1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:48,11
2. Lara Colturi (Alb) +1,23
3. Camille Rast (Sz) +1,41
Nach der Enttäuschung in Levi zeigen die Schweizerinnen eine starke Reaktion. Schon im ersten Lauf brilliert das Duo Wendy Holdener und Camille Rast. Zeitgleich liegen die beiden auf Zwischenrang 3 – einzig Mikaela Shiffrin und Lara Colturi sind am Morgen schneller.
Nahtlos knüpfen die Schweizerinnen im zweiten Lauf an diese Leistung an. Wenn auch nicht mehr exakt gleich schnell. Rast ist 18 Hundertstel schneller als Holdener – und sichert sich den Podestplatz. Gegen Colturi und allen voran Shiffrin kann aber auch die Weltmeisterin nichts ausrichten. Wie schon in Levi (1,66 Sekunden Vorsprung) gewinnt Shiffrin überlegen. Dennoch wird der Podestplatz Rast guttun.
Seit ihrem Sturz in Sestriere im Februar hat sie mit Hüftproblemen zu kämpfen, nun fährt sie erstmals seit dem Gewinn der WM-Goldmedaille aufs Treppchen. Und das an dem Ort, wo sie vor Jahresfrist ihre Podestpremiere feierte. Für Holdener gibts derweil ein Déjà-vu. Schon 2024 wird sie in Gurgl Vierte. Auch da gewinnt Shiffrin vor Colturi und Rast – und Holdeners Rückstand auf ihre Landsfrau beträgt 18 Hundertstel.
21. Anuk Brändli +4,64
25. Eliane Christen +5,13
DNF1: Mélanie Meillard, Nicole Good, Faye Buff, Amelie Klopfenstein
Den 2. Lauf verpassen: 32. Aline Höpli +3,73, 38. Selina Egloff +4,27, 39. Aline Danioth +4,79
Premiere für Anuk Brändli. In ihrem siebten Weltcuprennen qualifiziert sie sich erstmals für den zweiten Lauf. Dort startet sie stark, dann bringen sie Fehler etwas aus dem Tritt. Letztlich reichts für die zwischenzeitliche Führung. Und damit für die ersten Weltcuppunkte ihrer Karriere. Obwohl sie den Leaderthron schnell wieder räumen muss, macht sie letztlich sechs Positionen gut.
Als Zweite nimmt Eliane Christen den zweiten Lauf in Angriff. Sie zeigt eine solide Fahrt, der ganz grosse Angriff bleibt aber aus. Weil danach einige Konkurrentinnen patzen, macht sie dennoch Ränge gut.
Familie Meillard erlebt ein gebrauchtes Gurgl-Wochenende. Am Samstag scheidet Loïc im zweiten Lauf aus, tags darauf tut es ihm seine Schwester gleich. Mélanie Meillard findet im ersten Lauf den Rhythmus gar nicht. Bei der Einfahrt in den Steilhang kommt sie von der Linie ab und scheidet aus. Drei weitere Schweizerinnen erreichen am Morgen das Ziel ebenfalls nicht. Neben Nicole Good und Amelie Klopfenstein scheidet auch Faye Buff aus. Besonders bitter: Bei ihrem Weltcup-Debüt rutscht sie wenige Tore vor der Ziellinie weg.
Bis zur Startnummer 51 darf Aline Höpli hoffen, dass sie es knapp in den zweiten Lauf schafft. Doch dann fährt die Italienerin Giorgia Collomb acht Hundertstel schneller als sie und schubst sie aus den Top 30. Sie verpasst die Entscheidung um neun Hundertstel. Noch bitterer endets für Collomb, der letztlich eine Hundertstelsekunde fehlt. Daneben büssen auch Aline Danioth und Selina Egloff aus Schweizer Sicht zu viel Zeit ein.
