halbzeit-Zehnte liegt nur sechs Zehntel hinten. Besser hat Pfeifer die Entscheidung gefallen: «Den zweiten Lauf finde ich schon spannender. Es gehören schon ein bisschen schwierigere Kurse in den Weltcup.» Diesen Kurs hat indes mit Robert Füss der österreichische Trainer gesteckt. Genützt hat das seinen Athleten allerdings auch nicht viel.