YB plötzlich wieder mittendrin
Es bahnt sich ein erbitterter Kampf um Europa an

Der Meistertitel ist vergeben. Dahinter aber tobt der erbarmungslose Kampf um die drei übrigen europäischen Plätze. So richtig eingeläutet wird er am Sonntag mit dem Sechs-Punkte-Knüller zwischen YB und Lugano.
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Noch vor kurzem herrschte bei Christoph Spycher, Chief Sports von YB, pure Verzweiflung. Nun kann YB sogar wieder aus eigener Kraft Platz drei erreichen.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Thun ist mit 16 Punkten Vorsprung auf St. Gallen so gut wie Meister
  • Bei St. Galler Cupsieg reicht Platz vier für Conference-League-Qualifikation
  • YB kann Europaplatz nach drei März-Siegen aus eigener Kaft erreichen
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Alain KunzReporter Fussball

Thun wird Meister werden. Es stellt sich nur noch die Frage nach dem Zeitpunkt. Dahinter aber wirds spannend. St. Gallen hat mit dem 1:1 gegen Lugano seinen Fünf-Punkte-Vorsprung auf die Tessiner wahren können. Aber Trainer Enrico Maassen traut der Sache noch nicht so richtig: «Der zweite Platz ist in Gefahr! Fünf Punkte sind schnell weg. Es gibt viele starke Mannschaften hinter uns. Wenn die öfter dreifach punkten, rutschen sie wieder ran. Deshalb müssen wir weiter konstant punkten, wie wir das die letzten elf Spiele geschafft haben.»

Nur St. Gallen hat zwei Pfeile im Köcher

Als einziges Team aus der Meisterrunde haben die Espen einen zweiten Europa-Pfeil im Köcher: den Cup. Im Halbfinal gehts gegen Yverdon aus der Challenge League. Sie sind in Anbetracht der überschaubaren Konkurrenz der grosse Favorit auf den Titel. Und genau diesen wünschen alle übrigen Teilnehmer der Meisterrunde dem FCSG. Denn werden die Espen Cupsieger und bleiben unter den ersten drei, rutscht der Viertplatzierte nach und spielt die Conference-League-Qualifikation.

YB kanns wieder aus eigener Kraft schaffen

So oder so: Der Kampf um die Plätze drei und vier wird erbittert geführt. Vor allem, weil sich nach den Spielen im März ein neuer Bewerber voll zurückgemeldet hat: YB! Man wagt es kaum zu glauben, aber die Berner sind nach drei Siegen aus den letzten vier Spielen im März plötzlich wieder in der komfortablen Lage, Platz drei aus eigener Kraft schaffen zu können. Dies trotz fünf Punkten Rückstand auf Lugano und vier auf Basel. Warum? Weil die Berner sowohl noch zweimal auf die Tessiner treffen wie auch auf den abtretenden Meister.

Mit je zwei Siegen überholen die Berner also beide Kontrahenten. Dann wäre das absolute Minimalziel einer verkorksten Saison doch noch erreicht. «Wir haben in den letzten zehn Jahren ein einziges Mal eine Gruppen- oder Ligaphase verpasst. Das hat kein anderer Klub geschafft. Und wir haben in den letzten Jahren so gearbeitet, dass wir nicht in finanzielle Schieflage geraten, sollten wir einmal nicht international sein», zeigt Chief Sports Christoph Spycher auf, warum eine europäische Ligaphase in der DNA von YB verankert ist. Aber klar, so Spycher, täte es aus sportlicher Sicht weh, Europa zu verpassen.

Mattia Croci-Torti atmet auf – vorläufig

Dieser erbitterte Kampf um Europa wird am Sonntag so richtig eingeläutet, wenn die Tessiner ins Wankdorf-Stadion kommen. Bei einem Heimsieg nimmt YB stärker denn je Kurs auf Europa. Der Rückstand auf Lugano würde auf zwei Pünktchen zusammenschmelzen. Bei einer Niederlage hingegen sind es acht. Und weil Basel auf Winterthur trifft, muss man auch von drei FCB-Punkten ausgehen. Die Bebbi würden sieben Punkte vor YB liegen. Die Berner hätten nichts mehr in der eigenen Hand, sondern wären wieder auf ihre Gegner angewiesen. Wie die ganze Saison. Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti sagt zur Ausgangslage: «Mit dem Punkt im Kybunpark bleiben wir in der Nähe von St. Gallen. Das lässt mich durchatmen. Denn es wäre enorm wichtig, mit europäischen Spielen ins neue Stadion zu gehen.»

Warum nicht Überraschungsteam Sion?

Und was ist mit dem FC Sion? Dem Überraschungsteam in der Championship Group? Derzeit punkten die Walliser im Gleichtakt mit St. Gallen, Lugano, Basel und YB. Alle Mannschaften haben aus den letzten fünf Spielen acht oder neun Punkte geholt. Weshalb sich die Walliser in den Top 6 festkrallen konnten. Was sie dort vorhaben, hatte Benjamin Kololli nach dem 2:1 im Letzigrund letzte Woche gesagt: «Wir müssen einen Platz in Europa anstreben.»

Degen demütig

Ganz unverbindlich war zu diesem Thema hingegen Basel-Präsident David Degen geblieben, als er bei Blue vor dem Sieg gegen Servette Folgendes von sich gab: «Finanziell sind wir nicht von Europa abhängig. Aber eine Gruppenphase der Conference League muss für den FCB immer möglich sein.» Da gibts nur einen Schluss: Die Erfahrungen dieser Saison haben den FCB demütig gemacht. Übermassen demütig.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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