Darum gehts
- YB spielt 1:1 gegen Lugano, enttäuscht im Kampf um Europa
- YB braucht Hilfe vom FC St. Gallen, um Conference-League-Chance zu wahren
- Noch 7 Spiele: YB muss maximal punkten für europäischen Wettbewerb
Natürlich hat ein Trainer nicht gross Bock, nach jeder Runde die neue Ausgangslage öffentlich auszubreiten. «Ich kann nicht beeinflussen, wie andere rechnen», sagt YB-Coach Gerardo Seoane (47) auf die Frage nach den Folgen dieses 1:1 gegen Lugano.
Wir rechnen gerne für ihn und stellen fest: YB ist im Rennen um Europa wieder auf fremde Hilfe angewiesen. Weshalb andere zumindest nach aussen mehr Mühe mit diesem enttäuschenden Remis haben als der Coach. So zum Beispiel Christian Fassnacht (32). «Es ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben», sagt der Liga-Topskorer gegenüber Blue. «Deshalb tut es weh. Oder auf gut Deutsch: ‹Es schiisst aa!›»
Im Moment sei es halt so, dass ihnen wenig geschenkt werde oder sogar nichts, so der Zürcher weiter. «Dennoch dürfen wir immer noch nach vorne schielen, um am Ende auf einem europäischen Platz zu landen. Aber es gilt vor allem, etwas für die Zukunft zu kreieren, aufzubauen. Da sind wir auf dem richtigen Weg.»
Die Rechnerei mit dem FC St. Gallen
Ups. Spricht da einer bereits von der nächsten Saison, um die aktuelle, verkorkste, endlich hinter sich zu lassen? Natürlich nicht. Gleichwohl tönt es irgendwie ein bisschen danach. Wohl unbeabsichtigt.
Fakt ist: YB muss im Saisonschlussspurt wohl ausgerechnet dem FC St. Gallen die Daumen drücken. Gewinnt der FCSG den Cup und bleibt er bis zum Schluss der Saison unter den Top 3, würde für YB schon der vierte Platz reichen für die Conference-League-Quali.
Doch mittlerweile ist auch dieses Szenario wieder realistisch: Die Espen holen den Cup und fallen hinter Platz 3 zurück. Lugano liegt in der Tabelle nur noch fünf Punkte und Basel bloss noch vier Punkte zurück. Passiert das, hätten dann nur die ersten drei Teams und der Cupsieger eine Chance aufs europäische Geschäft.
Wunschdenken oder fulminanter Schlussspurt?
Trotzdem schaut Fassnacht etwas lockerer in die Zukunft. «Ich spüre, dass wir im Team und auch im ganzen Verein wieder positiver gestimmt sind. Wir sind motivierter als auch schon für das, was kommt.»
Enorm zäh ist es gleichwohl. Das weiss auch Goalie Marvin Keller (23), auch wenn er betont, dass man einen guten Monat gehabt und auf die schlechte Phase zuvor habe reagieren können. «Es bleiben noch sieben Spiele. Das sind sieben absolute Finalspiele, in denen wir das Maximum an Punkten holen müssen.» Der Wunsch ist hehr. Die Frage drängt sich aber auf: Wieso sollte eine Mannschaft, welche die ganze Saison über in der Liga nie mehr als zwei Spiele in Folge gewonnen hat, plötzlich in der Lage sein, sechs, sieben Matches in Serie siegreich zu gestalten?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 | |
7 | FC Luzern | 31 | 6 | 39 | |
8 | Servette FC | 31 | -3 | 36 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 31 | -8 | 36 | |
10 | FC Zürich | 31 | -16 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 31 | -23 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 31 | -48 | 19 |

