Darum gehts
- Corinne Suter startet Saison verspätet nach Verletzung in Zauchensee (Ö)
- Sie trainierte letzte Woche erstmals im Renndress
- Im Abfahrtstraining wird Suter 36. mit 2,29 Sekunden Rückstand
Zauchensee (Ö) ist für Corinne Suter (31) magisch. Hier siegte sie vor fünf Jahren erstmals im Weltcup. Es folgten Kristallkugeln in Abfahrt und Super-G, WM- und Olympiagold. «Ich bin mega gerne hier. Es ist schön, so zu starten», sagt sie nach dem ersten Abfahrtstraining.
Starten? Genau: Im Gegensatz zu ihren Konkurrentinnen beginnt der Winter für Suter die Saison erst jetzt. Vor 35 Tagen stürzte sie beim Training in St. Moritz GR, verletzte sich im Unterschenkel (Muskefaserriss), am Knie (Prellung) und im Fuss (undislozierte Fraktur).
«Ich bin zufrieden, dass ich wieder fahren kann.» Dass sie im Gegensatz zu 2020 nicht um den Sieg mitfahren wird, ist logisch. Im wegen Nebel und Schneefall verkürzten Training wird Suter 36. (+2,29 Sekunden). «Ich brauche Zeit und Kilometer. Aber ich nehme Schritt für Schritt, taste mich heran. Hoffentlich geht es so weiter.»
Letzte Woche trainierte Suter in San Pellegrino (It) erstmals im Renndress und zwischen den Toren. «Die Ärzte gaben grünes Licht. Danach war es ein Herantasten. Tut es, geht es? Habe ich Schmerzen? Diese Fragen stellten sich.»
Suter erhielt gute Antworten. Schmerzen habe sie keine, erklärt sie. Die einmonatige Trainingspause hinterliess dennoch Spuren. «Beim Skifahren gibt es Bewegungen, die man nicht trainieren kann – auch nicht im Kondi. Es braucht Fahrten, damit sich die feinen Muskeln wieder daran gewöhnen.»
«Mega schlimm war die Pause nicht»
Und wie geht es psychisch? Immerhin war Suter kurz vor dem Saisonstart enorm schnell unterwegs. Vielleicht so schnell wie nie zuvor. «Ich habe die Rennen danach nicht im TV geschaut. Aber mega schlimm war die Pause auch nicht. Wenn du ausfällst, weil du etwas operieren musst, ist es viel heftiger. Ich hatte einfach eine Zwangspause.»
Noch ist Suter unsicher, ob sie am Samstag am Kälberloch an den Start gehen wird. Entscheiden werden Bauch und Fuss. «Das Bauchgefühl muss passen. Gleichzeitig werde ich schauen, wie der Fuss auf die Belastung reagiert.»
Vonn lässt es bis Olympia ruhig angehen – oder?
Suters Teamkolleginnen freuen sich so oder so über ihre Rückkehr. «Ich habe sie mega vermisst», sagt Jasmine Flury (32). Und Speed-Küken Malorie Blanc (22) meint: «Corinne ist cool. Ich hoffe, dass sie ihr Vertrauen bald findet.»
Schnellste Schweizerin im wenig aussagekräftigen Training ist Joana Hählen (33), sie wird Siebte (+0,84 Sekunden). Und Lindsey Vonn (41, USA)? Sie wird 50. (+3,30) und ist sichtlich geschwächt. Eine Erkältung. «Nicht schlimm. Ans Limit gehe ich sowieso erst im Februar bei Olympia. Vorher macht es keinen Sinn.» Ihr grosses Ziel ist und bleibt Gold in Cortina (It).