Tour de Suisse gibt zu reden
Abzweig-Panne, Reusser-Ärger und Sturz-Debatte

Schwerer Sturz in Locarno: Urska Zigart, Verlobte von Tour-Star Tadej Pogacar, bricht sich den Kiefer und verliert Zähne. Die 29-Jährige übersah eine Schwelle und stürzte bei 50 km/h.
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Urska Zigart erlebt bei der zweiten Etappe der Tour de Suisse einen Albtraum. Sie stürzt schwer.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Urska Zigart stürzt in Locarno schwer bei Radrennen und verletzt sich
  • Kieferbruch, verlorene Zähne und Schürfungen nach Sturz über Schwelle
  • Marlen Reusser nun mit 57 Sekunden Rückstand auf Rang fünf
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Mathias GermannReporter Sport

Es ist der Aufreger dieses heissen Tages in Locarno. Für Urska Zigart (29, Slo) hat er schwere Folgen. Die Verlobte von Tour-Dominator Tadej Pogacar (27, Slo) liegt mit einem Kieferbruch im Spital. Laut Pogacar-Teammanager Mauro Gianetti verlor sie mehrere Zähne und erlitt Schürfungen im Gesicht. «Tragisch», sagt Olivier Senn. Und: «Es ist einfach bitter, dass es so gekommen ist.» Er wünscht der Slowenin eine schnelle Genesung.

Was ist passiert?

Zigart fährt mit einer Verfolgergruppe Richtung Ziel im Zentrum von Locarno. Vor ihr steht der Torbogen für den letzten Kilometer, im Radsport auch Teufelslappen genannt. Kurz davor übersieht sie bei rund 50 km/h eine acht Zentimeter hohe Schwelle. Ihr Vorderrad prallt dagegen, sie stürzt. Mehrere Fahrerinnen können nicht mehr ausweichen und gehen ebenfalls zu Boden.

Die Schuldfrage stellt sich sofort. SRF-Expertin Michelle Andres spricht von einer «dummen Kante». Mit einer solchen Schwelle rechne man an dieser Stelle nicht. Der Aufprall habe Zigart den Lenker aus den Händen gerissen. Die Folgen sind gravierend. Optimal wäre gewesen, mit dem Vorderrad über die Kante zu springen. «Viele Fahrerinnen wurden überrascht», sagt Andres.

Senn: «Mehr können wir nicht tun»

Senn wusste um die Gefahr. «Genau deshalb haben wir die Teams mehrmals gewarnt. Schriftlich und zusätzlich über Radiotour, kurz bevor die Fahrerinnen die Stelle erreichten.» Tatsächlich machten auch mehrere Polizisten mit Trillerpfeifen und Warnkellen auf die Gefahr aufmerksam. «Mehr können wir nicht tun», sagt Senn.

Fest steht: Bei den Männern, die später durch Locarno fahren, passiert nichts. Zudem gilt Zigart im Feld nicht als Technikerin. Bereits am Vortag verlor sie auf einer Abfahrt im Veltlin viel Zeit. «Zigart ist schon oft schwer gestürzt. Sie fährt häufig mit Angst», sagt Andres.

Senn will die Verantwortung nicht von sich weisen. Dennoch stellt sich die Frage, ob man die Kante mit Teer hätte entschärfen können. «Theoretisch ja. Aber bei 33 Grad wäre der Belag weich geworden und hätte zusätzliche Risiken geschaffen.»

Mit anderen Worten: Man hätte die Anpassung Wochen zuvor vornehmen müssen. Doch die Schwelle gehört zu einer dauerhaften Verkehrsberuhigung. «Natürlich hätten wir lieber eine topfebene Strasse, einen Billardtisch. Aber solche Strassen gibt es in der Schweiz kaum. Damit müssen wir leben.»

Reusser verärgert: «Das ging in die Hose»

Siegerin Elisa Longo Borghini (34, It) erkennt die Gefahr offenbar rechtzeitig. Sie hebt das Vorderrad an und fährt problemlos darüber. Auch Marlen Reusser (34) meistert die Stelle. Ihr Missgeschick passiert zwei Kilometer früher.

«Im Training fahren wir oft Velo, bin aber sehr langsam»
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Bei der Verfolgung von Longo Borghini fährt sie geradeaus statt nach links. Sie glaubt, ein Steward warne sie vor einem Verkehrsteiler. «Ich dachte, ich müsse darum herumfahren», erklärt sie später. Statt Zeit gutzumachen, verliert sie wertvolle Sekunden. Im Gesamtklassement liegt sie nun mit 57 Sekunden Rückstand auf Rang fünf. «Das ging in die Hose», sagt Reusser verärgert. Immerhin stimmt die Form. Das Zeitfahren am Samstag in Aarburg AG kommt ihr entgegen. Die Titelverteidigung bleibt möglich.

Grégoire siegt, Pogacar gibt keine Interviews

Bei den Männern gewinnt Romain Grégoire (23, Fr) den Sprint einer Fluchtgruppe. Pogacar folgt kurz dahinter und kontrolliert das Rennen weiterhin souverän. Bleibt er gesund, dürfte ihm der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen sein.

Dennoch ist der Velo-König an diesem Tag nicht glücklich. Seine Verlobte liegt verletzt im Spital. Auf die üblichen Interviews verzichtet er.

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