Staub setzt ihm zu
Mountainbike-Star Flückiger kritisiert Tempo-Irrsinn

Staub und Tempo prägen den Mountainbike-Weltcup immer mehr. Routinier Mathias Flückiger kritisiert die neuen Streckenbedingungen. Trotzdem will er gelassener denn je in seine 18. Weltcup-Saison starten.
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«Math» Flückiger startet Anfang Mai entpannt in die neue Mountainbike-Saison.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mathias Flückiger startet Anfang Mai in seine 18. Weltcup-Saison
  • Der Oberaargauer setzt auf Gelassenheit
  • Flückiger freut sich auf den Weltcup-Auftakt in Südkorea – in Val die Sole hat er eine Rechnung offen
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Pietermaritzburg, Südafrika, 2009: Ein 20-jähriger Schweizer fährt bei seinem ersten Mountainbike-Weltcup-Rennen überraschend auf Rang 10. Einen Gesamtweltcupsieg und eine Olympia-Medaille später startet Mathias Flückiger – mittlerweile 37 – Anfang Mai 2026 in seine bereits 18. Weltcup-Saison.

Vor dieser sagt er zu Blick: «Ich bin echt entspannt. In Topform bin ich zwar noch nicht, aber alles gut. Easy. Das erste Rennen wird kommen und dann sehe ich, wie es läuft.» Das erste Vorbereitungsrennen hat er am Sonntag im Swiss Cup im Tessin jedenfalls schon mal gewonnen.

Der Eindruck, dass Flückiger vor einer Saison so gelassen ist wie noch nie, täuscht nicht. Der Oberaargauer verrät: «Früher hätte ich mich in dieser Phase sicher stärker unter Druck gesetzt. Heute kann ich die Dinge lockerer angehen.»

Skiferien während der Saisonvorbereitung

Diese Gelassenheit hat zweifellos auch mit dem Privatleben des Thömus-Maxon-Fahrers zu tun. Nach der turbulenten Zeit rund um den vermeintlichen Doping-Missbrauch wurden Mathias und Lisa Flückiger vor einem Jahr Eltern. Die neue Rolle als Vater lässt Flückiger nicht nur sehen, was wirklich wichtig ist im Leben, es verändert auch seine Saison-Vorbereitung.

So gönnt sich der Vater von Töchterchen Mina (1) im letzten Winter etwas, was früher nicht nur aufgrund seiner neuen Rolle als Vater auf keinen Fall denkbar gewesen wäre: Mit seiner Familie reist er im Januar mitten in der Saisonvorbereitung in die Skiferien ins Wallis.

Ganz ohne Bewegung geht es da zwar nicht. «Ich war fast jeden Tag auf einer Skitour», sagt Flückiger. Trotzdem sei es bewusst eine ruhigere Woche gewesen. «Die Zeit als Vater geht so schnell vorbei. Ich möchte sie deshalb so bewusst wie möglich erleben.»

Führt der Staub zu Rücktritten?

Doch nicht nur Flückiger hat sich verändert. Auch der Mountainbike-Sport sieht heute komplett anders aus als noch zu Beginn von Flückigers Profikarriere im Jahr 2009.

Seit dem letzten Jahr setzt der Weltcup stärker auf Tempo und spektakuläre Bilder. Der amerikanische Veranstalter Warner Bros. Discovery möchte den Sport grösser machen. Für die Fahrer hat das Konsequenzen.

«Es wird viel gebaut. Alles soll möglichst schnell sein», sagt Flückiger. «Das sieht vielleicht cool aus, aber die Strecken sind dadurch bei trockenen Bedingungen viel staubiger geworden. Das kann zur Belastung werden.» In Snowshoe in den USA sei es zuletzt extrem gewesen. «Dort bin ich die ersten zwei Runden mit einer Maske gefahren, weil es so stark gestaubt hat. Das war wirklich krank.»

Flückiger führt seinen Leistungsabfall gegen Ende der letzten Saison unter anderem auch auf diese Bedingungen zurück. «Wenn man über Jahre immer wieder unter solchen Umständen fährt, fordert das den Körper stark», sagt er. «Der Staub verschärft das zusätzlich. Da kann ich mir schon vorstellen, dass das bei einigen Fahrern irgendwann Spuren hinterlässt und zum Nachdenken anregt.»

Darum freut sich Flückiger auf den Weltcup-Auftakt in Südkorea

Wie sich der Staub auf Flückigers kommende Saison auswirkt, bleibt länger als gewohnt abzuwarten. Das erste Weltcuprennen der Saison findet heuer nicht wie zuletzt im durchaus staubigen Araxa (Brasilien) statt. Der Tross trifft sich zum Auftakt vom 1. bis 3. Mai in Südkorea in der Region, wo die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang über die Bühne gingen.

Flückiger freut sich deshalb auf das neue Rennen zum Auftakt. Und wer weiss: Vielleicht zahlt sich dann genau das aus, was der Routinier in den letzten Jahren immer mehr gelernt hat: Lockerheit.

«Maths» grösstes Ziel in seiner 18. Weltcup-Saison wird aber zweifelsohne die WM in Val di Sole (It). An dieser Stätte hat Flückiger noch eine Rechnung offen. 2021 vergab er dort WM-Gold im Schlusssprint. Der Sieger? Nino Schurter.

Hier übersprintet Schurter Flückiger und holt WM-Gold
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Entscheidung in Val di Sole:Hier übersprintet Schurter Flückiger und holt WM-Gold
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