So funktioniert Skibergsteigen
Bei einem Sprint-Rennen im Skibergsteigen starten die Athletinnen respektive Athleten gleichzeitig. Der Parcours ist in eine Bergauf- und eine Bergabpassage aufgeteilt. Hoch eilen die Athletinnen und Athleten dank Fellen an den Ski, zwischendurch auch zu Fuss (bei der sogenannten Portage oder Treppenpassage) – die Ski sind dann auf den Rücken geschnallt. Auf dem Gipfel wird die Ausrüstung angepasst und die Felle von den Ski abgezogen. Dann gehts ähnlich wie im Skicross durch Tore runter ins Ziel. Eine Runde der TV-tauglichen Sprintvariante dauert rund 3 Minuten.
Um die Medaillen gekämpft wird im K.o.-System. Die 18 Teilnehmenden starten in drei Vorläufen mit je sechs Startenden. Von jedem Vorlauf kommen drei direkt weiter in die Halbfinals. Dazu kommen drei Lucky Loser, die sich über die Zeit qualifizieren. In den beiden Halbfinals kriegen die je zwei Besten ein direktes Finalticket, dazu kommen wieder zwei Lucky Loser. Die sechs Finalisten machen die Medaillen unter sich aus.
Und die Mixed-Staffel am Samstag? Hier gibts eine Strecke mit doppelt so vielen Höhenmetern, auf die in der Staffelabfolge Frau, Mann, Frau, Mann jede Nation vier Runden dreht.
Fatton steht im Final
Marianne Fatton kämpft um die Medaillen. Die 30-Jährige qualifiziert sich hinter Emily Harrop, der jahrelangen Nummer eins der Welt, als zweite ihres Halbfinals für den Final. Bis zum Ende der Treppe ist die amtierende Weltmeisterin auf Tuchfühlung mit der Französin Harrop, muss sie dann aber etwas ziehenlassen. Folgt Caroline Ulrich ihrer Landsfrau in den Final?
Frauen-Halbfinals stehen an
In Kürze geht es los mit dem ersten Halbfinal der Frauen. Mit dabei ist die Schweizerin Marianne Fatton. In der zweiten Sechsergruppe ist Caroline Ulrich. Die besten zwei aus jedem Halbfinal sowie die zwei besten Lucky Loser kommen in den Final. Und es schneit weiterhin in dicken Flocken.
Schweizer melden Medaillenambitionen an
Vier Schweizer Athletinnen und Athleten stehen bei der Olympia-Premiere im Skibergsteigen am Start, alle qualifizieren sich für die Halbfinals. Drei von ihnen, Marianne Fatton, Jon Kistler und Arno Lietha, gewinnen die Vorläufe und das in souveräner Manier. Alle drei geben die Führung auf dem 750 Meter langen und mit einem Höhenunterschied von maximal 65 Meter ausgelegten Kurs nie ab. Caroline Ulrich schafft als Dritte ihres Vorlaufs ebenfalls die direkte Halbfinal-Qualifikation.
Fatton und Ulrich werden nicht im gleichen Halbfinal-Heat antreten. Fatton, die amtierende Weltmeisterin, startet um 12.55 Uhr, Ulrich dann um 13.05 Uhr. Auch die Männer müssen nicht gegeneinander antreten. Kistler (WM-Bronze 2025) misst sich im ersten Halbfinal um 13.25 Uhr mit dem spanischen Überflieger Oriol Cardona Coll, Lietha (Weltmeister von 2019) wird ca. zehn Minuten später seinen Halbfinal bestreiten.
Fazit der Männer-Vorläufe
Auch bei den Männern liefert die Olympia-Premiere im Skibergsteigen packende Rennen. Im ersten Heat setzen sich die beiden Spanier Oriol Cardona Coll und Ot Ferrer Martinez durch, während Pablo Giner Dalmasso knapp vor dem überraschenden Chinesen Bu Luer in den Halbfinal einzieht.
Heat 2 bringt Schweizer Power: Jon Kistler zeigt bei seinem ersten olympischen Vorlauf Nervenstärke, zieht bei der 3. Transition davon und gewinnt souverän vor Nikita Filippov (unter neutraler Flagge startend) und dem Belgier Maximilien Drion du Chapois.
