Darum gehts
- So formuliert Sportchef Albrecht das Saisonziel
- Deshalb sind Lustrinelli und Imeri nochmals hier
- Dieser Spieler erinnert an Daniel Dos Santos
Seeluft, grelle Sonne, braungebrannte Spieler nach vier Wochen Ferien: So startet der Schweizer Meister in die neue Ära. Beim Auftakt neben dem Stadion Lachen auf Naturrasen ist beim FC Thun nicht nur Trainer Gian-Luca Privitelli (48) neu, sondern auch die Situation: Der hungrige Underdog ist nun der gejagte Titelträger. Bleibt immerhin die Konstante, dass die Berner Oberländer schon vor dem ersten Saisonspiel alle überraschen?
Vor einem Jahr sorgte die Ansage des Aufsteigers für grosse Augen. «Wir wollen in die Top 6», lautete sie. Die Aussenstehenden rechneten mit dem Klassenerhalt als Ziel, wie es praktisch alle Aufsteiger sagen. Thun wollte mehr – und holte sensationell den Titel.
Sportchef Albrecht verrät das Saisonziel
Und nun? Sportchef Dominik Albrecht (40): «Genau gleich. Wir wollen uns in den Top 6 festsetzen. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, auch wenn wir jetzt Schweizer Meister geworden sind. Es wäre vermessen, unsere Ziele anzupassen.» Kategorisch ausschliessen will er einen erneuten Meistertitel nicht. «Gleichzeitig sind wir bekannt dafür, Ziele nachhaltig und langfristig zu erreichen.»
Neu ist das internationale Geschäft. «Auch hier: Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir in die Champions-League-Gruppenphase kommen wollen. Aber wir starten diese Qualifikationsphase mit dem Ziel, eine Gruppenphase zu erreichen. Inwiefern es realistisch ist, ist noch offen, bevor wir den ersten Gegner kennen.»
Bald weiss Thun mehr. Am Mittwoch findet in Nyon die Quali-Auslosung statt. Thun steigt am 21./22. Juli in der 2. Runde in die Champions-League-Quali ein. Von Roter Stern Belgrad und Dinamo Zagreb bis zu den Lincoln Red Imps aus Gibraltar oder Kuopio aus Finnland ist alles möglich. Übersteht Thun eine von drei Runden, ist eine Gruppenphase fix.
Lustrinelli und Imeri vor Ort!
Der Fussball, das schnelllebige Geschäft? Meistertrainer Mauro Lustrinelli (50) hat vor einem Monat bei Union Berlin unterschrieben. Kastriot Imeri (25) wird nicht mehr für Thun auflaufen, da der Meister auf das Ziehen der Kaufoption bei YB verzichtet hat. Gut eine Million Franken soll sie betragen haben. Lustrinelli war ein grosser Förderer Imeris, sein Abgang deshalb ein Hauptfaktor für den Entscheid gegen das Ziehen der Kaufoption des Genfers.
Die beiden dürften schon über alle Berge sein – müsste man meinen. Nicht in Thun. Die Mannschaft veranstaltet zum Abschied mit ihnen einen Abschluss-Teamevent. Und vor wenigen Tagen war Lustrinelli bei der Podcast-Extrausagabe «FORZA! WM-XXL» von Blick. Dann aber ruft endgültig Deutschland.
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Noch Ferien haben hingegen die neuen Nationalspieler Reichmuth (Chile) und Matoshi (Kosovo) sowie bisherige wie Käit oder Rastoder. Dafür stempelt ein Neuzuzug ein: Dorian Derbaci (20) aus Aarau.
Der Mittelfeldspieler erinnert nicht nur optisch an das ehemalige Thun-Eigengewächs Daniel Dos Santos (Lugano). «Gewisse Parallelen gibts auch im Spielstil», sagt Sportchef Albrecht mit einem Schmunzeln, weil er schon mehrmals auf den Vergleich angesprochen worden ist. Derbaci wird ein Baustein sein, aber das neue Kader des Meisters ist erst noch richtig am Entstehen und es dürfte noch einige Umwälzungen geben.
