Darum gehts
- Manuel Feller spricht offen über mentale Probleme
- Der österreichische Ski-Star hat professionelle Hilfe in Anspruch genommen
- Eigentlich wollte er seine Karriere beenden, nun fährt er noch maximal 2 Jahre weiter
Im Dezember lässt Manuel Feller (33) mit einer Aussage über Probleme aufhorchen. «Es ist einfach ein bisschen schwierig im Moment», sagt er in einem ORF-Interview. Und fügt an: «Auf und abseits der Piste.» Um welche Probleme es sich handelt, lässt der österreichische Ski-Star offen.
Nun befindet er sich mitten in der Vorbereitung auf den kommenden Winter. Und spricht gegenüber der «Krone» erstmals offen darüber, dass ihm mentale Probleme zu schaffen machen. «Eine harte Zeit, ich will nicht genauer darauf eingehen», so Feller. Aber dauerhafte körperliche Schmerzen – er kämpfte mit Rückenproblemen – schlagen aufs Gemüt.
Er habe viel Arbeit in die letzte Saison stecken müssen, damit es funktioniert hat. Und wie es das getan hat. Im Januar gewinnt er den Kitzbühel-Slalom. Wie viel ihm dieser bedeutet, zeigt sein emotionales Interview im Anschluss. Er spricht von der «schwierigsten Phase in meinem Leben» und dankt mit Tränen in den Augen seiner Frau Selina für die Unterstützung.
«Allein nicht in den Griff bekommen»
Um diese Phase zu überstehen, nimmt Feller professionelle Hilfe in Anspruch. «Allein hätte ich das nicht in den Griff bekommen», ist er sich sicher. Denn die Probleme haben sich über Jahre aufgebaut. Ihren Ursprung haben sie in Fellers Kindheit. «Ich bin mit zehn Jahren ins Internat gekommen, habe mein Leben lang alles mit mir selbst ausgemacht», erklärt er.
Inzwischen ist er verheiratet und Vater zweier Kinder. Es sei schwierig, wenn man selbst immer alles mit sich selbst ausmache. «Ist man dann teilweise mit Situationen überfordert, wird das Loch immer tiefer.» Gleichzeitig verrät Feller: «Mittlerweile ist alles wieder einigermassen im Lot.»
Karriereende hinausgeschoben
Mitverantwortlich dafür dürfte auch die Operation an der Bandscheibe und der Spinalkanalstenose sein, der er sich nach Olympia – wo er gemeinsam mit Vincent Kriechmayr (34) Silber in der Team-Kombi gewann – unterzogen hat. Dafür hat er seine Saison vorzeitig beendet. Eine Saison, die eigentlich seine letzte hätte sein sollen. Im Dezember war sich Feller sicher, dass nach Olympia Schluss ist. «Mir hat zuletzt der Spass am Skifahren gefehlt, so will ich einfach nicht aufhören.»
Abgeschlossen hat Feller trotzdem – mit dem Riesenslalom. Er ist neu Slalomspezialist. Und will noch eineinhalb bis zwei Jahre fahren. «In zwei Jahren bin ich 35, das ist auch wegen meiner beiden Kinder das Maximum für mich.»