Wendy Holdener: «Letzte Woche habt ihr das Ganze etwas kompliziert angeschaut. Es war der Saisonstart, man kann Fehler machen. Wir alle wussten, dass wir nicht so neben den Schuhen stehen. Am Start des Rennens zu stehen ist immer schwierig – die richtige Einstellung zu finden und auf den Punkt die Leistung zu bringen. Im zweiten Lauf wars nicht das ganz Spielerische, was ich mir erhofft oder gewünscht habe.»
Camille Rast: «Im Vergleich zu letztem Jahr ist es total anders – dazwischen liegt eine unglaubliche Saison. Ich komme von weit weg mit meinen Hüftproblemen, deswegen bin ich mega stolz, konnte ich zwei gute Läufe runterbringen. Die Saison ist jetzt losgegangen, ich hoffe, nächstes Wochenende gibts nochmal die gleiche Stimmung. Shiffrin zu schlagen, ist nicht unmöglich. Ich hatte in beiden Rennen Abschnitte, in denen ich schneller war als sie. Jetzt muss ich das von oben bis unten in zwei Läufen schaffen. Ich arbeite daran, die Saison ist noch lange.»
Anuk Brändli: «Es ist mega cool, hats mit den ersten Punkten geklappt. Ich habe mir vorgenommen, anzugreifen. Oben und unten ist es mir gut gelungen, in der Mitte habe ich einen Fehler gemacht. Von der Nervosität her war es ganz okay. Ich habe mich sehr über die erste Quali für den zweiten Lauf gefreut.»
Eliane Christen: «Ich bin nicht mega zufrieden mit meiner Fahrt, bin aber happy, hats für den zweiten Lauf gereicht. Nach Fehlern bin ich nicht mehr richtig reingekommen, ich wollte mehr Gas geben. Aber es sind ein paar Pünktchen, die ich neben Selbstvertrauen mitnehme.»
Als erste Hoffnung der Einheimischen katapultiert sich Katharina Liensberger mit der Nummer 6 aus dem Starthäuschen. Schon im dritten Tor hat die Österreicherin mit grossen Problemen zu kämpfen, steht praktisch still. Auch danach findet sie den Tritt nicht. So endet ihr Auftritt nach knapp 20 Sekunden. Mit dem Ausscheiden ist Liensberger nicht alleine. Von den 65 Athletinnen am Start schaffen es am Morgen 22 nicht ins Ziel.
Rang 7 – so gut ist Neja Dvornik in Levi (Fi) noch nie gefahren. Acht Tage später gibts für die Slowenin einen Rückschlag. In Gurgl hätte sie das Rennen mit der Nummer 17 in Angriff nehmen sollen. Aber sie muss kurzfristig passen. Beim Einfahren verletzt sich Dvornik am Knöchel. Gemäss skinews.ch ist sie umgehend in die Heimat gereist. Genauere Informationen über ihre Verletzung liegen bisher nicht vor.
Der Slalom der Männer ist am Samstag eine enge Kiste. Nur 1,47 Sekunden trennen die Top 30 nach dem ersten Lauf. 24 Stunden später bietet sich ein komplett anderes Bild. Bei den Frauen sind die Abstände um einiges grösser. Hätte es den Cut ebenfalls bei 1,47 Sekunden gegeben, wären nur neun Athletinnen im zweiten Lauf dabei gewesen. AJ Hurt und Eliane Christen, die sich nach dem ersten Lauf Platz 29 teilen und so die Trennlinie vorgeben, büssen 3,64 Sekunden ein.
Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein – auch am Sonntag herrscht in Gurgl Traumwetter. Mit Temperaturen um minus 12 Grad. Die Piste ist oben etwas eisig, danach wird der Schnee griffiger.
Für die Technik-Asse geht die Reise weiter nach Übersee. Kommendes Wochenende stehen in Copper Mountain (USA) ein Riesenslalom (Samstag) und der nächste Slalom (Sonntag) auf dem Programm.



