Schweizer Jubel an den Paralympics in Milano Cortina. Fabrice von Grünigen (24) fährt im Banked Slalom in seiner Kategorie auf den zweiten Platz und sichert sich Silber. Für den Berner Oberländer ist es die erste Medaille an Paralympischen Spielen.
Der Medaillengewinn kommt etwas überraschend. Von Grünigen hatte sich bei einem Sturz im Snowboardcross-Training am vergangenen Wochenende eine Gehirnerschütterung zugezogen. Den anschliessenden Wettbewerb verpasste der 24-Jährige aufgrund der Verletzung.
Am Freitag überzeugt er im Banked Slalom bereits im ersten Lauf mit einer Zeit von 56,29 Sekunden und klassiert sich zur Halbzeit auf dem zweiten Rang. Die Zeit reicht schliesslich auch für die Silbermedaille. Denn beim Wettbewerb werden die Zeiten beider Durchgänge nicht addiert, sondern es zählt der bessere Versuch. Im zweiten Durchgang setzt von Grünigen die schlechtere Marke von 56,37 Sekunden.
Fahrni verpasst weitere Medaille
Unangetastet bleibt die Zeit des Siegers aus Italien. Emanuel Perathoner deklassiert von Grünigen dank eines starken zweiten Laufs um rund zwei Sekunden (54,28). Bronze geht an den Australier Ben Tudhope.
Keine weitere Medaille gibt es nach Snowboardcross-Bronze derweil für Aron Fahrni in seiner Kategorie. Nach dem ersten Lauf liegt der Berner noch auf dem dritten Zwischenrang, kann sich mit dem zweiten Versuch aber nicht verbessern. Weil er von zwei Chinesen noch abgefangen wird, verpasst er das Podest am Ende als Fünfter um 0,14 Sekunden.
In Fahrnis Kategorie geht Gold ebenfalls an Italien. Jacopo Luchini gewinnt vor den beiden Chinesen Wang und Zihao Jiang.
Nach zweimal Gold holt Cuche noch Silber im Riesenslalom
Gold in der Abfahrt, Gold im Super-G und nun Silber im Riesenslalom in der Kategorie Stehend. Robin Cuche sichert sich an den Paralympics bereits die dritte Medaille und lässt die Schweiz kurz nach von Grünigens Silbertriumph nochmals jubeln. Der Neuenburger ist eigentlich kein Technik-Spezialist, verschafft sich in der vorletzten Disziplin der alpinen Skifahrer aber schon im ersten Lauf eine gute Ausgangslage.
Zur Halbzeit ist Cuche mit knapp drei Zehnteln Rückstand Zweiter hinter dem Franzosen Arthur Bauchet. Der Neffe des Ex-Skifahrers Didier Cuche fährt auch im zweiten Durchgang stark und verteidigt seine Position. Bauchet lässt sich seine Halbzeit-Führung nicht nehmen und kürt sich mit 1,96 Sekunden auf Cuche zum Para-Olympiasieger. Das Podest komplettiert Alexei Bugajew aus Russland.