Nach Inferno in Crans-Montana
Adelboden und Wengen verschärfen vor Weltcup Sicherheitsmassnahmen

Nach der Tragödie in Crans-Montana reagieren die Organisatoren der Skirennen mit Vorkehrungen. So soll die Sicherheit der Fans gewährt und dem grossen Ski-Fest nichts im Wege stehen.
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An den kommenden Wochenenden fahren Marco Odermatt und Co in der Schweiz um den Sieg.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Ski-Weltcuprennen in Adelboden und Wengen starten mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen
  • Dies als Folge des verheerenden Brandes in der Silvesternacht in Crans-Montana
  • Besonderes Augenmerk auf Fluchtwege, Bar-Sicherheit und Vermeidung offenen Feuers
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Im Weltcup stehen die Klassiker in Adelboden (10. und 11. Januar) und Wengen (16. bis 18. Januar) vor der Tür. An den kommenden Wochenenden werden Tausende Ski-Fans ins Berner Oberland pilgern. Über dem Ski-Fest hängt in diesem Jahr der Schatten der Tragödie von Crans-Montana VS. Beim Brand in einer Bar kommen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben, über 100 werden teils schwer verletzt.

Die Organisatoren erhöhen deswegen ihre Sicherheitsvorkehrungen. Adelbodens Gemeindepräsident Willy Schranz sagt bei SRF: «Wir schauen, dass alles in Ordnung ist, damit so etwas nicht eintreffen kann. Da sind wir gefordert.» Die Gemeinde will vor allem Barbetreiber sensibilisieren und sie dazu anhalten, alles für die Sicherheit der Gäste zu tun. Schranz ist überzeugt: «Ich bin mir sicher, dass die Betreiber alles daran setzen, dass wir keine Wiederholung von einem solchen Ereignis haben werden.»

Das gilt nicht nur für Adelboden, sondern auch für Wengen. Gemeindepräsident Karl Näpflin plant, am Montag im Gemeinderat konkrete Massnahmen zu besprechen. «Die Gemeinde wird ein Auge auf die Gastrobetriebe und die Nachtlokale werfen und diese mindestens dazu auffordern, dass alle den eigenen Betrieb nochmals kontrollieren und schauen, ob wirklich alles sicher ist», erklärt Näpflin gegenüber SRF.

Kein offenes Feuer

In Wengen, wo es neben Bars auch zwei Nachtlokale gibt, werden die Betreiber in die Verantwortung genommen. «Sind die Garderoben entsprechend ausgerüstet? Hängen nicht zu viele Skijacken im Garderobenbereich? Und das Wichtigste: Sind die Fluchtwege gut signalisiert und frei?», nennt Näpflin die wichtigsten Fragen, die geklärt werden müssen. Er fordert zudem ausdrücklich, auf offenes Feuer, etwa durch Kerzen, zu verzichten: «Das wäre das Schlimmste.»

Obwohl von mehreren Seiten gefordert wurde, die Lokale zu schliessen, kommt es nicht dazu. Das dürfe die Gemeinde nicht, so Näpflin. Aber sie könne genauer hinschauen. Das müsse sie. Sie sei fast dazu gezwungen. Mit diesen Massnahmen steht einem Ski-Fest nichts mehr im Weg.

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