Ärger im Schweizer Rad-Team!
Warum fuhr Supertalent Jan Christen nicht in der WM-Staffel?

Ohne Stefan Küngs Defekt hätte die Schweiz beim Mixed-Teamzeitfahren wohl Gold geholt. Doch hätte das Team trotz Panne gewinnen können?
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Vor einem Jahr in Ruanda war Jan Christen (links) noch Teil des Schweizer Teams im Mixed-Teamzeitfahren. Diesmal nicht mehr.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz holt Bronze im Mixed-Teamzeitfahren, Küngs Defekt verhindert Gold
  • Jan Christen enttäuscht: Swiss Cycling verweigert ihm Teilnahme trotz Zusage, heisst es
  • Bissegger verlor fast drei Minuten im WM-Einzelzeitfahren am Sonntag
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Mathias GermannReporter Sport

Der Tenor nach dem Mixed-Teamzeitfahren an der Rad-WM in Montreal war klar: Ohne Stefan Küngs Defekt nach dreieinhalb Kilometern hätte die Schweiz Gold geholt statt Bronze. Gut möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich. Doch hätte sie trotz Küngs Defekt gewinnen können?

Ohne Küng (32) verausgabten sich Mauro Schmid (26) und Stefan Bissegger (26) komplett – zum Beispiel das deutsche Team zeigte aber, dass man auch als Duo schneller hätte fahren können.

Wer über die Schweizer Aufstellung bei den Männern nachdenkt, landet rasch bei einem weiteren Namen: Jan Christen (22). Er ist das grösste Schweizer Rad-Talent, wurde im Juni Schweizer Meister im Strassenrennen und im Zeitfahren. Damals fehlte Küng verletzt. Bissegger verlor im Zeitfahren sechs Sekunden, Schmid 57.

Christen ist Schweizer Zeitfahrmeister

Der Hammer: Gemäss Blick-Informationen war Christen zugesagt worden, zumindest das Mixed-Teamzeitfahren zu bestreiten. Er sagte deshalb die Luxemburg-Rundfahrt ab. Dann die Kehrtwende: Radverband Swiss Cycling teilte ihm offenbar mit, dass er doch nicht fahren dürfe. Seine Enttäuschung war riesig, der Ärger auch. Sein Team UAE Emirates dürfte ebenfalls wenig Freude gehabt haben.

Zumal Bissegger noch nicht wieder der Alte ist. Im August brach er sich das Schambein. Im WM-Einzelzeitfahren vom Sonntag verlor er als 28. fast drei Minuten. «Ich hatte das fast ein wenig geahnt, denn seine Vorbereitung verlief nicht ideal. Trotzdem war das happig», sagt sein ehemaliger Trainer Marcello Albasini. Bissegger wartet seit fast drei Jahren auf einen Sieg, Christen siegte alleine im Jahr 2026 schon fünfmal.

Die Nomination Bisseggers findet Albasini trotzdem richtig. «Er ist aus technischen Gründen der beste Mann. Nicht, dass Christen nicht gut wäre, aber Stefan hat vermutlich mehr Erfahrung in Teamzeitfahren. Das ist mindestens so wichtig wie die Einzelpower.»

Christen dürfte das anders sehen. Er reiste am Mittwoch nach Kanada, will zur Causa aber (noch) nichts sagen. Hingegen spricht Nationaltrainer Michael Schär: «Aufgrund des sehr technischen Zeitfahr-WM-Kurses haben wir uns für Bissegger, Schmid und Küng entschieden, weil diese drei technisch sehr gut harmonieren. Mit Jan war ich dazu laufend im Austausch», versichert Schär gegenüber Blick, «er konnte den Entscheid nachvollziehen und kann sich nun voll auf das Strassenrennen konzentrieren, wo wir für ihn die besten Chancen auf ein starkes Resultat sehen.»

Super-Helfer Dillier wäre gerne an der WM

Auch Silvan Dillier (35) fehlt in Kanada. Der Routinier hätte gerne sein zehntes WM-Strassenrennen bestritten. Dass Bissegger vorgezogen wurde, versteht er aus logistischen Gründen. Mühe hat er mit einer anderen Begründung: «Sie sagten, Stefan sei mental frischer, weil er nicht die Tour de France und auch nicht die Vuelta fuhr», so Dillier gegenüber Blick, «ich sehe den Punkt aber nicht, dass ich nicht frisch sein sollte für ein WM-Rennen.»

Fakt ist: Dillier fuhr seit der Tour de France in 59 Tagen nur zwei Rundfahrten mit je fünf Etappen. Seine Belastung hielt sich damit in Grenzen.

«Auch mit Silvan war ich in engem Austausch», nimmt Nationaltrainer Schär Stellung. «Er hatte eine sehr erfolgreiche Saison mit Alpecin und war von den Frühjahrsklassikern bis zur Tour auf sehr hohem Niveau. Für diese Rolle haben wir deshalb bewusst auf frischere Fahrer gesetzt. Mentale und körperliche Frische ist im modernen Radsport ein entscheidender Faktor.»

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