Der Trainer-Knall
Tunesien kommt zum Auftakt gegen Schweden (1:5) unter die Räder. Und zieht daraus die Konsequenzen. Trainer Sabri Lamouchi (54) muss gehen, an seiner Stelle übernimmt Hervé Renard (57). Er trainierte davor schon Sambia, Angola oder die Elfenbeinküste und nahm mit Marokko an der WM 2018 teil. An der letzten WM stand die Trainer-Legende bei Saudi-Arabien an der Seitenlinie und führte das Team zum 2:1-Auftaktsieg gegen den späteren Weltmeister Argentinien. Als er im April entlassen wurde, schien der Traum von der dritten WM geplatzt. Nun geht er mit Verspätung in Erfüllung.
Der unrühmliche Rekord
Vor zwei Jahren schiesst Mikel Oyarzabal Spanien zum Europameistertitel. Nun stellt er einen unrühmlichen WM-Rekord auf. Beim Auftaktspiel gegen Kap Verde (0:0) steht er 30 Minuten auf dem Platz, ehe er erstmals den Ball berührt. Damit ist er der erste Spieler seit Einführung der Datenerfassung 1966, der in einem WM-Match während der ersten halben Stunde keinen Ballkontakt zu verzeichnen hat.
Wo die Nati top ist
1:1 gegen Katar – der WM-Start ist der Nati missglückt. Auch wenn das Resultat nicht wunschgemäss ausgefallen ist, gibt es Statistiken, in denen die Schweiz dennoch zu den Top-Nationen gehört. Mit 70 Prozent Ballbesitz liegt sie auf Rang 3 – hinter Spanien (74 Prozent) und Portugal (75 Prozent). Auch diese beiden Nationen sind damit nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. In Sachen Torschüsse ist die Nati ebenfalls ganz vorne dabei: 27 bedeuten Platz 2. Nur die Türkei hat noch einen mehr, ist allerdings ohne Torerfolg geblieben. Bei den Eckbällen belegt die Schweiz hinter Uruguay (14) und Spanien (11) mit deren zehn den 3. Platz.
Die Grossen mit Mühe
Spanien (gegen Kap Verde), Holland (gegen Japan), Belgien (gegen Ägypten) und die Schweiz (gegen Katar) treten zu ihren ersten Partien als klare Favoriten an. Und straucheln allesamt. Sie haben Mühe gegen die Aussenseiter und müssen sich jeweils mit einem Unentschieden begnügen. Damit stehen sie vor ihren zweiten WM-Auftritten bereits unter Zugzwang.
Die asiatischen Überraschungen
Katar erzielt das erste WM-Tor seiner Geschichte – ausgerechnet gegen die Nati. Und sichert sich mit dem 1:1 einen Punkt. Der letztmalige WM-Gastgeber ist aber nicht das einzige asiatische Team, das zum Turnier-Auftakt für eine Überraschung sorgt. Eine solche gelingt auch Japan beim 2:2 gegen Holland. Saudi-Arabien darf sogar lange vom Sieg gegen Uruguay träumen. Bis in die 80. Minute führt man gegen den zweifachen Weltmeister, ehe der Ausgleich fällt. Für den grössten Coup sorgt Südkorea, das Tschechien 2:1 schlägt.
Die Superstars in Torlaune
Wer drückt der WM mit seinen Toren den Stempel auf? Gleich mehrere Superstars melden sich dafür in ihrem ersten Spiel an. Lionel Messi erzielt beim 3:0-Auftaktsieg der Argentinier gleich alle Tore. Auch andere netzen mehrfach ein. So erzielen Kylian Mbappé (Fr), Erling Haaland (No) und Harry Kane (Eng) jeweils zwei Tore. Spannend ist das Ganze auch im Hinblick auf den WM-Torrekord. Diesen hält noch Miroslav Klose mit 16 Treffern – inzwischen muss er ihn aber mit Messi teilen. Und Mbappé steht auch schon bei 14 Treffern. Gut möglich also, dass der Deutsche schon nach den nächsten Spielen gleich von zwei Superstars überflügelt wird. Und dann bleibt die Frage: Bei wie vielen Toren steht der Rekord nach dem Turnier?
Die Roten Karten
Das WM-Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika (2:0) ist alles andere als ein Fussball-Leckerbissen. Aber es sorgt für ein Novum. Schiedsrichter Wilton Sampaio zückt gleich dreimal die Rote Karte, schickt zwei Südafrikaner und einen Mexikaner vorzeitig unter die Dusche. So viele Platzverweise hat es in einem WM-Auftaktspiel davor noch nie gegeben. Immerhin sind es bis dato die einzigen Platzverweise geblieben.
