Auf Spurensuche nach Andres Escobar (†) in Bern
2:38
Blick-Repo aus 2019:Auf Spurensuche nach Andres Escobar (†) in Bern

Das Drama um Andrés Escobar (†27)
Kolumbien sorgte für die grösste WM-Tragödie

Wenn die Nati auf Kolumbien trifft, werden Erinnerungen an die WM 1994 wach. Trotz eines Sieges gegen die Schweiz schied Kolumbien in der Gruppenphase aus. Kurz darauf bezahlte Andrés Escobar ein Eigentor mit dem Leben – das wohl grösste Drama der WM-Geschichte.
Kommentieren
1/5
Kolumbiens Andrés Escobar wurde wegen eines Eigentors an der WM 1994 am 2. Juli 1994 ermordet.
Foto: imago sportfotodienst

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz trifft im WM-Achtelfinal auf Kolumbien
  • Andrés Escobar wurde 1994 nach einem Eigentor in Medellín erschossen
  • Schütze erhielt 43 Jahre Haft, war aber 2005 bereits wieder frei
file84q6ciuzdb71cq3kl16kn-1.jpg
Davide MalinconicoRedaktor Sport

Mit dem 2:0-Sieg gegen Algerien konnte ein Fluch gebrochen werden. Zum ersten Mal seit 88 Jahren übersteht die Nati ein K.o.-Spiel an einer WM. Nun hat Murat Yakins Team Hunger auf mehr. Auf dem Weg in den Viertelfinal muss man «nur noch» die Hürde Kolumbien nehmen.

An einer Weltmeisterschaft traf die Schweiz bislang erst ein einziges Mal auf die Südamerikaner – vor über 30 Jahren bei der WM 1994 in den USA. Kolumbien gewann die Partie zwar mit 2:0, doch die drei Punkte waren wertlos: Das hoch gehandelte Team schied als Gruppenletzter aus. Das fussballverrückte Land stand unter Schock. Doch das sportliche Abschneiden geriet schnell in den Hintergrund. Der Grund? Andrés Escobar (†27) bezahlte ein Eigentor mit seinem Leben. 

Sekunden, die alles veränderten

Rückblick zum 22. Juni 1994, dem Schicksalstag im Gruppenspiel gegen Gastgeber USA: Escobar grätscht in eine Flanke und lenkt den Ball unglücklich ins eigene Netz. Dieses Eigentor zum 0:1 stand letztlich am Anfang der 1:2-Niederlage, die das vorzeitige WM-Aus der Kolumbianer besiegelte. Nach dem Turnier kehrte der Abwehrspieler – der 1990 ein halbes Jahr in der Schweiz für YB auflief – in seine von Drogenkartellen und Guerilla-Kriegen zermürbte Heimatstadt Medellín zurück.

Keine zwei Wochen später gerät Escobar in der Nacht auf den 2. Juli 1994 nach einem Abend mit Freunden vor der Bar El Indio in einen folgenschweren Streit. Angestiftet wurde die Konfrontation mutmasslich von den Drogenbossen Santiago und Pedro Gallón, die durch Kolumbiens WM-Aus enorme Summen bei Wetten verloren haben sollen.

Als die Situation eskalierte, zog der Chauffeur und Bodyguard der Brüder, Humberto Muñoz Castro, einen Revolver. Er feuerte sechsmal auf den Verteidiger, der blutüberströmt liegenblieb und kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Das Trio soll sein Opfer dabei zynisch verhöhnt und «Tor! Tor! Tor!» gerufen haben. Andere Zeugen berichteten von Rufen wie: «Eigentor Andrés, Eigentor! Danke für das Eigentor!».

Gedenken an Escobar hält an

Das Drama um Escobar schockte die ganze Welt. Noch heute ist sein Schicksal unbegreiflich. Auch in Kolumbien, wo die Fans bis heute bei Länderspielen Bilder des Defensivspielers mit der Nummer 2 auf dem Rücken ins Stadion tragen.

Auch Ciriaco Sforza (56) gedenkt gegenüber Blick seines ehemaligen Gegenspielers: «Das hat mich damals sehr traurig gemacht. Ich kannte ihn als Menschen. Fussball sollte Freude bereiten. Dass eine solche Geschichte so endet, ist einfach nur traurig. Ich hoffe von Herzen, dass sich so etwas nie mehr wiederholt.»

Logg dich ein für den XXL-WM-Service!
WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen