Darum gehts
- Camille Rast (26) besiegt Mikaela Shiffrin (30) im Slalom von Kranjska Gora
- Rast widmet ihren Sieg den Opfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana
- Im Slalom-Weltcup liegt Rast 218 Punkte hinter Shiffrin, Gesamtweltcup 120
«Shiffrin zu schlagen ist nicht unmöglich», sagt Camille Rast (26) Ende November nach Platz 3 im Slalom von Gurgl (Ö). Damals liegt sie 1,41 Sekunden hinter Siegerin Mikaela Shiffrin (30). Eine gewagte Aussage? Nein. Denn 42 Tage später liefert die Weltmeisterin den Beweis und durchbricht ihre Dominanz. Nach saisonübergreifend sechs Slalom-Siegen in Serie muss sich die Amerikanerin in Kranjska Gora (Sln) wieder einmal geschlagen geben.
«Nach den beiden zweiten Plätzen in Semmering hatte ich sicher noch etwas Hunger», sagt Rast nach dem Rennen ins SRF-Mikrofon. Und kann trotzdem nicht ganz fassen, was ihr an diesem Wochenende gelungen ist. «Ich habe nicht gedacht, dass es so gut läuft.» Denn 24 Stunden vor dem Slalom gewinnt sie erstmals einen Riesenslalom – ein perfekter Start ins neue Jahr.
Und das in einer Woche, in der ihr Heimatkanton Wallis von einer Tragödie erschüttert wird. Um den Opfern der Brandkatastrophe von Crans-Montana zu gedenken, fährt Rast beide Rennen mit Trauerflor. Schon nach ihrem Triumph am Samstag hofft sie, für «das ein oder andere Lächeln» in einer dunklen Zeit gesorgt zu haben. Das dürfte ihr auch mit dem Slalom-Sieg gelungen sein. Es ist ihr fünfter Podestplatz in Serie.
«120 Prozent, um eine Chance zu haben»
Lob gibts dafür auch von Shiffrin. «Sie fährt so stark Ski», sagt sie bei ORF. Sie habe schon damit gerechnet, dass Rast schneller sein werde, auch wenn sie natürlich das Gegenteil gehofft habe. «Als ich gesehen habe, wie sie im ersten Lauf gefahren ist, wusste ich, dass ich 120 Prozent geben muss, um eine Chance zu haben», gibt Shiffrin zu. Doch dieses Mal reichen auch 120 Prozent nicht.
Mit dem Sieg etabliert sich Rast weiter als Shiffirns erste Verfolgerin, sitzt ihr in der Kugel-Jagd im Nacken. Während sie im Slalom-Weltcup nun 218 Punkte Rückstand auf Shiffrin hat, sinds im Gesamtweltcup nur noch 120. Auch im Riesenslalom-Weltcup ist sie Zweite – 119 Punkte hinter der Österreicherin Julia Scheib (27).
Ob Rast nun ihre Ziele für die Saison neu definiert? Sie verneint. «Ich will nicht gross an Punkte denken. Einfach weitermachen und weiterfahren.» Vorerst wird sie aber wohl ihre zwei Siege noch etwas feiern. Dem schliesst sich auch Wendy Holdener (32) an. Sie freut sich als Dritte über den ersten Podestplatz in diesem Winter.