Vergab Mega-Chance gegen Nati
Kolumbien-Star will wegen Morddrohungen nicht nach Hause

Jaminton Campaz verpasste im Achtelfinal gegen die Schweizer Nati alleine vor Goalie Kobel das Tor. Der Kolumbianer wird nun bedroht – das weckt in Kolumbien Erinnerungen an ein schwarzes Kapitel.
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Jaminton Campaz erhält nach dem WM-Aus Kolumbiens gegen die Nati Morddrohungen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kolumbianer Jaminton Campaz erhält Morddrohungen nach Fehlschuss in der 115. Minute gegen Nati
  • Verband unterstützt Campaz und seine Familie
  • 1994 wurde Andrés Escobar nach einem Eigentor bei der WM ermordet
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Bastien FellerSportjournalist

Die Schweizer Nati bestreitet am Sonntag (3 Uhr Schweizer Zeit) in Kansas City den WM-Viertelfinal gegen Argentinien. Murat Yakin und seine Spieler hätten wohl durchaus einige Tage mehr Erholung nötig gehabt. Denn das Weiterkommen war sehr knapp, die Achtelfinal-Partie gegen die Südamerikaner wurde erst im Elfmeterschiessen entschieden.

Die Entscheidung hätte aber auch früher fallen können. Jaminton Campaz nutzte in der 115. Minute einen groben Fehler von Nati-Captain Granit Xhaka aus und stürmte alleine auf Gregor Kobel zu. Der Abschluss des Flügelspielers der Kolumbianer ging weit über das Tor hinaus. Anstatt Viertelfinal-Duell mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien mussten die Kolumbianer ihre Koffer packen.

Morddrohungen an Familie

Für Campaz wiegt das Verpassen der goldenen Chance immer noch schwer. Der Stürmer des argentinischen Klubs Rosario Central erhält aufgrund des Fehlschusses Nachrichten, in denen er als Sündenbock für das WM-Aus gegen die Schweiz dargestellt wird und schlimmste Anfeindungen lesen muss. Campaz und seiner Familie wurde gar mehrmals mit dem Tod gedroht. Gemäss Medienberichten traut sich Campaz wegen der Anfeindungen nicht, mit den restlichen Nationalspielern in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zurückzukehren.

Der kolumbianische Fussballverband (FCF) verurteilt diese Drohungen unverzüglich scharf. In einem offiziellen Statement bekundet der Verband Campaz sowie dessen Familie seine «uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung». «Kein Sportler und kein Mitglied seines engsten Umfelds sollte Einschüchterungen ausgesetzt sein, weil er sein Land auf der sportlichen Bühne repräsentiert. Fussball muss ein Ort der Einheit, des Respekts und der Hoffnung sein – niemals ein Schauplatz von Hass, Einschüchterung oder Gewalt», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Drohungen an Campaz wecken in Kolumbien schmerzhafte Erinnerungen an die Ermordung von Andrés Escobar, der im Jahr 1994 in der kolumbianischen Millionenstadt Medellín erschossen wurde. Dem ehemaligen YB-Verteidiger (neun Spiele in der Saison 1989/1990) unterlief wenige Wochen davor bei der WM in den USA gegen den Gastgeber ein Eigentor. Die Kolumbianer verloren das Gruppenspiel am Ende 1:2 und schieden aus der WM aus.

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