Darum gehts
Ein Sieg-Doppelpack im Riesenslalom und Slalom am gleichen Ort? Sonja Nef (53) war im März 2001 die letzte Schweizerin, der dieses Kunststück gelang. Bis zum letzten Wochenende und den Triumphen von Camille Rast (26). Die Walliserin aus Vétroz – sie gedachte der Opfer der Tragödie in Crans-Montana VS – ist mittlerweile Zweite im Gesamtweltcup. Wer hätte dies nach ihrem verhaltenen Saisonstart für möglich gehalten? Wir erinnern uns: Rast fuhr sowohl in Sölden (Ö, Riesenslalom) als auch in Levi (Finnland, Slalom) auf Platz 15.
Für viele Experten war nach der schweren Knieverletzung Lara Gut-Behramis klar: Nun kann Swiss-Ski den Sieg im Nationenklassement abschreiben. Kein Wunder, holte doch die 34-Jährige im letzten Winter 1272 Punkte. Doch nun hat sich die Schweiz an Ski-Austria herangerobbt, man liegt nur noch 19 Punkte zurück. Das Problem: Während in den technischen Disziplinen bei den Frauen bereits 12 von 20 Rennen Geschichte sind, folgen noch je sechs Abfahrten und Super-Gs. Und da dürfte die Schweiz klar das Nachsehen haben. Es bleibt also wohl dabei: Die helvetischen Männer müssen die Kohlen aus dem Feuer holen.
Dzenifera Germane wird besser und besser. Die Klassierungen der 22-jährigen Slalom-Spezialistin aus Lettland: 21, 14, 10, 10, 7. So gut wie in Kranjska Gora (Slowenien) war «Jenny» noch nie. Germane ist schon jetzt die erfolgreichste Skifahrerin des baltischen Staates. Sollte sie es aufs Podest schaffen, wäre dies ebenfalls ein Novum. Die nächste Chance erhält sie am 13. Januar beim Nacht-Spektakel in Flachau (Ö).
«Es ist nicht so schlimm wie Anfang Winter», sagte Mélanie Meillard (27) nach ihrem 12. Slalom-Rang gegenüber SRF. Stimmt. Sie kommt langsam, aber sicher in Fahrt. Damit hat sie das halbe Olympia-Ticket im Sack. «Das ist ein sehr guter Schritt nach vorne», so Meillard. Mindestens so erleichtert war Wendy Holdener (32). Nach 20 Weltcuprennen schafft sie es endlich wieder einmal aufs Podest. «Auf dem Heimweg gibt es ein feines italienisches Mittagessen», sagt sie.
Noch nie holte Israel im Weltcup einen Punkt – weder bei den Männern noch bei den Frauen. Bis zum letzten Sonntag! Noa Szollos (22) wurde 28. und war «unglaublich stolz». Danach berichtete sie im ZDF von einer Wette: «Mit meinen Eltern habe ich vor Jahren vereinbart, dass ich eine Katze bekomme, sollte ich Weltcup-Punkte sammeln. Mein Papa mag Katzen eigentlich gar nicht, aber ich liebe sie.» Ob ihre Brüder Benjamin und Barnabas Szollos auch bald eine tierische Belohnung erhalten? Sie fahren auch professionell Ski, konnten aber im Weltcup noch nie punkten.
Wie immer gab sich Mikaela Shiffrin (30) auch am Sonntag extrem fair. Nachdem sie von Rast geschlagen worden war, meinte sie: «Ich habe wie alle anderen einfach nur zugeschaut, war total begeistert und voller Bewunderung für Camilles Leistung.» Zwei Siege in Folge zu erringen, sei sehr schwer, so die 106-fache Weltcupsiegerin. Wetten, dass dieser zweite Platz sie noch mehr anstacheln wird?