Die Neuerungen
Vier Minuten war die WM alt, da ist die erste Neuerung zum Einsatz gekommen. Der Schiri zählt bei einem Einwurf von fünf bis null runter. Der Sinn: Die Spieler sollen nicht mehr unnötig Zeit schinden können. Das gilt ebenso bei Standards. Auch andere neue Regeln kommen zum Einsatz. Dauerts zu lange, bis ein ausgewechselter Spieler das Feld verlässt, muss sein Ersatz eine Minute warten, bis er auf den Platz darf. Wird ein Spieler auf dem Rasen behandelt, muss er danach ebenfalls für eine Minute raus. Am meisten fallen aber zwei andere Neuerungen auf. Zum einen steht für die Hymnen nicht mehr nur die Startelf in Reih und Glied, sondern alle Spieler inklusive Ersatzspieler versammeln sich am Mittelkreis. Zum anderen gibts jeweils zur Mitte der Halbzeiten eine Trinkpause. Diese dauert exakt drei Minuten – ganz egal, ob die Spieler schon vorher fertig sind oder nicht. Das stösst nicht nur bei den Spielern auf Gegenwind, sondern sorgt allgemein für viel Kritik. Auch Blick-Fussballreporter Florian Raz hat in seinem Kommentar zu den Trinkpausen eine klare Meinung: «Es nervt.»
Die Rekord-Teilnahme
Die WM findet nur alle vier Jahre statt. Dennoch gibts gleich drei Spieler, die bereits zum sechsten Mal teilnehmen. Und so zeigen, wie lange sie den Fussball in ihrem Land schon prägen. Seit 2006 waren Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Guillermo Ochoa jedes Mal dabei. Während die ersten beiden jedes Mal auch zum Einsatz gekommen sind, sieht das beim mexikanischen Torhüter anders aus. 2006 und 2010 war der 40-Jährige ohne Einsatz im Kader und auch im ersten Spiel an dieser WM musste er mit dem Platz auf der Bank vorliebnehmen. So oder so wird es sein letztes Turnier sein. Nach der WM beendet er seine Karriere.
Die Robo-Schiris
Ein ungewohntes Bild bieten die Schiedsrichter. Sie tragen mehr Equipment als bisher. Mit einer Ohrkamera liefern sie spektakuläre Bilder. Daneben tragen sie ein Mikrofon, das nicht nur dazu dient, mit den Assistenten zu kommunizieren, sondern auch, um VAR-Entscheide dem Stadion mitzuteilen. Ausserdem fällt die grosse Digitaluhr am Handgelenk auf. Diese dient nicht nur der Zeitmessung. Sobald der Ball die Torlinie überquert hat, bekommt der Schiedsrichter darauf eine Meldung.
Spieltagsrekord geknackt
Am Dienstag haben gemäss Angaben der Fifa 281'223 Fans die Drehkreuze der vier Gruppenspiele an diesem Tag passiert – neuer WM-Spieltagsrekord. Es fanden die Partien zwischen Frankreich und Senegal (New Jersey), Irak und Norwegen (Boston), Argentinien und Algerien (Kansas City) sowie Österreich und Jordanien (San Francisco) statt. Der alte Rekord stammt ebenfalls aus Amerika – von der WM 1994. Damals fanden am Rekordspieltag ebenfalls vier Partien statt, 277'070 Fans kamen insgesamt.
Das Einreise-Chaos
Breel Embolo kann wegen Visum-Problemen erst mit Verspätung in die USA einreisen. Und ist nicht der Einzige, der davon betroffen ist. Der somalische Schiedsrichter Omar Artan wird abgewiesen und kann nicht an der WM teilnehmen. Thomas Partey verpasst Ghanas Auftaktpartie, weil gegen ihn Gerichtsverfahren wegen Vergewaltigung laufen. Deswegen wird ihm die Einreise nach Kanada verwehrt. Der Iran muss gar sein Quartier von Arizona nach Tijuana (Mex) verlegen – denn er darf sich nur an Spieltagen in den USA aufhalten. Nicht nur Spieler haben bei der Einreise Probleme, auch Fans sind betroffen. So berichteten unter anderem Schottland-Anhänger über Visa-Probleme.
