Darum gehts
- Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide startet in zwei Tagen, Ticketverkäufe ziehen langsam an
- 2023 besuchten 32'000 Fans die Veranstaltung, dieses Jahr erwartet man 15'000 bis 28'000
- OK-Präsident Müller: Besucher entscheiden kurzfristiger, Wetter beeinflusst Interesse positiv
Noch vor wenigen Tagen sorgten die Ticketverkäufe für den Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide GR für Stirnrunzeln. Wie SRF berichtete, waren rund einen Monat vor dem Event erst etwa 2500 Tickets verkauft worden. Nun, kurz vor dem Rennwochenende, entspannt sich die Lage etwas.
«Es zieht jetzt an», sagt OK-Präsident Christoph Müller (44) im Gespräch mit Blick. Vor allem die guten Wetterprognosen hätten in den vergangenen Tagen für zusätzlichen Schwung gesorgt. «Wir haben schon gemerkt, dass das Interesse steigt. Jetzt merkt man das auch beim Ticketverkauf.»
Dennoch beobachtet Müller einen Trend, der Veranstaltern zunehmend zu schaffen macht: Die Besucher entscheiden immer kurzfristiger. «Die Leute halten sich bis zum Schluss offen, ob sie an den Weltcup gehen oder etwas anderes machen. Ich glaube, das ist ein Problem, mit dem alle Veranstalter zu kämpfen haben.»
Schurter-Effekt? «Jein»
Müller glaubt allerdings nicht, dass die Situation allein mit dem Rücktritt von Star Nino Schurter (40) zusammenhängt. «Jein. Nino ist ein Teil davon», sagt er. Gleichzeitig beobachte man, dass sich die Menschen heute deutlich spontaner für ihre Freizeitaktivitäten entscheiden. Zudem sei das Angebot an Möglichkeiten an einem Sommerwochenende grösser denn je. «Die Leute haben heute eine grössere Auswahl.»
Die jüngsten Weltcup-Ausgaben in Lenzerheide seien nur bedingt vergleichbar. 2023 feierte Schurter vor 32'000 Zuschauern seinen historischen 34. Weltcupsieg, 2025 stand sein Abschied vom Spitzensport im Mittelpunkt und lockte gar 33'000 Fans an die Strecke. Dazwischen fand 2024 kein Weltcup in Lenzerheide statt. «Da hatten wir natürlich einen ganz anderen Aufhänger», sagt Müller. Nun bewege sich der Anlass wieder eher auf dem Niveau der Jahre vor Corona, als jeweils zwischen 15'000 und 28'000 Zuschauer nach Lenzerheide pilgerten.
Nun wolle man den Fokus auf die nächste Generation richten. «Jetzt geht es darum, zu zeigen, dass die Jungen Vollgas geben. Wir wollen ihnen diese Plattform bieten.»
Hoffnung auf den Endspurt
Trotz der Diskussionen um die Zuschauerzahlen bleibt der OK-Präsident optimistisch. Die Erfahrung zeige, dass viele Fans ihre Tickets erst kurz vor den Rennen oder direkt an der Tageskasse kaufen.
«Wir sind kein Taylor-Swift-Konzert, das nach wenigen Minuten ausverkauft ist», sagt Müller mit einem Schmunzeln. In den vergangenen Jahren seien jeweils auch an den Renntagen selbst noch sehr viele Tickets verkauft worden.
Für zusätzlichen Optimismus sorgen die Schweizer Athletinnen und Athleten. «Wir haben weiterhin Fahrerinnen und Fahrer, die in der Weltspitze mitmischen. Auch im Nachwuchs kommt eine tolle Generation nach», sagt Müller.
Auf die Zuschauerinnen und Zuschauer ist der Weltcup auch wirtschaftlich angewiesen. Laut Müller stammen mehr als 25 Prozent der Einnahmen aus Ticketing, Hospitality und Gastronomie. Entsprechend wichtig ist der Endspurt beim Kartenverkauf.