Im dritten Heat sorgt Arno Lietha für ein Schweizer Ausrufezeichen: Der Bündner dominiert den Aufstieg, büsst auf der Treppe leicht ein, behält aber die Führung und siegt vor Thibault Anselmet (Fr) und Hans-Inge Klette (Nor).
Nicht nur die Rennen überzeugen: Die Stimmung an den Streckenrändern ist beeindruckend und widerlegt frühere Kritik an zu wenig Atmosphäre – die Fans sorgen für ein echtes Wettkampf-Feeling.
Die Halbfinals versprechen Hochspannung: Mit den beiden Schweizern Kistler und Lietha, den Topfavoriten aus Spanien und Frankreich sowie den Lucky Losern Bu Luer, Cameron Smith (USA) und Phillip Bellingham (AUS) wartet ein Feld voller Geschwindigkeit, Technik und engen Duellen.
Auch Lietha gewinnt seinen Vorlauf
Arno Lietha legt einen fulminanten Start hin und distanziert seine Konkurrentin schon im Aufstieg. Über die Treppe büsst der Bündner etwas an Vorsprung ein, bis ins Ziel gibt er aber seine Führung nicht ab und qualifiziert sich wie Kistler als Vorlauf-Sieger für den Halbfinal. 3,7 Sekunden liegen zwischen ihm und dem Franzosen Thibault Anselmet auf dem 2. Platz. Dritter wird der Norweger Hans-Inge Klette.
Die Lucky Loser, die sich über die Zeit für die Halbfinals qualifizieren, sind Bu Luer (China, aus Heat 1), Cameron Smith (USA) und Phillip Bellingham (Aus, beide aus Heat 2).
Kistler souverän im Halbfinal
Souveräne Halbfinal-Qualifikation von Jon Kistler. Als sich die Athleten die Ski für die Treppenpassage abschnallen müssen, liegt der 22-Jährige vorne. Bei der 3. Transition beträgt sein Vorsprung 3,3 Sekunden. Diesen gibt der Stadtzürcher nicht mehr her und gewinnt seinen Vorlauf mit 1,5 Sekunden Abstand auf Nikita Filippov, der unter neutraler Flagge startet. Dritter wird Maximilien Drion du Chapois aus Belgien. Übrigens: Kistler ist nur vier zehntel langsamer als Cardona Coll im 1. Heat. Das ist ein dickes Ausrufezeichen, weil der Spanier in der letzten Saison der beste Sprint-Skibergsteiger war.
Keine Überraschung im 1. Männer-Heat
Wie zu erwarten war, setzen sich bei den Männern die beiden Spanier Oriol Cardona Coll, der zweifache Sprint-Weltmeister, und Ot Ferrer Martinez als die beiden Schnellsten durch. Das dritte direkte Halbfinal-Ticket ergattert sich der Franzose Pablo Giner Dalmasso.
In Heat 2 startet gleich Jon Kistler, der im letzten Jahr WM-Bronze im Sprint gewonnen hat.
Fazit der Frauen-Vorläufe
Was für eine Premiere für das Skibergsteigen bei starkem Schneefall! Und einmal mehr zeigt sich: Bei neuen Sportarten kann man auf die Schweiz zählen. Marianne Fatton und Caroline Ulrich stehen souverän im Halbfinal.
Ulrich qualifiziert sich als Dritte ihres Heats. Nach einer starken Leistung in der Diamant-Sektion liegt sie bei der 3. Transition noch auf Rang zwei, wird aber von Tatjana Paller überholt und landet 8,09 Sekunden hinter Favoritin Emily Harrop. Fatton dominiert ihren Heat von Start bis Ziel, liegt bei allen Zwischenzeiten vorn und verweist die Französin Margot Ravinel auf 1,33 Sekunden Rückstand auf Platz 2. Auch die erfahrene Marianna Jagercikova qualifiziert sich als Dritte direkt für den Halbfinal.
Von den 12 Halbfinalistinnen stellt Fatton die zweitschnellste Zeit auf, Ulrich die fünftschnellste. Die beiden werden im Halbfinal (12.55 Uhr und 13.05 Uhr) nicht im gleichen Heat starten.
Stürze auf der Treppe, Fehler bei den Wechseln, erste Tränen und Lacher – der Auftakt ist spannend, emotional und technisch anspruchsvoll. Mit zwei Schweizerinnen im Halbfinal darf man gespannt auf die nächste Runde blicken.
