«Zusätzliche Energie ziehen»
YB-Boss Spycher über Rückkehr an den Ort der Schande

Erstmals kehrt Alvyn Sanches im YB-Trikot nach Lausanne zurück. Die Schlappe vom Oktober ist immer noch sehr präsent – dabei war sie nicht einmal historisch. Das YB-Inside.
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Christoph Spycher ist mit der aktuellen Lage seines YBs nicht zufrieden.
Foto: Pius Koller
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Alain KunzReporter Fussball

Die News der Woche

Wer über dem Strich bleiben will, sollte es tunlichst vermeiden, Strichkämpfe zu verlieren. Um einen solchen, ultimativen, handelt es sich bei Lausanne gegen YB. Die Berner liegen gerade über dem ominösen Strich, die Waadtländer darunter. Differenz: sechs Punkte. Bei einem Sieg der Gäste wird die Sache nochmals brandheiss. Bei einem YB-Sieg ist man die Waadtländer als Kontrahenten los. Einfach wird die Aufgabe im Stade de la Tuilière für die Berner nicht. Sie haben die letzten drei Spiele gegen Lausanne verloren, eine solche miserable Bilanz hat YB gegen kein anderes Super-League-Team. Was eine Statistik belegt: Zuletzt alle Spiele einer Saison gegen ein Team verloren hat YB 2003/04 gegen den FC Basel, in der allerersten Super-League-Saison. Damals waren es vier Spiele.

Die grosse Frage

Kann sich YB für die 0:5-Pleite in Lausanne am 5. Oktober revanchieren? Die kam ja damals völlig aus dem Nichts, nachdem die Berner zuvor Leader Thun mit 4:2 bezwungen und das Europa-League-Spiel beim FC Steaua Bukarest 2:0 gewonnen hatten. Aber: Die Schlappe war nicht historisch! Denn in der Vorsaison hatte es beim FC Luzern ebenfalls ein 0:5 gegeben. Auch unter Giorgio Contini. Diese Schlappe indes hatte historische Dimensionen, hatte doch YB seit elf Jahren und einem 0:5 bei GC nicht mehr mit fünf Toren Differenz verloren gehabt. Übrigens: Die höchste Meisterschaftsniederlage von Gelbschwarz datiert vom 7. Juni 1964: ein 0:8 zu Hause gegen den FC Zürich.

Gesagt ist gesagt

«Die Gedanken an dieses Spiel sind noch da, ganz klar. Als ich noch Spieler war, versuchte ich, aus solch einer Niederlage zusätzliche Energie zu ziehen. Ich hoffe, dass das auch bei unseren Spielern am Sonntag der Fall sein wird. In der persönlichen Vorbereitung muss jeder für sich entscheiden, was er von damals mitnehmen will, weil es für die Gegenwart produktiv sein muss.» – Gezeichnet: Christoph Spycher, Chief Sports von YB, vor der Rückkehr an den Ort der Schande, an dem die Berner im Oktober letzten Jahres gedemütigt wurden.

Mögliche Aufstellung

Keller; Janko, Wüthrich, Benito, Bukinac; Gigovic, Lauper; Males, Sanches, Fassnacht; Essende.

Wer fehlt?

Fernandes (gesperrt), Conte, Hadjam, Andrews (verletzt).

Neben dem Platz

Der Berner Chansonnier Oli Kehrli hat im ausverkauften, legendären Bierhübeli sein Jubiläumskonzert unter dem Namen «Zwänzg Jahr unbedingt!» gegeben. Was hat das mit YB zu tun? Nun, Kehrlis Brüder sind Nicolas und Raphael, die beide Fussballprofis waren und für YB in der Super League gespielt haben. Oli selbst hat auch ein riesiges Herz für Gelbschwarz, baut regelmässig YB-Teile in seine Sets ein und spielte zum Beispiel an der Meisterfeier 2023. Für den 20-Jahre-Gig holte er sich Starschriftsteller Pedro Lenz auf die Bühne, der ebenfalls ein YB-Verrückter ist. Und was ist der grosse Unterschied zwischen Kehrlis Gigs und den YB-Spielen dieser Saison? Dem Vernehmen nach soll das Konzert fehlerfrei über die Bühne gegangen sein …

Hast du gewusst, dass ...

... die beiden Kontrahenten vom Sonntag immerhin in zwei Statistiken ligaführend sind:

Lausanne und YB sind die beiden Teams, die in dieser Saison den grössten Anteil ihrer Tore aus dem Spiel heraus erzielt haben.

Und Lausanne sowie YB sind diejenigen beiden Mannschaften, die die meisten Pässe pro Spiel ins Angriffsdrittel gespielt haben.

Man merke: Schöne Statistiken. Die aber am Misserfolg nichts ändern. Mühe geben alleine reicht nicht aus (siehe zweite Statistik).

Aufgepasst auf

Alvyn Sanches (23) spielt zum ersten Mal seit seinem Transfer von Lausanne zu YB wieder in der Tuilière. Bei YB ist der Waadtländer einer der Gewinner in den Zeiten ewiger Rückschläge. Er kommt nach einem kleinen Zwischentief wieder besser in Fahrt. Sechs Tore und fünf Assists in 19 Spielen stehen zu Buche. Und er ist auf der Liste von Nati-Coach Murat Yakin für die Tests gegen Deutschland und Norwegen im März.

Die Klassenbesten

Blick-Notenschnitt nach 29 Runden:

  1. Keller 4,1
  2. Sanches 4,1
  3. Hadjam 3,9

Hier gehts zu allen Berner Noten.

Der Schiedsrichter

Luca Cibelli leitet die Partie. Lukas Fähndrich ist VAR in Volketswil.

Der Gegner

Lausanne hat sich vom Abstiegsdruck befreit – beflügelt es das Zeidler-Team? «Wir sind noch nicht gerettet. Ganz und gar nicht. Aber es ist schön zu sehen, dass 10'000 Menschen im Stadion sein werden», sagt Trainer Zeidler. Hier erscheint das Lausanne-Inside.

30

Runde

Sa., Thun – GC, 18 Uhr
Sa., FCZ – Sion, 18 Uhr
Sa., St. Gallen – Lugano, 20.30 Uhr
So., Lausanne – YB, 14 Uhr
So., Basel – Servette, 16.30 Uhr
So., Luzern – Winterthur, 16.30 Uhr

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
29
34
68
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
29
23
54
3
FC Lugano
FC Lugano
29
10
49
4
FC Basel
FC Basel
29
4
46
5
FC Sion
FC Sion
29
8
42
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
29
3
42
7
FC Luzern
FC Luzern
29
3
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
29
-2
36
9
Servette FC
Servette FC
29
-6
33
10
FC Zürich
FC Zürich
29
-16
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
29
-14
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
29
-47
16
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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