Darum gehts
- Fifa-Führung stellt sich nach Krisensitzung in Rabat hinter Präsident Infantino
- Kritik an umstrittenem Projekt «Fifa Forward Enterprise», Uefa entzog Vertrauen
- Fifa entschuldigt sich bei 211 Mitgliedsverbänden, Projekt wurde zurückgezogen
Gianni Infantino (56) kann vorerst aufatmen. Nach der Krisensitzung am Mittwochabend in Rabat stellt sich die Fifa-Führung demonstrativ hinter ihren Präsidenten. In einer Mitteilung bekräftigen Generalsekretär Mattias Grafström (45) und die Mitglieder des Management Boards ihre «uneingeschränkte Unterstützung» für den Walliser – «als den einzigen Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde». Im Gegenzug sprach auch Infantino der Verwaltung und Grafström sein volles Vertrauen aus.
Das Treffen war einberufen worden, nachdem die Pläne zur Teilprivatisierung von kommerziellen Fifa-Rechten über das Projekt «Fifa Forward Enterprise» weltweit für heftige Kritik gesorgt hatten. Mehrere Verbände fühlten sich übergangen, die Uefa entzog Infantino das Vertrauen und zuletzt wurden gar Boykottdrohungen laut.
Fifa räumt Fehler ein
In ihrer Mitteilung gesteht die Fifa erstmals Fehler im Umgang mit dem umstrittenen Projekt ein. Man habe nicht beabsichtigt, dass sich der Fifa-Rat und die Mitgliedsverbände «vom Prozess ausgeschlossen fühlen». Gleichzeitig räumt der Weltverband ein, dass das Verfahren «anders hätte gehandhabt werden sollen». Auch nach dem Bekanntwerden der Pläne seien Fehler passiert. Dafür habe sich die Fifa in einem separaten Schreiben bei den 211 Mitgliedsverbänden entschuldigt. Das inzwischen zurückgezogene Projekt wird nun intern aufgearbeitet, ein Bericht soll an der nächsten Sitzung des Fifa-Rats präsentiert werden.
Klare Kampfansage
Trotz des Schuldeingeständnisses geht die Fifa in die Offensive. Nach dem Rückzug des Projekts werde man «keinerlei Angriffe auf ihre Integrität» dulden und «alle erforderlichen Massnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen».
Zuletzt hatten Berichte der britischen «Times» für zusätzlichen Wirbel gesorgt. Demnach soll Infantino Marokko den WM-Final 2030 in Aussicht gestellt haben, falls das Land ihn bei der Präsidentenwahl unterstützt. Die Fifa wies diese Vorwürfe entschieden zurück.