Darum gehts
- FC Thun präsentiert Gian-Luca Privitelli als neuen Trainer ohne grosse Zeremonie
- Privitelli war zuletzt U20-Nati-Coach und kennt Thun als Nachwuchstrainer
- Trainingsstart am 15. Juni, Kaderplanung mit möglichen Abgängen noch offen
Die meisten Vereine würden für die Vorstellung eines neuen Trainers eine Pressekonferenz einberufen – nicht so der FC Thun. Es würde nicht zum Verein passen, heisst es in der Einleitung der kleinen Medienrunde.
Wie von Blick angekündigt, heisst der neue Coach Gian-Luca Privitelli, der die Nachfolge von Meistercoach Mauro Lustrinelli antritt. Es ist kein grosser Name, den Thun-Sportchef Dominik Albrecht aus dem Hut gezaubert hat, trotzdem sei man überzeugt vom 48-Jährigen: «Gian-Luca ist unsere absolute Wunschlösung.»
Privitelli kennt den Klub bereits aus mehreren Stationen als Nachwuchstrainer. Zuletzt stand er bei der Schweizer U20-Nati an der Seitenlinie – eine Parallele zu Lustrinelli. Diese sei laut Albrecht aber Zufall. «Wir haben aber die gleichen Ideen, darum ist der Entscheid völlig logisch.»
Telefonat mit Lustrinelli erwünscht
Und Privitelli selbst? Er erzählt, dass die Kontaktaufnahme noch nicht so lange her ist. «Vor etwas mehr als zwei Wochen erhielt ich ein Whatsapp mit der Frage, ob wir mal was trinken gehen wollen. Nach zwei, drei Tagen war mir klar, dass es ein absolutes Match ist», so der neue Thun-Trainer.
Mit dem abgewanderten Lustrinelli hatte er seit seiner Vertragsunterschrift noch keinen Kontakt. «Ich will aber noch mit ihm telefonieren. Ich hätte ein paar Fragen.» So würde er unter anderem gerne wissen, was Lustrinelli zu Beginn seiner Thun-Zeit jetzt anders machen würde: «Ich stehe jetzt an diesem Punkt und will von ihm profitieren, dass ich nicht die gleichen Fehler mache.»
Vom Taktischen her will er einen ähnlichen Stil wie sein Vorgänger spielen lassen. Die Zielsetzung nach dem sensationellen Meistertitel ist klar: Der FC Thun will sich nachhaltig in den Top 6 etablieren. Privitelli: «Man hat einmal mehr gesehen, dass man Grosses erreichen kann, wenn man kontinuierlich mit Werten und einer klaren Idee arbeitet.»
Exkurs ins Rollschuh-Hockey
Zum Schluss der Medienrunde erzählt Privitelli dann noch eine Anekdote. «Einer meiner besten Freunde ist Pascal Kissling, einer der besten Rollschuh-Hockeyspieler der Welt. 2016, als ich gerade als Fussballtrainer bei Breitenrain gestartet habe, fehlte ihnen ein Trainer für die Nati.»
Kissling habe ihn dann gebeten, für ein Turnier mit nach Portugal zu reisen, da er französisch Spreche. «Ein Spieler aus Genf hatte ein Problem mit dem Verband und ich sollte ihn überreden, trotzdem mitzukommen, was auch gelungen ist.» Er sei als Trainer mit: «Dann hat unser Goalie einen Platzverweis erhalten. Im Eishockey geht bei einer Strafe ein Spieler raus. Unser Ersatzgoalie hat sich dann angezogen. Ich meinte zu ihm dann vor 3000 Fans, wir nehmen einen Spieler raus. Seine Antwort: ‹Das kannst du nicht im Rollschuh-Hockey.› Ich hatte keine Ahnung von diesem Sport.»
Kader steht noch nicht
Auch deshalb ist er dem Fussball treu geblieben. Seine neuen Spieler hat Privitelli bislang noch nicht getroffen. Einzig mit dem Staff gabs schon Gespräche. Es dürfte auch noch einiges an Veränderungen geben. Bereits jetzt ist schon klar, dass die Kaufoption bei Kastriot Imeri nicht gezogen wurde.
Dazu gibt es weitere Spieler, um die sich Gerüchte über einen möglichen Wechsel ranken. Sportchef Albrecht möchte diese aber nicht weiter kommentieren: «Ich kann nur sagen, dass es ein paar Spieler gibt, die natürlich das Interesse auf sich gezogen haben.» Am 15. Juni nehmen die Berner Oberländer den Trainingsbetrieb wieder auf, ehe es dann einige Tage später ins Trainingslager geht.
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