Olympia-Traum wird doch noch wahr
Eisschnellläuferin McGregor trat einst wegen Depressionen zurück

Der Olympia-Traum von Kaitlyn McGregor wäre ohne Livio Wenger und Trainer Kalon Dobbin nicht wahr geworden. Sie überredeten die Eisschnellläuferin zum Comeback, nachdem sie ihrer Leidenschaft jahrelang den Rücken gekehrt hatte.
Kommentieren
1/7
Kaitlyn McGregor hat wieder Freude am Eisschnelllaufen. Der Sport hatte ihr 2014 das Herz gebrochen, sie nach sich eine lange Auszeit.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kaitlyn McGregor kehrt nach zwölf Jahren Pause zum Eisschnelllauf zurück
  • Ihr Comeback inspiriert durch Schweizer Team und Livio Wenger
  • McGregor und Wenger starten im Massenstart-Wettkampf mit Zielen
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Nicole Vandenbrouck aus Mailand

Es ist nur ein Gedanke, den Kaitlyn McGregor hat, als sie ihre Taschen packt für einen Besuch bei ihren Eltern in Inzell (De). «Ich nahm aus einem Impuls heraus auch meine Eisschnelllauf-Schuhe mit», erinnert sich die 31-Jährige an den Moment im 2019. Ihre Eltern wohnen in dem 5000-Seelen-Örtchen, weil es einst auch die Trainingsbasis ihrer Tochter gewesen ist, als sie als Teenagerin die Eisschnelllauf-Welt erobern möchte.

Als 19-Jährige gewinnt McGregor an den Junioren-Weltmeisterschaften einmal Silber und zweimal Bronze. Ihr grosses Ziel damals: Olympia 2014 in Sotschi. Als sie sich nicht dafür qualifiziert, bricht eine Welt für sie zusammen. Die Enttäuschung darüber gipfelt in einer Auszeit. Zwischen 2014 und 2021 bestreitet die einstige Eishockeyspielerin keine Wettkämpfe, informiert den Verband 2015 über ihren Rücktritt vom Eisschnelllauf. Der Sport hat ihr das Herz gebrochen.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Vor allem aber fühlt sie sich damals allein. Aus dem Hockey ist sie sich das Team-Leben gewohnt, «als Eisschnellläuferin war ich eine Einzelgängerin, reiste alleine um die Welt, musste oft meine Eltern anrufen, weil ich nicht weiter wusste oder etwas mit den Hotels nicht geklappt hat», erzählt sie. Ihr Körper rebelliert, kann den Stress und Druck nicht mehr verkraften. McGregor erleidet zudem eine Depression, kehrt ihrer Leidenschaft den Rücken.

Wenger attestiert ihr Mut und Willen

Bis zu jenem Moment 2019, als sie die Trainingshalle in Inzell betritt. Da traut sie ihren Augen kaum. Ein Schweizer Team trainiert, mit einem Coach, «das hat es zu meiner Zeit nie gegeben». Auch Livio Wenger ist überrascht, als sein Vorbild plötzlich neben ihm steht. «Dank ihr hatte ich es so weit gebracht», erzählt der 33-Jährige. Und dank ihm beschliesst McGregor ihr Comeback. Denn seinem 4. Olympia-Platz von Pyeongchang ist es zu verdanken, dass der Sport in der Schweiz einen Aufschwung erlebt und ein professionelleres Umfeld geschaffen wird. «Wir tranken einen Kaffee zusammen», so Wenger, «ich erzählte ihr, wie sich die Zeiten geändert haben. Nach so vielen Jahren zurückzukehren, braucht grossen Mut und Willen.»

Das sagt ihr damals auch Trainer Kalon Dobbin: «99 Prozent der Zurückgetretenen schaffen es nie mehr an die Spitze.» McGregor schon – wohl weil sie in so jungem Alter pausiert hat. Der Comeback-Pakt wird geschlossen, immer mit dem Ziel Olympia 2026 vor Augen. Der Olympia-Traum hat sich für die im Luzernischen wohnhafte McGregor, die sich während ihrer Auszeit zur Yogalehrerin und Ernährungsberaterin ausbilden lässt, zwölf Jahre später erfüllt als geplant.

«Ich spüre einfach nur Dankbarkeit. Rückblickend hat es diese Auszeit gebraucht, um wieder hier zu stehen.» Am letzten Olympia-Samstag sind sowohl Wenger als auch McGregor im Massenstart-Wettkampf dabei. Ihr Ziel? «Mein höchstes Potenzial abrufen.» Ein Top10-Platz ist für sie realistisch, für Wenger könnte gar ein Medaillenrang drinliegen.

Werde Olympia-Follower

Jetzt folgen – und nichts von Olympia verpassen. Mit der neuen Funktion bleibst du während der Winterspiele in Mailand/Cortina stets auf dem Laufenden. Ticker, Berichte, Analysen oder Reportagen – die ganze Palette der Berichterstattung wird dir als Follower automatisch aufs Handy gepusht. Mehr Infos gibts hier.

Follower werden ist ganz einfach. Unten auf den Button klicken, dann auf der Olympia-Seite auf das Plus-Symbol. Danach kannst du dich einloggen, News-Pushs abonnieren (nur auf der App), und schon bist du ein Follower.

Jetzt folgen – und nichts von Olympia verpassen. Mit der neuen Funktion bleibst du während der Winterspiele in Mailand/Cortina stets auf dem Laufenden. Ticker, Berichte, Analysen oder Reportagen – die ganze Palette der Berichterstattung wird dir als Follower automatisch aufs Handy gepusht. Mehr Infos gibts hier.

Follower werden ist ganz einfach. Unten auf den Button klicken, dann auf der Olympia-Seite auf das Plus-Symbol. Danach kannst du dich einloggen, News-Pushs abonnieren (nur auf der App), und schon bist du ein Follower.

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen