Darum gehts
- Formel-1-Logistik durch Nahost-Konflikt stark beeinträchtigt, alternative Routen nötig
- Buchmacher favorisieren George Russell mit Quote 3:1 vor Verstappen
- Ferrari-Fahrer Leclerc mit Wettquote 6:1, Hamilton bei 7,5:1
«Wir sind nichts. Nur ein ganz kleiner Teil dieser Erde. Also nehmen wir uns und unseren Sport nicht immer so wichtig!» Der kluge Mann, der dies sagte, ist seit 20. Mai 2019 tot: Niki Lauda (1949–2019).
Der Wiener hat recht. Mitten in den neuen Krieg zwischen USA/Israel und dem Iran fällt am Sonntag um 5 Uhr MEZ (live im Ticker auf Blick) am anderen Ende der Welt nur ein Startschuss, der die englischen Buchmacher (noch) vor Probleme stellt – und die Logistiker in den kommenden Wochen wohl stark beschäftigen wird.
Dies hängt vor allem von der Länge des Kriegs ab. Bereits jetzt können viele Formel-1-Leute von Europa nicht mit Zwischenhalten in Doha, Dubai, Bahrain oder Abu Dhabi nach Australien weiterfliegen. Sie wurden auf andere Routen umgebucht – auch über Amerika!
Droht das Bahrain-Aus?
Da nach Australien gleich die Rennen in China, Japan und Bahrain auf dem Programm stehen, spielt die Länge des Konflikts im Nahen Osten eine grosse Rolle. Trump spricht von «Wochen». Bahrain könnte am 12. April sogar abgesagt werden.
Und viele Mitarbeiter fliegen ja nach Australien, China oder Japan nach Europa zurück in die Werkshallen. Dazu müssen auch Materialkisten die Rückreise antreten – oder Ersatzteile eingeflogen werden. Oft auf Umwegen, wenn die normalen Routen gesperrt sind. In Dubai und Abu Dhabi übernimmt jetzt die Regierung die zusätzlichen Hotelkosten für gestrandete Touristen. Darunter einige Formel-1-Leute.
Russell Favorit – vor Verstappen
In Melbourne hat der Himmel den ganzen Montag bei knapp 20 Grad geweint. In London passen sich die Buchmacher der unsicheren Wetterlage noch an. Einen klaren Favoriten hat man noch nicht ausgemacht.
Die Testresultate stellen Mercedes-Team-Leader George Russell mit einer Quote von 3:1 an die Spitze für den Titelkampf. Wer für zehn Franken Einsatz nicht nur 30 Franken zurückwill, sondern 40, sollte auf Verstappen (4:1) setzen.
Ferrari-Duo noch weit vorn
Dann wird es auch für die Ferrari-Fans interessant. Die guten Testergebnisse der Italiener schlagen sich bei beiden Fahrern mit folgenden Wettquoten nieder: Leclerc (6:1), Hamilton (7,5:1). Ob die Buchmacher das rote Duo bald «billiger» anbieten müssen?
Interessant, dass der zweite Mercedes-Pilot, Antonelli, mit 10:1 noch vor Weltmeister Norris im McLaren (11:0) zur Auswahl steht. Auch dessen Teamkollege Piastri wird offenbar mit einer Quote von 15:1 noch nicht zu viel zugetraut. Dann folgen, weit abgeschlagen, die beiden Spanier: Alonso (43:1) im kaum getesteten Aston-Martin-Honda und Sainz (100:1) im Williams-Mercedes. Die beiden Audi-Fahrer Hülkenberg und Bortoleto? Wer 5 Franken auf den Titel riskiert, würde 2500 zurückerhalten.