Eröffnungsspiel in 100 Tagen
Was bedeutet der Iran-Krieg für die WM in Nordamerika?

In 100 Tagen beginnt die WM in Nordamerika, an der 78 der 104 Partien in den USA stattfinden. Nach dem Ausbruch des Krieges im Iran hängt in der Schwebe, ob der Iran überhaupt teilnehmen wird.
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Die Folgen des Iran-Kriegs für Präsident Gianni Infantino und die Fifa sind noch unklar.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA und Israel bombardieren Iran seit Samstag, WM-Teilnahme Irans unklar
  • Iran droht mit Boykott der WM wegen verweigerter US-Visa für Funktionäre
  • WM-Playoffs: Irak könnte Iran ersetzen, Spiele Ende März entscheidend
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Die Welt ist in Aufruhr, einmal mehr. Seit die USA und Israel am Samstag ihr Bombardement auf den Iran gestartet haben, herrscht Krieg im Nahen Osten. Und dieser hat auch Auswirkungen auf den Fussball, beginnt doch in 100 Tagen mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika in Mexiko-Stadt die WM in Nordamerika.

Als Sieger der Gruppe A in der WM-Quali Asiens hat sich der Iran sportlich souverän für die WM qualifiziert, zum siebten Mal in der Geschichte. Ob das Land an der Endrunde aber teilnehmen wird, ist offen. «Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken», sagte Verbandschef Mehdi Taj am Wochenende im iranischen Staatsfernsehen. 

Iran spielt in Los Angeles – wie die Nati

In der Gruppe G würde der Iran in Los Angeles (gegen Belgien und Neuseeland), wo die Schweizer Nati ihr zweites Gruppenspiel spielt, und in Seattle (gegen Ägypten) antreten. Dies ergab die Auslosung am 5. Dezember, vor der der iranische Verband mit einem Boykott gedroht hatte, nachdem die USA mehreren Funktionären das Visa zur Einreise verweigert hatte. Letztlich reiste eine kleine Delegation mit Nationaltrainer Amir Ghalenoei doch nach Washington.

Die Fifa nimmt derzeit keine Stellung zur momentanen Situation. Generalsekretär Matthias Grafström sagte am Wochenende anlässlich des IFAB-Meetings im walisischen Hensol, es sei verführt, sich zu Details zu äussern. «Wir werden die Entwicklungen weltweit beobachten. Der Fokus liegt darauf, eine sichere Weltmeisterschaft zu veranstalten, an der alle teilnehmen können.»

Boykott wäre ein Novum

Dass eine qualifizierte Nation eine Endrunde boykottiert, gab es in der Geschichte der Fifa noch nie. Die afrikanische Konföderation verzichtete auf die Teilnahme an der Qualifikation für die WM 1966, weil die Fifa Afrika keinen fixen Startplatz zugesichert hatte. Jugoslawien wurde 1992 als Folge einer UN-Resolution aufgrund des Bosnienkriegs von der EM in Schweden ausgeschlossen. Dänemark rückte nach und gewann sensationell den Titel.

Wer im Fall eines Boykotts für den Iran nachrücken könnte, ist offen. Ende März finden die Playoff-Spiele statt, in denen die letzten sechs WM-Tickets vergeben werden. Mit dabei als asiatischer Vertreter im interkontinentalen Playoff ist der Irak. Dieser verpasste die direkte WM-Qualifikation knapp und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Bolivien und Surinam – und könnte im Fall einer Niederlage nachrücken.

Iran drohen bei WM-Rückzug Konsequenzen

Falls Iran die WM-Teilnahme absagt, drohen Bussen und Rückzahlungen. Eine Millionen-Prämie wäre ebenfalls futsch, und auch die WM 2030 stünde auf der Kippe.

Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme des Iran ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, schreibt die deutsche Nachrichtenagentur DPA und bezieht sich dabei auf Artikel 6.2 des Fifa-Reglements für das XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

250'000 Schweizer Franken kostet es, mehr als 30 Tage vor der WM abzusagen. Eine halbe Million ist fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Ausserdem müsste der Iran die von der Fifa erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten.

Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5 Millionen Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Zudem gibt es ein Preisgeld von mindestens neun Millionen Dollar für die Mannschaften, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Dem Iran würden also gewichtige Einnahmen entgehen. Ausserdem würde das Land einen Ausschluss von der WM 2030 riskieren, wie aus dem Regelwerk der Fifa hervorgeht.

Falls Iran die WM-Teilnahme absagt, drohen Bussen und Rückzahlungen. Eine Millionen-Prämie wäre ebenfalls futsch, und auch die WM 2030 stünde auf der Kippe.

Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme des Iran ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, schreibt die deutsche Nachrichtenagentur DPA und bezieht sich dabei auf Artikel 6.2 des Fifa-Reglements für das XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

250'000 Schweizer Franken kostet es, mehr als 30 Tage vor der WM abzusagen. Eine halbe Million ist fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Ausserdem müsste der Iran die von der Fifa erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten.

Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5 Millionen Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Zudem gibt es ein Preisgeld von mindestens neun Millionen Dollar für die Mannschaften, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen. Dem Iran würden also gewichtige Einnahmen entgehen. Ausserdem würde das Land einen Ausschluss von der WM 2030 riskieren, wie aus dem Regelwerk der Fifa hervorgeht.

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WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
6
13
15
2
Slowakei
Slowakei
6
-2
12
3
Nordirland
Nordirland
6
1
9
4
Luxemburg
Luxemburg
6
-12
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
6
12
14
2
Kosovo
Kosovo
6
1
11
3
Slowenien
Slowenien
6
-5
4
4
Schweden
Schweden
6
-8
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
6
6
13
2
Dänemark
Dänemark
6
9
11
3
Griechenland
Griechenland
6
-2
7
4
Belarus
Belarus
6
-13
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
6
12
16
2
Ukraine
Ukraine
6
-1
10
3
Island
Island
6
2
7
4
Aserbaidschan
Aserbaidschan
6
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
6
19
16
2
Türkei
Türkei
6
5
13
3
Georgien
Georgien
6
-8
3
4
Bulgarien
Bulgarien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
6
13
13
2
Irland
Irland
6
2
10
3
Ungarn
Ungarn
6
1
8
4
Armenien
Armenien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
8
23
20
2
Polen
Polen
8
7
17
3
Finnland
Finnland
8
-6
10
4
Malta
Malta
8
-15
5
5
Litauen
Litauen
8
-9
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
8
18
19
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
8
10
17
3
Rumänien
Rumänien
8
9
13
4
Zypern
Zypern
8
0
8
5
San Marino
San Marino
8
-37
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
8
32
24
2
Italien
Italien
8
9
18
3
Israel
Israel
8
-1
12
4
Estland
Estland
8
-13
4
5
Moldawien
Moldawien
8
-27
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
8
22
18
2
Wales
Wales
8
10
16
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
8
3
13
4
Kasachstan
Kasachstan
8
-4
8
5
Liechtenstein
Liechtenstein
8
-31
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
8
22
24
2
Albanien
Albanien
8
2
14
3
Serbien
Serbien
8
-1
13
4
Lettland
Lettland
8
-10
5
5
Andorra
Andorra
8
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kroatien
Kroatien
8
22
22
2
Tschechien
Tschechien
8
10
16
3
Färöer
Färöer
8
2
12
4
Montenegro
Montenegro
8
-9
9
5
Gibraltar
Gibraltar
8
-25
0
Qualifiziert
Playoffs
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