WM-Fans müssen 116 Franken für Zugfahrt zahlen
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28'000 Stadion-Parkplätze leer:WM-Fans müssen 116 Franken für Zugfahrt zahlen

Preisschocks, ÖV-Streit und Krieg
Werden die USA zum schlechtesten WM-Gastgeber der Geschichte?

Preisschocks, Streit um den öffentlichen Verkehr, Krieg mit einem WM-Teilnehmer: Die USA scheinen keine Lust darauf zu haben, sich für die WM im besten Licht zu zeigen.
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«Niemand beklagt sich über die Preise, wenn er an ein NFL-Spiel oder an ein Konzert geht.»: Fifa-Präsident Gianni Infantino findet die WM-Preise kein Problem.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zugticket zu WM-Spiel in New Yorker Stadion kostet 150 Dollar
  • Nationalteams könnten trotz 566 Millionen Preisgeld Minus machen
  • USA immer noch im Krieg mit WM-Teilnehmer Iran
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Florian RazReporter Fussball

Jetzt also auch noch ein Streit über den öffentlichen Verkehr. 150 Dollar soll ein Zugticket von New York an ein WM-Spiel im Metlife-Stadion kosten – rund 120 Franken. Was zwölfmal mehr ist als der Betrag, der für ein Billett an einem normalen Arbeitstag bezahlt werden muss.

Die Zahl klingt wie ein absurder Scherz. Ist sie aber nicht. Die 150 Dollar sind Teil eines Machtkampfs, in den sich Gouverneurin Mikie Sherrill (54) mit dem Weltfussballverband Fifa gestürzt hat. Ihre Begründung? Die WM-Spiele seien für den öffentlichen Verkehr ein Minusgeschäft, an dem sich die Fifa mit «null Dollar» beteilige: «Während NJ Transit auf einer Rechnung von 48 Millionen sitzen bleibt, macht die Fifa 11 Milliarden Gewinn.»

Eigentlich wäre mal Gratis-ÖV abgemacht gewesen

Die Fifa ihrerseits zeigt sich überrascht, dass Sherrill diese Rechnung überhaupt macht. Schliesslich hätten die Gastgeberstädte in den 2018 unterschriebenen Abmachungen «Gratis-Transporte für Fans an alle Spiele» garantiert. Bloss aus gutem Willen sei man 2023 davon wieder abgekommen, weil «die finanzielle Belastung für die Host Cities» anerkannt worden sei.

An 150 Dollar pro Ticket dachte der Weltfussballverband dabei aber eher nicht: «Die Fifa kennt nicht einen anderen Grossevent» in diesem Stadion, bei dem der Veranstalter für den Fantransport habe bezahlen müssen.

Nun hat neben New Jersey derzeit bloss Boston einen vergleichbaren Aufschlag für WM-Fans angekündigt. Dort schlägt die Busfahrt zum Stadion mit zwischen 60 und 75 Franken zu Buche. In anderen Städten wie etwa Philadelphia wird die Fahrt zum Stadion unter drei Dollar kosten.

Aber der Streit über ÖV-Preise ist ja nur der neuste Preisschock rund um die WM-Spiele. Da waren von Anfang an die Matchtickets selber, deren Verkaufspreis die Fifa im Vergleich zur WM in Katar teilweise um 900 Prozent angehoben hat. Mit der Möglichkeit versehen, den Eintritt mit Gewinn auf einer offiziellen Wiederverkaufsplattform weiterzuveräussern.

Auf dieser wird derzeit für das Spiel Schweiz gegen Katar ein einziger Platz unter 200 Dollar angeboten. Der grosse Rest bewegt sich zwischen 500 und 6900 Dollar. Wobei die Fifa bei einem Verkauf hier noch einmal 30 Prozent des Preises für sich reklamiert.

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Auf die Klagen über hohe Preise angesprochen, bewies Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) kürzlich sein grosses Herz für die kleinen Leute. «Niemand beklagt sich, wenn er an ein NFL-Spiel oder ein Konzert geht», befand er laut «The Athletic» an einem Wirtschaftsgipfel. Und als ihm widersprochen wurde, meinte er: «Vielleicht, aber das ist der Markt.»

Obendrauf kommt die Drohung der USA, dass sie bei der Einreise von Fans deren Social-Media-Accounts durchleuchten könnten. Wer aus Süd- oder Mittelamerika anreist, tut das im unguten Gefühl, dass in den USA die Ausländerbehörde ICE auf Menschen aus genau dieser Weltregion Jagd macht.

Im Krieg mit einem anderen WM-Teilnehmer

Dann ist da der beklemmende Fakt, dass die USA als WM-Gastgeber wenige Wochen vor dem Eröffnungsspiel in einem Krieg mit einem WM-Teilnehmer stecken. Noch immer ist deswegen unklar, ob das iranische Nationalteam antreten wird.

Und schliesslich befürchten einige Nationalteams, dass das Turnier für sie zum Minusgeschäft werden könnte. Obwohl die Fifa die Rekordsumme von 566 Millionen Franken an Prämien auszahlen will. Grund: Die hohen Lebenskosten in den USA, die auch den Auswärtsfans zu schaffen machen. Und die Steuern, die die Teams für ihre Spiele in den Vereinigten Staaten zahlen müssen, während die Co-Gastgeber Kanada und Mexiko Steuerfreiheit versprochen haben.

In dieser Frage, die auch den Schweizerischen Fussballverband alarmiert hat, schweigt die Fifa bislang konsequent. Laut Blick-Informationen könnte rund um den Fifa-Kongress Ende April Bewegung in die Sache kommen.

Die hohen Preise in den USA und die Steuern machen ihnen Sorgen: SFV-Präsident Peter Knäbel (l.) und Generalsekretär Robert Breiter.
Foto: TOTO MARTI

Das ändert nichts am Gesamtbild: Zum ersten Mal in diesem Jahrtausend wirkt ein WM-Gastgeber, als habe er nicht wirklich Bock auf diese Veranstaltung. Deutschland nutzte das Turnier 2006, um sich als weltoffene Nation neu zu erfinden. Südafrika, Brasilien, Russland und Katar hatten alle ihre ganz eigenen – nicht immer unproblematischen – politischen Gründe, warum sie sich während der WM vor der Welt im besten Licht präsentieren wollten.

Und die USA? Haben es offenbar nicht nötig, sich für so etwas Unwichtiges wie eine Fussball-WM von ihrer besten Seite zu zeigen. Stattdessen muss die Fifa dem US-Präsidenten einen frisch erfundenen Friedenspreis in die Hand drücken, um ihn irgendwie bei Laune zu halten.

Es hat auch etwas Erfrischendes, dass eine Nation ausnahmsweise mal darauf verzichtet, sich vor der sonst so mächtigen Fifa in den Staub zu werfen. Aus Sicht der Fans aber drohen die USA zum schlechtesten WM-Gastgeber der Geschichte zu werden.

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WM 2026 Gruppe A
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Südafrika
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Südkorea
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Gruppe B
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Bosnien und Herzegowina
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