Darum gehts
- Erstes Mountainbike-Weltcup-Rennen in Asien: Drei Schweizer Siege
- Sina Frei wird zehnte Frau im Weltcup mit Doppelsieg am selben Wochenende
- Frei kam ihr Reha-Training nach ihrer Verletzung im Dezember zugute
Es ist die Schweiz, die beim ersten Weltcup-Rennen der Mountainbike-Geschichte in Asien voll abräumt. Und zwar auf äusserst denkwürdige Art. Von den vier wichtigsten Rennen des Saisonauftakts in Südkorea (Elite und U23) enden drei mit Schweizer Triumphen – und gleich für das ganze Trio ist es die Siegpremiere im Weltcup.
Weder die Zürcherin Sina Frei (28) noch der St. Galler Dario Lillo (24) haben zuvor je über die olympische Distanz gewonnen. Und bei den U23-Männern siegt erstmals das Appenzeller Riesentalent Nicolas Halter (20).
Jetzt reisen Frei und Lillo als Gesamtweltcup-Führende zum Europa-Auftakt in Tschechien. Neue Schweizer Namen gleichzeitig im Leadertrikot, die nicht Nino Schurter, Alessandra Keller, Mathias Flückiger oder Jolanda Neff heissen – das ist historisch.
Frei ergänzt ihren schillernden Palmarès
Während Lillo noch am Anfang einer womöglich glänzenden Karriere steht, fährt sich Sina Frei bei der Schlammschlacht in Korea in einen illustren Kreis. Die 1,51 Meter kleine Zürcherin gehört spätestens mit ihrer Gala von Korea zu den Grössten des Schweizer Bike-Sports. Junioren-Weltmeisterin, Shorttrack-Weltmeisterin, Team-Weltmeisterin, Olympia-Silbergewinnerin, Cape-Epic-Siegerin und nun auch Weltcup-Siegerin.
Frei gewann am Freitag im Trockenen ja auch das Shorttrack-Rennen: Sie ist erst die zehnte Frau im Weltcup, die an einem Wochenende beide Siege holt. «Megacool, dass es hier mit beiden Siegen geklappt hat, ich kann es selber noch kaum glauben», sagt Frei. Auch wenn die Frau vom Zürichsee seit Jahren an der Weltspitze fährt – dass sie gleich derart abräumt, ist eine Sensation.
Dann enthüllt Frei ihr Erfolgsgeheimnis, wie sie bei den grenzwertigen Bedingungen im Olympia-Skigebiet von 2018 – es war derart schlammig, dass bergauf das Velo oft gestossen werden musste – selbst die letztjährige Dominatorin Jenny Rissveds (31, Sd) stehen lassen konnte: «Es gab im Regen viel mehr Laufpassagen, als ich gedacht habe. Doch mir hat es sicher geholfen, dass ich im Winter in der Reha viel auf dem Stepper gemacht habe!»
Der ungeliebte Stepper für das Zwangs-Indoor-Training im Winter – plötzlich ist das Treppensteigegerät Gold wert, wenn man im unfahrbar rutschigen Schlamm zu Fuss bergwärts eilen muss. Frei hatte sich vor Weihnachten bei einem Trainingssturz die linke Hand und das linke Schlüsselbein gebrochen, beides wurde innert drei Tagen operiert. Und danach brauchte die Zürcherin in der Reha eben wochenlang Geduld, bis sie wieder aufs Bike steigen durfte. Nun lohnte sich das Stepper-Training so sehr, dass Frei als Gesamtführende heimreist.