Darum gehts
- Schweizer Para-Wintersport leidet unter mangelnder Förderung und finanziellen Ressourcen
- Politik fokussiert mehr auf Funktionäre statt auf Athleten
- Langfristige Partnerschaften und Talentförderung als Schlüssel für mehr Erfolg
Auch wenn der Medaillenspiegel nicht so berauschend ist, wie man es sich als Wintersport-Nation wünscht, muss man die Leistung des Schweizer Para-Wintersports würdigen. Die Schweiz war nicht schwach, sondern andere Länder stärker. Das können wir ändern. Aber wie?
Primär braucht es ein langfristiges Commitment finanzstarker, privater Partner, die bereit sind, auf acht Jahre hinaus zu planen und verbindlich mitzumachen. Der Schweizer Paralympics-Sport braucht mehr Geld.
Sind die Funktionäre wichtiger als die Athleten?
Das allein wird aber nicht reichen. Es muss noch professioneller und vor allem am Kern der Sache gearbeitet werden: Der konsequenten Verbesserung sportlicher Spitzenleistungen, denn die Paralympics dürfen nicht mit Breitensport verwechselt werden.
Verbandspolitischer Reibungsverlust war in den vergangenen Jahren diesbezüglich ein Hemmschuh. Zudem entstand der Eindruck, dass der Politik die Förderung der Funktionäre noch wichtiger war als die Entwicklung der Athleten. Auch das muss sich ändern.
Gelingt es, die durchaus vorhandenen Talente koordiniert zu sichten und zu fördern, kann die Schweiz im Para-Wintersport aufholen. Dazu braucht es charismatische Leute in den Führungsetagen und den Trainerstäben, die gemeinsam mit finanzstarken Partnern den Schweizer Para-Sport konsequent weiterbringen.
Sponsoren investieren nicht in Organisationen oder politische Haltungen. Sie investieren in Menschen, die Weltklasse-Potenzial haben. Um genau das muss es an den Paralympics gehen, wenn die Marke Paralympics glaubhaft bleiben will.
Lukas Christen (59) verlor mit 21 Jahren bei einem Töffunfall sein linkes Bein. Parallel zum Wirtschaftsstudium wurde er als Sprinter und Weitspringer zu einem der weltbesten Behindertensportler. Christen nahm 1992, 1996 und 2000 an den Paralympics teil und holte fünf Mal Gold. Die Paralympics 2026 in Italien begleitet der Zentralschweizer als Blick-Experte.