Darum gehts
- Nino Schurter ist TV-Experte bei SRF, bleibt routiniert und nahbar
- Er empfindet die neue Aufgabe als Herausforderung
- Der 40-jährige Bündner schliesst längeres Engagement nicht aus
Während auf der Strecke um Sekunden gekämpft wird, verfolgt Nino Schurter (40) das Geschehen hochkonzentriert für SRF. Immer wieder sprechen ihn Fans an, wollen ein Foto oder ein paar Worte wechseln. Der Bündner nimmt sich Zeit, bleibt freundlich und wirkt in seiner neuen Rolle schon erstaunlich routiniert. Dabei ist Lenzerheide erst sein zweiter Einsatz als SRF-Experte. Von Nervosität ist dem 40-Jährigen jedenfalls nichts anzumerken.
Dabei ist der Wechsel vom Athleten zum TV-Experten für den zehnfachen Weltmeister alles andere als selbstverständlich. «Als die Anfrage letztes Jahr kam, habe ich mich sehr gefreut. Ich denke, das ist eine coole Aufgabe», sagt Schurter im Gespräch mit Blick. «Ich kann so bei vielen Rennen trotzdem dabei sein – einfach in einer anderen Rolle.»
«Es ist nicht einfach»
Ganz ohne Nervosität geht es aber auch für den 40-Jährigen nicht. «Es ist eine Challenge. Es ist nicht einfach. Ich will diesen Job auch gut machen», sagt Schurter. Der langjährige Dominator des Mountainbike-Sports musste sich zunächst daran gewöhnen, plötzlich vor der Kamera zu stehen: «Auf einmal bist du derjenige, der die Show bringen muss.»
Was ihm besonders gefällt? Die Nähe zum Renngeschehen. «Da kommt schon fast wieder ein wenig Adrenalin hoch», erzählt Schurter. Gleichzeitig habe er lernen müssen, mit Kritik umzugehen. «In dieser Position wird man viel mehr kritisiert als als Athlet. Man ist noch ein bisschen mehr im Schaufenster.»
Dass er seine neue Aufgabe ernst nimmt, zeigt auch ein Blick hinter die Kulissen. «Bei SRF musste ich zuerst ins Coaching gehen. Nach jedem Einsatz bekomme ich Feedback», verrät Schurter. «Das wird sehr seriös betrieben.»
Heim-Weltcup bleibt speziell
Besonders emotional ist für Schurter der Heim-Weltcup in Lenzerheide. Zu viele Erinnerungen verbinden ihn mit dem Bündner Klassiker. «Hier konnte ich so viele tolle Erfolge feiern», sagt er. Ganz loslassen kann er den Wettkampf noch nicht. «Ich bin immer noch sehr gerne Athlet und mache privat gerne Wettkämpfe.»
Vor allem die Erfolge der Schweizerinnen und Schweizer bereiten ihm Freude. «Es gibt überhaupt keine Baisse. Bei den Frauen und bei den Männern hat es so viele tolle Leute», sagt Schurter. «Das macht dann auch viel Spass zu kommentieren.»
Dass aus dem TV-Job mehr werden könnte, schliesst der Bündner nicht aus. Das Feedback sei bislang durchwegs positiv. Doch Schurter will sich nicht festlegen. Schliesslich gibt es neben dem Fernsehen auch noch ein anderes Team, das auf ihn zählt: seine Familie.