Darum gehts
- Ex-Radprofi Sven Montgomery verliert nach Vater und Bruder auch Mutter
- Sie starb fünf Minuten vor seiner Ankunft
- Geplante Mallorca-Reise mit Familie geplatzt, Mutter hatte Herzinfarkt
Vor 23 Jahren starb sein Bruder Clint (1978–2003). Ein Lastwagenfahrer hatte ihn bei einer Velo-Ausfahrt übersehen. Vor drei Jahren verlor Ex-Radprofi Sven Montgomery (50) seinen Vater Charles «Jerry» Jerrod (1944–2023) kurz vor der Tour de Suisse. Nun ist auch seine Mutter Marianne (†80) gestorben.
Der ehemalige SRF-Experte erzählt, wie er davon erfuhr: «Während der Tour de Suisse bin ich als VIP-Chauffeur engagiert. Bei der dritten Etappe in Bad Ragaz bereitete ich mich auf meinen Einsatz vor. Alles war wie immer. Dann vibrierte mein Handy. Meine Frau rief an.» Sie überbringt ihm die schlechte Nachricht: «Deine Mutter hat einen Herzinfarkt erlitten.»
Montgomery gilt als pragmatisch und pflichtbewusst. Sein erster Gedanke: «Ich kann die Etappe noch zu Ende bringen und danach zu ihr fahren.» David Loosli, der sportliche Direktor der Tour, winkt aber sofort ab. Das müsse er ganz sicher nicht tun – er solle zu seiner Mutter ins Spital, sagt er ihm.
Montgomerys rührende Worte über sein Mami
Montgomery packt seine Sachen und steigt in Bad Ragaz SG in den Zug. Vier Stunden später ist er in Zweisimmen BE. Lebend sieht er seine Mutter nicht mehr. «Sie starb fünf Minuten vor meiner Ankunft.»
Traurig ist Montgomery deswegen nicht. «Ich weiss, das tönt blöd, aber ich bin froh darüber. Erstens sind Mutter und ich wahnsinnig schlecht im Adieusagen. Und zweitens wollte ich sie nicht tot sehen.»
Lieber behält er seine Mutter lebend in Erinnerung. «Als gutes Mami, das sie war. Und als Grosi für meinen Sohn – sie hat ihn oft gehütet und viel für uns gekocht.»
«Ich vermisse sie»
Im Herbst wollte der Gesamtvierte der Tour de Suisse von 2000 mit seiner Mutter und anderen Familienmitgliedern noch einmal in die Ferien. Nach Mallorca – also dorthin, wo sich Marianne Montgomery auch sehr wohlfühlte.
Nun sind diese Pläne durchkreuzt worden. «Aber es ist gut, wie es ist. Meine Mutter war schon länger nicht mehr gesund. Sie sprach schon früher davon, dass sie bereit sei, zu gehen.»
Wichtig war ihr, im Notfall nicht künstlich am Leben erhalten zu werden, erzählt Montgomery. «Auch eine Operation hätte sie abgelehnt.» Doch diese Frage stellte sich nicht. «Meine Mutter ist drei Monate vor ihrem 81. Geburtstag friedlich eingeschlafen. Sie hatte ein langes und schönes Leben. Ich vermisse sie. Aber das tröstet mich.»