Die Debütanten
Vier Mannschaften nehmen erstmals an der WM teil: Kap Verde, Curaçao, Usbekistan und Jordanien. Einzig Kap Verde bleibt (noch) ohne Torerfolg. Und darf sich dennoch freuen. Denn als einziger Neuling gibts einen Punkt. Und das gegen den Titelfavoriten Spanien. Ein schöner Erfolg für den afrikanischen Inselstaat. Usbekistan (gegen Kolumbien) und Jordanien (gegen Österreich) verlieren jeweils 1:3, können aber immerhin ihr erstes WM-Tor bejubeln. Das gilt auch für Curaçao, das gegen Deutschland zumindest zwischenzeitlich auf 1:1 stellen kann. Am Ende setzt es mit dem 1:7 aber eine Klatsche ab.
Die Entdeckung der ersten Runde
Hand aufs Herz: Hast du Ayyoub Bouaddi (18) vor diesem Turnier schon gekannt? Bei seinem ersten Ernstkampf für Marokko hat der Mittelfeldspieler mit seinen langen, wehenden Haaren das Zepter bereits in die Hand genommen. Gegen nicht irgendwen, sondern Fussball-Grossmacht Brasilien (1:1). Körpertäuschungen, Übersicht, richtige Entscheidungen, Bouaddi glänzte optisch – und auch in den Statistikbüchern. Das Wunderkind hatte die meisten Ballberührungen seines Teams (88), hat die meisten Duelle gewonnen (11) und 93 Prozent seiner Pässe sind beim Mitspieler angekommen. Die Überraschung: Neben dem Fussball studiert Bouaddi Mathematik und Physik. Er spricht sogar davon, dass er dadurch geistig fit bleibe und das Spiel schneller verstehe. In Frankreich ist das Eigengewächs von Lille schon ein Star, er hat auf dem Fussballportal «Transfermarkt» einen Wert von gut 45 Millionen Franken. Nach dem ersten Marokko-Auftritt dürften sich die Franzosen grün und blau ärgern, dass er nicht für sein Geburtsland aufläuft, sondern das Herkunftsland seiner Eltern.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 1 | 2 | 3 | |
2 | Südkorea | 1 | 1 | 3 | |
3 | Tschechien | 1 | -1 | 0 | |
4 | Südafrika | 1 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 1 | 0 | 1 | |
2 | Kanada | 1 | 0 | 1 | |
3 | Katar | 1 | 0 | 1 | |
4 | Bosnien und Herzegowina | 1 | 0 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schottland | 1 | 1 | 3 | |
2 | Marokko | 1 | 0 | 1 | |
3 | Brasilien | 1 | 0 | 1 | |
4 | Haiti | 1 | -1 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 1 | 3 | 3 | |
2 | Australien | 1 | 2 | 3 | |
3 | Türkei | 1 | -2 | 0 | |
4 | Paraguay | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 1 | 6 | 3 | |
2 | Elfenbeinküste | 1 | 1 | 3 | |
3 | Ecuador | 1 | -1 | 0 | |
4 | Curacao | 1 | -6 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweden | 1 | 4 | 3 | |
2 | Japan | 1 | 0 | 1 | |
3 | Niederlande | 1 | 0 | 1 | |
4 | Tunesien | 1 | -4 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Neuseeland | 1 | 0 | 1 | |
2 | Iran | 1 | 0 | 1 | |
3 | Belgien | 1 | 0 | 1 | |
4 | Ägypten | 1 | 0 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Uruguay | 1 | 0 | 1 | |
2 | Saudi Arabien | 1 | 0 | 1 | |
3 | Spanien | 1 | 0 | 1 | |
4 | Kap Verde | 1 | 0 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 1 | 3 | 3 | |
2 | Frankreich | 1 | 2 | 3 | |
3 | Senegal | 1 | -2 | 0 | |
4 | Irak | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 1 | 3 | 3 | |
2 | Österreich | 1 | 2 | 3 | |
3 | Jordanien | 1 | -2 | 0 | |
4 | Algerien | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kolumbien | 1 | 2 | 3 | |
2 | Demokratische Republik Kongo | 1 | 0 | 1 | |
3 | Portugal | 1 | 0 | 1 | |
4 | Usbekistan | 1 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 1 | 2 | 3 | |
2 | Ghana | 1 | 1 | 3 | |
3 | Panama | 1 | -1 | 0 | |
4 | Kroatien | 1 | -2 | 0 |
















































