«Bin stolz, dass ich Gold für meine Mama gewinnen konnte»
1:25
Historisches Sieg für Fatton:«Bin stolz, dass ich Gold für meine Mama gewinnen konnte»

«Fühlt sich an wie ein Traum»
Eltern von Olympiasiegerin Fatton erlebten verrückten Tag

Die Premiere des Skibergsteigens bei den Olympischen Spielen war ein Erfolg. Einzig die Security auf der Tribüne sorgte zwischenzeitlich für Ärger. Letztlich jubelte die Familie von Marianne Fatton am lautesten.
Kommentieren
1/11
Stolze Eltern: Papa Didier Fatton und Mama Anna Jaouškova Fatton fieberten auf der Tribüne mit ihrer Tochter mit.
Foto: Pascal Mora

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marianne Fatton gewinnt Gold im Skibergsteigen bei Olympia in Bormio
  • Ihre Eltern verpassten die Vorläufe – das Wetter spielte verrückt
  • Schweizer Fanclub ärgert sich über Tribünen-Organisation
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_AUTOR_1051.JPG
Nicola AbtReporter Sport

Die Ski sind angeschnallt, die Felle montiert. Einer nach dem anderen gleitet in Richtung Startlinie. Auf dem grossen Screen erscheinen Name, Nation und Erfolge. Beim bisher Erreichten steht zuoberst: «Erste Olympische Spiele».

Die Einblendung sorgt auf der Tribüne für Gelächter. «Eine total überraschende Information», meint jemand. Eine Schweizerin sagt trocken: «Das hätten sie sich wirklich sparen können.»

Tatsächlich ist der Hinweis überflüssig und doch verdeutlicht er, was an diesem Donnerstag in Bormio geschieht. Es wird Geschichte geschrieben. Skibergsteigen feiert seine olympische Premiere. Und mit Marianne Fatton (30) kommt die erste Olympiasiegerin aus der Schweiz!

Trompeten-Belgier machen Stimmung

Ihre Eltern schütteln auf der Tribüne fassungslos den Kopf. «Es fühlt sich an wie in einem Traum. Ich hoffe, ich erwache nicht plötzlich», sagt Vater Didier sichtlich mitgenommen. Er ist nach diesem Tag völlig am Ende. Und das nicht nur, weil er mit seiner Tochter mitgefiebert hat. 

Ihr «Abenteuer» beginnt am frühen Morgen in der Nähe von St. Moritz GR. Bei starkem Schneefall sitzt die Neunergruppe im Bus, als dieser plötzlich nicht mehr vorwärtskommt. «Wir mussten aussteigen und stossen.» Mit vereinten Kräften befreien sie das Fahrzeug. 

Aufgrund dieser Rettungsaktion und der rutschigen Strassen kommen sie zu spät in Bormio an. Eine Gruppe Belgier hatte zu diesem Zeitpunkt mit ihren Trompeten bereits für mächtig Stimmung gesorgt. «Das wird eine riesige Party», ist sich ein Italiener sicher. Noch sind nicht alle davon überzeugt. Doch spätestens nach den ersten paar Vorläufen wird klar: Dieses Format hat Potenzial.

Fanclub-Ärger auf der Tribüne

Die Sprint-Disziplin vereint in knapp drei Minuten alles, was Skibergsteigen ausmacht. Zuerst der Aufstieg mit Fellen an den Ski. Danach folgt eine Tragepassage über 42 Treppenstufen, die das Hochgebirge simulieren soll. Oben werden die Felle heruntergerissen und dann geht es auf den Ski hinunter ins Ziel.

Von der Tribüne aus ist alles sichtbar. «So macht Sport vor Ort richtig Spass», sagt ein Fan des Schweizers Jon Kistler. «Bei der Abfahrt hast du nur ein paar Sekunden gesehen.» Während die Skibergsteiger auf dem Kurs eine tolle Show liefern, sorgt die Security auf der Tribüne für Ärger.

Zwei Personen aus dem Fanclub von Arno Lietha dürfen nicht zu ihren Kollegen. Die untere Tribüne sei bereits voll, wurde ihnen gesagt. Ein Blick von oben zeigt: Es hätte noch reichlich Platz. «Sehr fragwürdig», so die beiden. Pünktlich zu den Medaillenentscheidungen finden sie über Umwege dann doch noch zu ihren Leuten.

Zittern um Olympia 2030

Mittlerweile ist die Tribüne gut gefüllt. Es hat ähnlich viele Zuschauer wie bei den Skirennen. Ziehen Odermatt und Co. also gleich viele Fans an wie die Skitouren-Athleten? Natürlich nicht. Für einmal waren die Ticket-Preise etwas tiefer. «Ich habe nur 36 Franken bezahlt», erklärt ein Schweizer.

Bei den Skirennen kosteten die Eintritte über 100 Franken. Für die Halbfinals hat es auch die Familie von Fatton ins Stadion geschafft. Bis dahin sahen sie keine Sekunde ihrer Tochter. «Es war eine Katastrophe. Richtig deprimierend», sagt ihr Vater.

Die Goldmedaille machte das alles aber schnell vergessen. Nach dem grossartigen Erfolg beginnt jedoch sogleich das grosse Zittern. Noch ist unklar, ob Skibergsteigen 2030 in Frankreich wieder im Olympia-Programm steht. Argumente dafür haben die Sportler und Sportlerinnen heute einige geliefert.

Neue Olympia-Sportart könnte zur Goldgrube werden
1:22
Schweiz hats erfunden:Neue Olympia-Sportart beschert uns Gold

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen